vergrößernverkleinern
Rivalen an der Seitenlinie: Rafa Benitez (l.) und Alex Ferguson © getty

Trotz Platz zwei und Champions-League-Achtelfinale hat Rafa Benitez in Liverpool einen schweren Stand. Portsmouth entlässt Adams.

Von Thorsten Mesch

München - Unruhe beim FC LIverpool.

Zwar haben die Reds durch zwei Siege in Folge ihren Durchhänger gestoppt und den Anschluss zu Tabellenführer Manchester United gehalten, doch das ist den Klubbossen an der Anfield Road nicht genug. (Ergebnisse und Tabelle)

Teammanager Rafa Benitez muss Meister werden, ansonsten droht dem Spanier die Entlassung.

Das meldete der "Sunday Express" und beruft sich bei seiner Behauptung auf eine Äußerung von George Gillett, seines Zeichens Co-Eigentümer des Klubs.

Gilletts vielsagende Andeutung

Der amerikanische Geschäftsmann soll am vergangenen Wochenende bei einem seiner seltenen Besuche in Liverpool scharfe Kritik an Benitez geäußert haben.

"Vor ein paar Wochen waren wir Erster. Dann hat jemand aus unserem Verein eine Person aus einem anderen Verein angegriffen und danach haben wir außer Form gespielt und sind in der Tabelle abgerutscht", habe Gillett während eines Treffens mit einer Fangruppierung "Spirit of Shankly" gesagt.

Die Nachfrage, ob er damit Benitez meine, habe Gillett weder verneint noch bejaht, sondern nur gemeint: "Das ist ihre Deutung".

Schwächephase nach Zoff mit Ferguson

Hintergrund sind verbale Attacken von Benitez gegen Manchester Uniteds Teammanager Sir Alex Ferguson Anfang Januar. Benitez hatte unter anderem behauptet, Ferguson würde durch ständiges Reklamieren die Schiedsrichter beeinflussen.

Zu diesem Zeitpunkt führten die Reds die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf United an, anschließend rutschten sie hinter den FC Chelsea auf Platz drei ab. Mittlerweile liegt Manchester mit zwei Zählern vor Liverpool und hat immer noch ein Spiel weniger ausgetragen.

Angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Gillett und Benitez ist seit längerem angespannt. Der Co-Eigner verweigerte dem Coach zum Beispiel die von ihm geforderte komplette Kontrolle über die Transferaktivitäten des Vereins.

Zudem missfällt dem Amerikaner, dass Benitez, der 2005 mit den Reds die Champions League gewann, immer wieder mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht wird, vor allem mit Real Madrid.

Gillett habe deshalb im vergangenen Sommer auch Gespräche mit Jürgen Klinsmann geführt. Auch wenn Benitz in Gilletts Partner Tom Hicks, der zusammen mit Gillett 2007 den Klub übernahm, immer noch einen Fürsprecher hat:

Vieles spricht dafür, dass nur der erste Meistertitel seit 1990 die Zukunft von Benitez in Liverpool garantiert.

Ferguson warnt vor Leichtsinn

Anders als sein Liverpooler Rivale hat Manchester Teammanager Ferguson derzeit keinen Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Nach 13 Partien ohne Gegentor führt United die Premier League souverän an.

"Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft", sagt der Schotte, dem besonders der Rekord von Torhüter Edwin van der Sar imponiert. Der Niederländer ist seit 1212 Minuten ohne Gegentor.

"Das ist schon unglaublich, denn normalerweise gewinnen wir unsere Spiele eher 4:3", meinte Ferguson.

Am Sonntag gewannen die "Red Devils" 1:0 bei West Ham United und liegen zwei Punkte vor Liverpool und fünf Zähler vor Aston Villa.

Doch Ferguson warnt: "1998 hatten wir elf Punkte Vorsprung auf Arsenal und haben die Meisterschaft noch verspielt. Jetzt läuft es super für uns, aber wir müssen dranbleiben."

Adams in Portsmouth entlassen

Während ManUnited acht Spiele in Folge gewann, waren neun Partien ohne Sieg zuviel für Tony Adams. Der FC Portsmouth zog die Reißleine und entließ seinen Teammanager.

Damit zog der abstiegsbedrohte Premier-League-Klub zwei Tage nach der 2:3-Heimniederlage gegen den FC Liverpool die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt.

Der amtierende FA-Cup-Sieger ist bis auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht, nur einen Punkt vor den Abstiegsplätzen.

''Es war eine Entscheidung, die uns nicht leicht gefallen ist. Tony hat unermüdlich für den Verein gearbeitet ", lautete ein Statement auf der Homepage des Klubs.

Eriksson und Grant als Nachfolger gehandelt

Zu den Kandidaten für Adams' Nachfolge gehören der ehemalige Chelsea-Coach Avram Grant, der frühere englische Nationaltrainer Sven Göran Eriksson, derzeit Nationalcoach in Mexiko, und Ex-West-Ham-Trainer Alan Curbishley.

Der ehemalige englische Nationalspieler Adams war im Juni 2006 als Co-Trainer und Nachfolger von Kevin Bond verpflichtet worden.

Ende Oktober vergangenen Jahres wurde der 42-Jährige Nachfolger von Teammanager Harry Redknapp, der zu Tottenham Hotspur wechselte.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel