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Luiz Felipe Scolari (r.) war nur etwas länger als sechs Monate Chelseas Teammanager © imago

Der DFB-Kapitän verteidigt sich gegen Gerüchte, er habe eine Rolle bei Scolaris Entlassung gespielt. Hiddink leitet Chelseas Training.

Von Thorsten Mesch

München - Welche Rolle hat Michael Ballack bei der Entlassung von Luiz Felipe Scolari gespielt?

In der vergangenen Woche bestimmten Gerüchte über eine mögliche Beteiligung einiger Chelsea-Profis die Schlagzeilen der Londoner Boulevardblätter.

Nun ist Ballack den Meldungen, nach denen sein Gespräch mit Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch zur Entlassung von Trainer Luiz Felipe Scolari beigetragen habe, energisch entgegengetreten.

"Berichte entbehren jeder Grundlage"

"Das ist völlig unwahr. Die Berichte entbehren jeder Grundlage", wird der Mittelfeldspieler des FC Chelsea in der seriösen Tageszeitung "The Times" zitiert.

Es sei völlig normal, dass Abramowitsch in die Kabine käme und mit Spielern spreche. Das habe aber nichts mit Scolaris Demission zu tun.

Er sei enttäuscht über die Spekulationen gewesen, weil er nicht darauf reagieren konnte, sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der zum Zeitpunkt der Entlassung beim DFB-Team in Düsseldorf war.

Scolari war beim Londoner Premier-League-Klub in der vergangenen Woche entlassen worden.

Sun: Spieler mit Draht zu Abramowitsch

Einige englische Medien hatten nach Scolaris Rauswurf berichtet, Unterhaltungen zwischen Abramowitsch, Ballack, Towart Petr Cech und Stürmer Didier Drogba hätten zum Sturz des brasilianischen Weltmeister-Trainers von 2002 geführt.

"Ballack, Cech und Drogba wurden meine Feinde. Sie haben einen Draht zu Abramowitsch", soll Scolari laut "The Sun" zu einem engen Freund gesagt haben.

Grund: Das Trio sei unzufrieden mit dem 60-Jährigen gewesen, weil zu wenig trainiert wurde.

Dem widerspricht Ballack. "Ich habe in den vergangenen Monates immer viel Gutes über Scolari gesagt", sagte der 32-Jährige nun der "Times".

"Natürlich war Kritik da"

Ballack hatte am Dienstag vor dem Länderspiel gegen Norwegen (0:1) von Scolaris Entlassung erfahren und sein Bedauern darüber geäußert.

"Es ist schade, denn er war ja nicht lange bei uns", sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Exklusiv-Interview mit Sport1.de.

"Natürlich war Kritik da und wir haben nicht die Ergebnisse erzielt, die wir uns gewünscht haben." (Ballack zu Sport1.de: "So etwas ist immer unangenehm")

Hiddink nimmt Arbeit auf

In der Premier League belegen die Londoner mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Manchester United bei einem mehr ausgetragenen Spiel nur Platz vier. (Ergebnisse und Tabelle)

Am Montag nahm Scolaris Nachfolger Guus Hiddink seine Arbeit an der Stamford Bridge auf und leitete zum ersten Mal das Training.

"Wir wollen den Erfolg und wissen normalerweise auch, wie das geht. Alles, was wir tun können, ist zusammenzuhalten, hart zu arbeiten, zu kämpfen und die Ergebnisse zu holen", meinte Ballack.

Gastspiel beim Tabellennachbarn

Am Samstag spielen die Blues beim Tabellendritten Aston Villa, der zwei Punkte Vorsprung auf die Londoner hat. Mit einem Sieg in Birmingham würde sich Chelsea zumindest wieder auf Platz drei verbessern.

Bei einer Niederlage wären wohl die letzten Hoffnungen dahin.

"Aston Villa ist eine sehr schwere Aufgabe, denn sie stehen vor uns", sagt Ballacks Mittelfeld-Kollege Frank Lampard. "Um im Titelrennen zu bleiben, müssen wir gewinnen. Es wird hart, aber wir haben eine starke Mannschaft und können es schaffen."

Chelsea hat seit zehn Jahren nicht mehr im Villa Park gewonnen, in der vergangenen Saison verließ Abramowitsche bei der 0:2-Pleite sogar vorzeitig seine VIP-Box.

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