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Michael Ballack hatte seine beste Szene bei einem gefährlichen Weitschuss in der 20. Minute © getty

Verdorbenes Jubiläum für Michael Ballack und Kritik der Fans an Teammanager Scolari. Ein hart erkämpfter Sieg für United.

London - Beim FC Chelsea hängt nach der enttäuschenden Nullnummer gegen Aufsteiger Hull City der Haussagen schief.

"Du weißt nicht, was du tust", schimpften aufgebrachte Chelsea-Anhänger in Richtung des brasilianischen Coaches, der immer stärker unter Druck gerät.

Mit 49 Punkten rangieren die Blues als Tabellenvierter der Premier League nach 25 Runden deutlich hinter Manchester United (56). (Ergebnisse und Tabelle)

Der Titelverteidiger eroberte am Sonntag mit dem 1:0 (0:0) bei West Ham United die zwischenzeitlich an den FC Liverpool verlorene Tabellenspitze zurück.

Englands Rekordmeister (54) hatte bereits am Samstag durch das späte Tor von Fernando Torres 3:2 (0:0) beim FC Portsmouth gewonnen. (zum Artikel: Chelsea patzt, Liverpool auf den letzten Drücker)

Van der Sar seit 1212 Minuten ohne Gegentor

Manchesters Torwart Edwin van der Sar ist nach dem Sieg bei den Hammers bereits seit 13 Spielen und unglaublichen 1212 Minuten ohne Gegentor.

Ryan Giggs erzielte in der 62. Minute auf Vorlage von Paul Scholes das Tor des Tages im Upton Park.

Ballack gegen Hull ausgewechselt

Ballack lief beim 0:0 gegen Hull zum insgesant 100. Mal für Chelsea auf, wurde allerdings in der 73. Minute ausgewechselte und durch den Portugiesen Deco ersetzt.

Der DFB-Kapitän Ballack hatte seine beste Szene bei einem gefährlichen Weitschuss in der 20. Minute. Der Mittelfeldstar lief zwar viel, konnte dem Spieler seiner Mannschaft allerdings nur wenige Impulse verleihen.

Chelsea-Fans stinksauer

"Das Verhältnis von Mannschaft und Trainer ist vollkommen in Ordnung. Jetzt müssen wir alle an einem Strang ziehen, damit wir die alte Sicherheit bekommen, die wir zuletzt haben vermissen lassen", sagte Ballack nach seiner Ankunft zum Länderspiel gegen Norwegen am Sonntag in Düsseldorf.

Der Unmut der Chelsea-Fans entzündete sich aufgrund der Auswechselung von Neuzugang Ricardo Quaresma in der 63. Minute.

Scolaris Tage gezählt

Für ihn kam der umstrittene Didier Drogba. "Es ist nicht schön, solche Dinge zu hören", bekannte Co-Trainer Ray Wilkins, "aber seien sie gewiss, dass Luiz genau weiß, was er tut. Er ist lange genug im Geschäft und hat schon verdammt viele Trophäen gewonnen."

Laut englischen Medien sollen die Tage von Scolari gezählt sein. Die Chelsea-Fans hatten ein Transparent entrollt und die Rückkehr von Gianfranco Zola (Teammanager von West Ham United) gefordert.

Einst war der italienische Mittelfeldspieler der gefeierte Star im Team von der Stamford Bridge (1996 bis 2003). Klub-Besitzer Roman Abramowitsch mischte sich allerdings bislang nicht in die aufkommende Trainerdiskussion ein.

Im Titelkampf weit abgeschlagen

Mit 49 Punkten rangieren die Blues als Tabellenvierter der Premier League nach 25 Runden bereits weit abgeschlagen hinter dem FC Liverpool (54 Zähler), Titelverteidiger Manchester United (53) und Aston Villa (51).

Fast trotzig meinte Scolari-Assistent Wilkins, der seit geraumer Zeit seinen Chef bei den Pressekonferenzen nach den Spielen vertritt: "Wir geben uns noch lange nicht geschlagen. Wir haben den Titel noch nicht abgeschrieben. Platz zwei ist zu wenig für einen Klub wie Chelsea."

Torres lässt Liverpool jubeln

Auch ohne seinen verletzten Kapitän Steven Gerrard hielt Liverpool den Kontakt zum Erzrivalen aus Manchester.

Die Reds setzten sich dank der Tore von Fabio Aurelio (69.), Dirk Kuyt (85.) und Fernando Torres (90.) am Ende glücklich 3:2 beim FC Portsmouth durch, der zweimal durch David Nugent (62.) und Hermann Hreidarsson (77.) in Führung gegangen war.

Keine Tore zwischen Spurs und Gunners

Torlos endete das mit Spannung erwartete Duell der Londoner Erzrivalen Tottenham Hotspur und FC Arsenal. Bei den Spurs gab der irische Nationalmannschaftskapitän Robbie Keane sein Comeback nach dem enttäuschenden halbjährigen Intermezzo in Liverpool.

Arsenal spielte ab der 38. Minute in Unterzahl, weil Emmanuel Eboue die Gelb-Rote Karte sah.

Auf der Bank saß der russische Nationalstürmer Andrej Arschawin, er kam allerdings noch nicht zum Einsatz. Die Gunners (45) sind nur Fünfter und verlieren immer mehr den Kontakt zu den Champions-League-Plätzen, der Abstand beträgt vier Punkte.

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