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Arsena Wenger (l.) wechselte Lukas Podolski gegen Fulham in der 77. Minute aus © imago

Nach Sticheleien von Wenger beendet Podolski beim Remis gegen Fulham seine Torflaute. Zum Feiern ist den Gunners nicht zumute.

London - "Prinz Poldi" lief schon vor dem "Elften im Elften" zu verbesserter Form auf.

Mit seinem dritten Ligator beendete Lukas Podolski, der deutsche Nationalstürmer in Diensten des FC Arsenal, am Samstag seine Torflaute.

Der Ex-Kölner konterte damit auch die zuvor geäußerte leise Kritik seines Teammanagers Arsene Wenger.

Wegen des enttäuschenden 3:3 (2:2) gegen den FC Fulham hielt Podolski die Karnevals-Grüße aber knapp. "Kölle Alaaf" twitterte er um 11.11 Uhr am Sonntag.

Feierlaune? Fehlanzeige!

Wenger stichelt gegen Poldi

"Er ist es aus Köln nicht gewohnt, mit so einer Intensität zu arbeiten. Er hat gut angefangen und arbeitet sehr hart, aber in den jüngsten Partien war er ein bisschen weniger frisch", hatte der Franzose Wenger seinem Stürmer noch vor dem Spiel gegen Fulham vorgeworfen.

Nach einem überzeugenden Start beim 13-maligen englischen Meister war der 13-Millionen-Neuzugang Podolski in den zurückliegenden sechs Premier-League-Partien ohne Torerfolg geblieben.

Kritik als Motivationshilfe

Kurz vor dem Beginn der Karnevalszeit dürfte die öffentliche Kritik den Arsenal-Neuzugang zusätzlich motiviert haben (DATENCENTER: Premier League).

Auch, weil Wenger den indirekten vorweihnachtlichen Wunschzettel (vorerst) noch abgeschmettert hat. Unter der Woche beklagte sich Podolski über seinen Platz auf der linken Außenbahn, zuviel Defensivarbeit müsse er dort leisten.

Wenger konterte umgehend: "Er kann durch die Mitte spielen oder hinter dem Stürmer. Das ist einer der Gründe, weshalb ich ihn gekauft habe. Aber Podolski hat 105 Einsätze für Deutschland und die 105 über links."

Und die blanken Zahlen geben dem Taktikfuchs aus dem Elsass recht.

Drittbester Gunners-Schütze

Im Arsenal-Dress ist Podolski mit fünf Treffern seit seinem Wechsel hinter Theo Walcott (8) und Olivier Giroud (6) dritterfolgreichster Torschütze. Vielleicht auch mit Blick auf diese durchaus erfreuliche Torausbeute ruderte Wenger noch vor Podolskis drittem Ligator in der Begegnung gegen Fulham zurück und schwächte seine Kritik deutlich ab.

"Ich mache mir um ihn keine Sorgen. Er hat eine sehr gute Einstellung", lobte Wenger sogar. Podolskis Eingewöhnung verglich der 63-Jährige mit der des ehemaligen Arsenal-Idols Robert Pires.

In seinen sechs Jahren in der englischen Hauptstadt hatte sich dieser zu einer unverzichtbaren Größe bei den Gunners entwickelt. Und außerdem, das offenbarte die Partie am Samstag abermals, hat Wenger momentan genügend andere Baustellen in seinem Team zu beseitigen.

Zu viele Abwehrschnitzer

Zum zweiten Mal in Folge - wie schon am Dienstag auf Schalke in der Champions League - verspielte Arsenal einen Zwei-Tore-Vorsprung durch Schnitzer in der Abwehr leichtfertig. "Arsenal schmeißt den Sieg einfach so weg", titelte der "Mirror".

Als eine "armselige Abwehr, die Arsenal zwei Punkte kostet" bezeichnete die englische Boulevardzeitung "The Sun" die Defensive um Nationalspieler Per Mertesacker.

Und auch Chefkritiker Wenger stimmte wie selbstverständlich mit ein. "Defensiv war das bestimmt keine Leistung historischer Größe", moserte Wenger.

Deutlich erfolgreicher verlief der Samstag für einen anderen Deutschen.

Der frühere Nationalspieler Robert Huth feierte mit Stoke City einen wichtigen 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Queens Park Rangers und verließ damit zumindest vorübergehend die Abstiegszone.