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Lukas Podolski wechselte zu Saisonbeginn vom 1. FC Köln zu Arsenal © getty

Mit einem Tor und zwei Vorlagen bei Arsenals Sieg in Reading beruhigt der Stürmer die Debatten um Wenger - und sich selbst.

Reading/München - Der Ball kam von der linken Seite.

Lukas Podolski stoppte ihn kurz mit rechts, zog mit links aus fünf, sechs Metern ab - Tor.

Es war ein Treffer, schrieb der "Guardian", der "jede Faser von Arsene Wengers malträtiertem Herzen erwärmte" (STATISTIK: Die Premier-League-Torjäger).

Der Treffer von Podolski war eine Art Türöffner, es war in der neunten Minute das 1:0 beim FC Reading, und auf einmal ging alles ganz leicht für den FC Arsenal ("Roarrr ? Premier League Highlights": Mo., ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Cazorla brilliert mit Dreierpack

Am Ende gewannen die kriselnden Gunners 5:2 (3:0) gegen den Tabellenletzten der Premier League (Spielbericht).

Dank Podolski, vor allem aber dank Santi Cazorla: Der Spanier erzielte die Tore zwei bis vier für Arsenal (DATENCENTER: Premier League).

Wenger, der zuletzt wie selten zuvor in seiner 16-jährigen Amtszeit in der Kritik stand, war die Erleichterung anzumerken.

Ein Sieg für Wenger

In der Premier League war es bislang nicht gut gelaufen für die Gunners, und es mehren sich die Stimmen, die Wenger vorwerfen, sein Fußball sei ja bisweilen schön anzuschauen, nur: seine Mannschaften gewinnen nichts mehr.

In der vergangenen Woche unterlag Arsenal dann auch noch hochnotpeinlich im Viertelfinale des Ligapokals - bei einem Viertligisten namens Bradford City.

Auch Podolski musste sich hinterher von diversen Medien und dem ehemaligen Arsenal-Stürmer Ian Wright Kritik und den Vorwurf mangelnder Leidenschaft gefallen lassen (BERICHT: Kritik an Podolski wächst).

Spott für die Kritiker

"Haben wir in einer Krise gesteckt? Das kommt drauf an, was sie unter einer Krise verstehen", sagte Wenger nach dem Schützenfest in Reading und stichelte: "Wenn sie darunter verstehen, dass uns jeder abgeschlachtet hat, dann haben wir eine Super-Krise."

Super oder nicht - von einer Krise sprach Wenger dann freilich doch. "Wir hatten große Spannungen vor diesem Spiel", räumte er ein.

Podolski und Cazorla beseitigten sie für den Moment: Cazorla, wegen seines Vornamens Santi von den englischen Medien als "Santa Claus" tituliert, traf in der 32., 34. und 60. Minute.

Das erste und dritte Tor des Spaniers legte jeweils Podolski auf.

Walcott verdrängt Giroud

Bemerkenswert: Wenger hatte diesmal dem Drängen von Theo Walcott nachgegeben, ihn in der Mitte zwischen den Flügeln Podolski und Alex Oxlade-Chamberlain spielen zu lassen.

Der als Mittelstürmer gekaufte Olivier Giroud saß nur auf der Bank. Das neue Trio habe ihn "an das Arsenal vergangener Tage erinnert", urteilte Ex-Nationalspieler Gary Neville.

"Fast seine Ablöse gerechtfertigt"

Und auch Podolski sammelte bei seinen Kritikern Pluspunkte.

Der "Guardian", der Podolskis jüngste Auftritte "nicht effektiv" fand, meinte über seinen Treffer: "Damit hätte er fast seine Ablöse von elf Millionen Pfund gerechtfertigt."

Und es reichte immerhin, um den Puls von Wenger etwas zu beruhigen.

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