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Arsene Wenger holte mit Arsenal drei Meistertitel in der Premier League © getty

Podolski und Mertesacker blamieren sich mit Arsenal gegen Swansea , die Fans rebellieren. Wenger lässt seine Zukunft offen.

London - Misserfolg, Fan-Proteste, Anzeichen für Amtsmüdigkeit beim Trainer und ein Präsident auf der Intensivstation: Lukas Podolski und Per Mertesacker können beim FC Arsenal momentan von besinnlichen Adventstagen nur träumen.

Die deutschen Nationalspieler sind mit den Gunners spätestens durch die 0:2-Heimpleite gegen das walisische Überraschungsteam Swansea City des deutschen Torhüters Gerhard Tremmel in eine der tiefsten Krisen der vergangenen zehn Jahre geschlittert. (DATENCENTER: Premier League)

Nach dem schwächsten Saisonstart seiner 16-jährigen Amtszeit und wüsten Beschimpfungen der ohnehin aufgebrachten Fans ließ Teammanager Arsene Wenger sogar seine Zukunft offen.

Abschied am Saisonende?

"Das tut richtig weh", beschrieb Wenger seine Gefühle beim Blick auf die Tabelle. Der Schmerz über nur 21 Punkte aus den bisherigen 15 Spielen saß offenbar so tief, dass der Coach erstmals überhaupt einen vorzeitigen Abschied nicht kategorisch ausschloss.

"Am Ende der Saison werden wir eine Bewertung vornehmen", antwortete der 63-Jährige zur Frage nach seinem noch zwei Jahre laufenden Vertrag. ("Roarrr ? Premier League Highlights": Mo., ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Viele Anhänger jedoch haben beim Champions-League-Rivalen von Schalke 04 schon jetzt keine Geduld mehr.

Fan-Demo und Pfeifkonzert

Schon vor der ersten Heimniederlage gegen Swansea seit Februar 1982 waren mehrere tausend Fans in einer Demonstration zum Emirates-Stadion gezogen, um gegen die Profitgier in Arsenals Führungsetage, hohe Kartenpreise und eben auch die schon siebenjährige Erfolglosigkeit von Wengers Teams seit dem Pokal-Triumph von 2005 zu protestieren.

Nach der Pleite gegen Swansea, das nach den beiden späten Toren seines spanischen Regisseurs Michu (88. und 90.) mit Tremmel im Tor seit sechs Spielen ungeschlagen ist, und insgesamt nur zwei Punkten aus den vergangenen drei Spielen entlud sich der Frust der Anhängerschaft auch in lautstarken Pfeifkonzerten und Buh-Rufen gegen Wenger.

Wenger denkt an Neuverpflichtungen

Der Elsässer, der auch durch Podolskis Auswechslung 23 Minuten vor Schluss den erhofften Erfolg nicht erzwingen konnte, demonstrierte allerdings auch Gelassenheit: "Mehr Sorgen als die Tabelle bereitet mir unsere verloren gegangene Qualität.

Uns fehlten Entschlossenheit und Kreativität. Wenn wir das wieder ändern, ändert sich auch unser Tabellenplatz."

Dennoch deutete Wenger, auch mit Blick auf die Forderungen des Arsenal-Anhangs nach Investitionen der Finanzmittel in die Mannschaft, für die Winterpause Neuverpflichtungen an: "Wenn wir die richtigen Spieler finden, wird der Vorstand, denke ich, auch Geld in die Hand nehmen."

Präsident erleidet Herzattacke

Momentan jedoch sorgt sich die Arsenal-Führung vor allem umd Präsident Peter Hill-Wood.

Der 76-Jährige, dritter Gunners-Boss aus der gleichen Familie und seit 1982 im Amt, erlitt am Sonntag 48 Stunden nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus wegen einer Lungenentzündung eine Herzattacke.

Verrücktes Spiel in Manchester

Zumindest nichts für schwache Nerven war der 4:3-Sieg von Rekordmeister und Tabellenführer Manchester United bei Abstiegskandidat FC Reading: Alle sieben Tore in der kuriosen Begegnung fielen vor der Pause binnen 26 Minuten.

Durch die verhinderte Blamage nach zweimaligem Rückstand konnte ManUnited seinen Vorsprung auf den Lokalrivalen Manchester City sogar auf drei Zähler ausbauen, denn der Meister ließ vor dem Champions-League-Auftritt bei Borussia Dortmund am Dienstag beim 1: 1 gegen den FC Everton (ohne Thomas Hitzlsperger) wieder zwei Punkte liegen.

Marin verliert mit Chelsea

Champions-League-Sieger FC Chelsea hingegen kommt auch unter dem neuen Trainer Rafael Benitez nicht aus der Krise und hat das Führungsduo durch das 1:3 bei West Ham United bei sieben Punkten Rückstand auf die Citizens vorerst aus den Augen verloren.

Der deutsche Ex-Nationalspieler Marko Marin konnte die Pleite der Blues, die in den ersten beiden Spielen unter Benitez zwei Remis verbucht hatten, nach seiner Einwechslung in den letzten zwölf Spielminuten auch nicht mehr verhindern.

Chelsea behauptete Platz drei, da der punktgleiche Rivale West Brom Albion 0:1 gegen Stoke City mit Robert Huth verlor. Zwischen Chelsea und West Brom schob sich Tottenham Hotspur durch ein 3:0 beim FC Fulham um Sascha Riether.

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