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Bei Inter würde der 24-Jährige wieder auf seinen Ex-Trainer Roberto Mancini (r.) treffen, mit dem er einst bei Manchester City zusammengearbeitet hatte. Auf die Frage, ob er Balotelli in Mailand gern im Kader hätte, hatte Mancini kürzlich geantwortet: "Ja, wenn er wieder so stark wie früher wäre"
Mario Balotelli wechselte 2010 von Inter Mailand zu Manchester City © imago

Citys Problemstürmer gerät beim Training mit seinem Coach aneinander. Die Streithähne müssen von Spielern getrennt werden.

Von Christian Paschwitzund Raphael Weber

München - Ist das Maß jetzt voll und Mario Balotellis Zeit bei Manchester City abgelaufen?

Der endgültig vor dem Rauswurf stehende Problemstürmer hat sich im Training ein wüstes Handgemenge mit Roberto Mancini geleistet und damit für den nächsten Skandal gesorgt.

Dabei ließ sich auch der Trainer nicht lumpen: Mancini schüttelte Balotelli kräftig durch - der ließ sich das nicht gefallen und schubste den italienischen Landsmann von sich. ("Roarrr - Premier League Highlights": Fr., ab 23 Uhr im TV auf SPORT1)

Auslöser der Rangelei gegen Ende des Trainings war nach englischen Medienberichten eine rüde Attacke Balotellis gegen Teamkollege Scott Sinclair. (DATENCENTER: Premier League)

Zeugen: Mancini tobte

"Mad City" titelte das Boulevard-Blatt Sun nur Minuten nach dem Vorfall und zeigte auf seiner Website ein halbes Dutzend Fotos von dem Zwischenfall.

Als Mancini den 22-Jährigen nach dessen Grätsche vom Platz schicken wollte, soll Balotelli abweisend reagiert haben. Daraufhin kam es zur Konfrontation.

Ein Augenzeuge sagte den "Manchester Evening News": "Mancini ist auf ihn zugerannt - er tobte. Er packte ihn und versuchte, ihn auf den Boden zu werfen. Es sah aber aus, als sei Mario zu stark."

Und weiter: "Dann liefen alle anderen Trainer und Spieler hin und versuchten, die beiden zu trennen. Aber Mancini ließ nicht ab, versuchte immer wieder, sich zu befreien und Balotelli zu packen."

Abgang im tarnfarbenen Bentley

Balotelli, der bei dem Gerangel nach seinem Foul aber eher passiv reagiert habe, soll nach dem Zwischenfall direkt in die Umkleidekabine gegangen sein und fuhr wenig später mit seinem tarnfarbenen Bentley GT davon.

Der Angreifer ließ sich aber angeblich außerhalb der Tore noch kurz Zeit, um wartenden Fans Autogramme zu geben.

Durch die Fast-Prügelei werden auch Wechselgerüchte um Balotelli wieder angeheizt - obwohl ausgerechnet Mancini vor wenigen Tagen noch erklärt hatte, der Verein plane langfristig mit dem Nationalspieler.

Mancini ergreift noch Partei

"Ich denke, dass er bleibt", wurde Mancini zum Jahreswechsel in mehreren englischen Medien zitiert

Mit Verweis auf den Klub-Eigentümer hatte der Coach ergänzt: "Scheich Mansour hat eine Vorliebe für Balotelli. Mario war eine der größten Investitionen dieses Klubs (2010 von Inter für 28 Millionen Euro gekauft, Anm. d. Red.) ? und der Klub will das Geld nicht zum Fenster rauswerfen."

Höchst fraglich ist indes, ob die Bosse nun doch nicht allmählich die Nase voll haben - und eine weitere Zusammenarbeit zwischen dem Enfanf teribble und dem Coach unter den gegebenen Umständen überhaupt noch stattfinden kann.

Mancini wollte Balotelli schon mal rauswerfen

Bereits im April des vergangenen Jahres hatte Mancini dem Enfant terrible nach dessen bösem Tritt gegen Alexandre Song und Platzverweis bei der 0:1-Pleite gegen Arsenal rausschmeißen wollen:

"Er wird nicht mehr für uns spielen, ich werde versuchen, ihn zu verkaufen. Ich habe meine Arbeit mit ihm beendet. Er ist ein fantastischer Spieler, aber er muss sein Verhalten ändern", so der erboste Coach.

Dennoch sah sich Mancini bis zuletzt als eine Art Vaterfigur für das Aunahmetalent.

"Ich liebe Mario als Kerl und als Spieler"

"Ich liebe Mario als Kerl und als Spieler, aber es ist wichtig für ihn, dass er beginnt, über seinen Job nachzudenken", sagte Manicini Mitte Dezember nach der lustlosen Vorstellung von Balotelli im Derby gegen Manchester United (2:3).

Und ergänzte: "Es ist unglaublich, dass er seine Qualität zum Fenster rauswirft."

Gegenwärtig scheint gewiss: Beim Drittrunden-Spiel der "Citizens" im FA Cup gegen Watford wird Balotelli nur zuschauen - weitere Sanktionen inklusive Rauswurf sind zu erwarten.

Balotellis lange Skandal-Liste

Zu lang kommt Balotellis Skandal-Liste inzwischen daher - auch außerhalb des Fußball-Platzes:

Erst im vergangenen Monat hatte er eine Klage gegen City zurückgezogen, nachdem er zunächst gegen eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 420.000 Euro vorgehen wollte, die ihm der Klub wegen diverser Spielsperren aufgebrummt hatte.

Einst soll Balotelli City-Jugendspieler auf dem Trainingsgelände aus Langeweile mit Dartpfeilen beworfen haben.

Einbruch in ein Frauengefängnis

Dazu kamen Striplokal-Exzesse, ein Einbruch mit seinem Bruder in ein Frauengefängnis sowie unzählige Delikte im Staßenverkehr.

Mit seinem Maserati raste Balotelli einmal mit Tempo 300 in eine Radarkontrolle.

Mit Freunden fackelte der 22-jährige zudem fast sein Haus ab, als er Feuerwerkskörper aus dem Badezimmer warf. Zuletzt sorgte Balotelli für Negativschlagzeilen, weil er sich angeblich nicht um die gemeinsame Tochter seiner Ex-Freundin kümmere und die Vaterschaft abstreite.

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