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Gefährlich: Swanseas Williams trifft den am Boden liegenden van Persie am Hinterkopf © imago

Der Sir schäumt nach Williams' vermeintlicher Unsportlichkeit vor Wut und fordert eine lange Sperre. Lampard schreibt Geschichte.

Von Felix Götz

München - Sir Alex Ferguson tobte.

Nicht etwa weil Manchester United bei Swansea City nicht über ein 1:1 hinauskam. (BERICHT: Chelsea furios, ManUnited verschenkt Sieg)

Es war die Szene in der 74. Spielminute, die Uniteds Teammanager wüten ließ.

Robin van Persie lag nach einem Angriff am Strafraum der Waliser seitlich am Boden, Swansea-Verteidiger Ashley Williams drosch dem Niederländer den Ball aus kürzester Distanz mit voller Wucht an den Hinterkopf.

Es gab wütende Proteste und ein Handgemenge.

Ferguson fordert lange Sperre

"Van Persie hätte sich das Genick brechen und tot sein können", wetterte Ferguson bei "Sky":

"Das war das Gefährlichste, was ich seit vielen Jahren auf einem Fußballplatz gesehen habe."

Schiedsrichter Michael Oliver zeigte van Persie und Williams Gelb - und der Verband FA stellte klar, dass es bei der Tatsachenentscheidung bleibt.

Für Ferguson ein Unding: "Es war abgepfiffen und er hat das direkt vor den Augen des Referees gemacht. Er sollte für eine lange Zeit gesperrt werden", meinte der 70-jährige Schotte, der bereits seit 1986 die Geschicke der "Red Devils" lenkt.

Williams uneinsichtig

Williams gab sich uneinsichtig, ohnehin sei es keine Absicht gewesen.

"Ich wollte den Ball klären, dabei habe ich ihn getroffen. Das hat ihn ein bisschen wütend gemacht. Es war viel Lärm um nichts", so der Kapitän des walisischen Nationalteams.

Auch Swansea-Coach Michael Laudrup, der den früheren Bundesliga-Keeper Gerhard Tremmel auf die Bank setzte und dafür den wiedergenesenen Michel Vorm auf das Feld schickte, wollte die Situation nicht zu hoch hängen.

Laudrup beschwichtigt

"So etwas kann in einem Fußballspiel schon mal passieren", sagte der Däne:

"Ich bin mir sicher, dass sich Ashley und van Persie die Hand geben und dann geht es weiter."

Van Persie selbst wollte sich nicht äußern.

Noch vier Punkte Vorsprung

ManUnited ist nach dem ersten Remis in dieser Saison weiterhin Spitzenreiter.

Doch der Vorsprung auf Stadtrivale und Meister Manchester City, der am Wochenende einen glücklichen Last-Minute-Sieg gegen den FC Reading gefeiert hatte, schrumpfte auf vier Punkte. (DATENCENTER: Premier League)

Während in Swansea heftig über eine vermeintliche Unsportlichkeit gestritten wurde, stand in London bei Chelseas 8:0-Schützenfest gegen Aston Villa Frank Lampard im Vordergrund.

Lampard schreibt Geschichte

Der 34-Jährige stand gegen den Klub aus Birmingham in der Premier League zum 500. Mal für Chelsea auf dem Rasen und erzielte dabei seinen 130. Treffer. ("Roarrr ? Premier League Highlights": Mo., ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1)

Damit übertraf er den legendären Chelsea-Helden Bobby Tambling.

"Ich bin sehr stolz auf diesen Rekord. Das bedeutet mir unglaublich viel", sagte der Mittelfeldspieler.

Lampards Zukunft ungewiss

Im Sommer läuft Lampards Vertrag bei Chelsea aus, verlängert wird wohl eher nicht. Spekuliert wird über einen Wechsel in die USA.

"Darauf konzentriere ich mich jetzt nicht. Ich genieße es, für Chelsea zu spielen", meinte der Londoner.

Zum Genießen war auch der Fußball der Blues gegen das vom Ex-Dortmunder Paul Lambert gecoachte Villa.

Benitez begeistert

"Meine Mannschaft hat mich begeistert", meinte Teammanager Rafael Benitez, der mit Chelsea in seinen bisherigen fünf Premier-League-Partien acht Punkte holte.

Für Chelsea ist das natürlich trotzdem zu wenig.

Bei einem Spiel weniger als Manchester United und Manchester City belegt der Champions-League-Sieger mit elf beziehungsweise sieben Punkten Rückstand auf die Topteams nur Rang drei.

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