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Per Mertesacker (l.) und Lukas Podolski treffen auf Spurs' Co-Trainer Steffen Freund (r.) © imago

Das Arsenal-Duo Lukas Podolski und Per Mertesacker will mit einem Sieg gegen Steffen Freunds Spurs an Tottenham vorbeiziehen.

Von Hardy Heuer

München/London - Ein Europameister will die deutschen Vorzeige-Spieler in der englischen Premier League ärgern.

Beim Londoner Derby zwischen dem FC Arsenal und Tottenham Hotspur treffen die beiden Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker auf Spurs' Co-Trainer Steffen Freund, Europameister von 1996.

"Ich kann das Spiel kaum erwarten, es ist sehr speziell", betont Freund und macht das Saisonziel deutlich: "Es wäre großartig am Saisonende vor Arsenal zu liegen, weil ich es in der Vergangenheit nicht geschafft habe."

("Roarrr ? Premier League Highlights": Mo., ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1)

Freund ist zuversichtlich

Freund lief von 1999 bis 2003 120 Mal für die Spurs auf - und sieht eine große Chance in diesem Jahr.

"Zu meiner Zeit war Arsenal immer im Titelrennen involviert und wir wurden Neunter oder Zehnter", erklärt Freund:

"Das hat sich nun geändert. Wir sind sehr nah an unseren größten Rivalen herangerückt."

Arsenal und Spurs weit zurück

In dieser Saison laufen aber sowohl die "Gunners" als auch Tottenham (ab 13.45 Uhr LIVESCORES) ihren Ambitionen hinterher. (DATENCENTER: Premier League)

Arsenal liegt mit 16 Punkten aus elf Spielen auf einem enttäuschenden achten Platz, die Spurs liegen mit einem Zähler mehr nur einen Rang vor dem Team von Trainer Arsene Wenger.

Und der Coach will endlich wieder in die Siegspur zurückkehren. "Dieses Nord-Derby ist wichtig, weil wir zuletzt viele Punkte liegen gelassen haben und wieder Konstanz reinbringen wollen", erklärt Wenger vor dem Duell mit dem großen Rivalen:

"Wir sind von der Spitze ein ganzes Stück weg und wollen zurück nach oben. Wir haben das schon mal geschafft und wir wollen es so schnell wie möglich wieder schaffen." Hoffnungen setzt Wenger ins Emirates Stadium: "Es ist wichtig, dass wir zu Hause eine Macht sind."

Wichtige Partie für Wenger

Optimistisch stimmen dürfte den Franzosen dabei das letzte Aufeinandertreffen im Februar, als Arsenal einen 0:2-Rückstand in ein 5:2 drehte und am Saisonende vor den Spurs landete.

"Die Ergebnisse der beiden Derbys könnten einen großen Einfluss auf die Champions-League-Qualifikation haben", analysiert Wenger:

"Diese Partien werden gewöhnlich in einem rasenden Tempo gespielt und ich glaube, dass es diesmal nicht anders sein wird."

Kritik an Podolski

Um erfolgreich zu sein, muss sich Arsenal aber mächtig steigern - auch Podolski.

"Er hat sehr gut angefangen, aber in den letzten Spielen wirkte er nicht mehr so frisch", sagte Wenger zum zwischenzeitlichen Formtief des Nationalspielers:

"Er ist es nicht gewohnt, so hart zu arbeiten. Wenn man nach England kommt, ist das zunächst ein Schock."

Poldi will in die Spitze

Podolski selbst hat den Grund für seine Schwächephase längst ausfindig gemacht und drängt auf einen Platz in der Sturmspitze.

"Auf links habe ich viel defensive Arbeit zu verrichten, muss ständig rauf und runter laufen", beschwerte er sich.

Mit seinem zwischenzeitlichen Treffer zum 2:0 gegen den FC Fulham (Bericht) hat er sich schon mal für die Sturmspitze empfohlen.

Villas-Boas bleibt ruhig

Während Wenger den Ausgang der beiden Derbys als entscheidend im Kampf um den vierten Platz betrachtet, hat Spurs-Coach Andre Villas-Boas eine andere Sicht darauf:

"Ich glaube nicht, dass diese Partie alles entscheidet. Es ist immer noch früh in der Saison", betont der Portugiese:

"Letztes Jahr haben wir zuhause gewonnen und auswärts verloren. Es ist wichtig die meisten Punkte zu sammeln. Für Arsenal wäre es wichtig gewesen gegen Fulham zu gewinnen, für uns gegen Wigan."

Arsenal konnte wie bereits in der Champions League gegen den FC Schalke 04 einen 2:0-Vorsprung nicht ins Ziel retten und musste sich mit einem 3:3 begnügen. Tottenham unterlag zuhause vor zwei Spielen Wigan Athletic mit 0:1.