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Lewis Holtby (r.) wechselte Ende Januar von Schalke 04 zu Tottenham Hotspur © intern

Im SPORT1-Interview lockt der Ex-Schalker seine früheren Mainzer Weggefährten Schürrle und Szalai nach England.

Aus London berichtet Bernd Felden

London - Lewis Holtby ist nach seinem Wechsel zu Tottenham Hotspur da angekommen, wo er immer hinwollte - allein sein erstes Premier-League-Tor lässt auf sich warten.

Doch dem misst der frühere Schalker und aktuelle Kapitän der deutschen U-21-Nationalmannschaft nicht allzu viel Bedeutung bei. Viel mehr zählt für ihn die erhoffte Qualifikation für die Champions League. (Bericht)

"Es ist sehr offen, alles ist noch möglich", sagt Holtby nach dem glücklichen 2:2 gegen den FC Everton im Gespräch mit SPORT1. (DATENCENTER: Premier League)

Zudem spricht der 23-Jährige über das Abenteuer England-Fußball, seine Familienbande auf der Insel - und den Traum von einer Wiedervereinigung mit seinen früheren Mainzer Weggefährten Andre Schürrle und Adam Szalai.

SPORT1: Herr Holtby, sind Sie zufrieden mit Ihrer Leistung, zumal Sie in der Liga seit Wochen erstmals wieder in der Startelf standen?

Lewis Holtby: Ich bin froh, 90 Minuten durchgespielt zu haben. Ich hatte viele Ballkontakte und bin viel gelaufen. Es war schwer gegen einen tiefstehenden Gegner, der selbst immer wieder gefährlich nach vorne kam. Aber insbsondere in der zweiten Halbzeit haben wir hervorragend gespielt und auch nach dem Rückstand die Ruhe bewahrt.

SPORT1: Am Anfang wirkten Sie etwas übermotiviert, und der Schiedsrichter gab Ihnen schon nach vier Minuten zu verstehen, nicht mehr weit weg von einer Gelben Karte zu sein. Wollten Sie Ihrem Trainer beweisen, besonders motiviert zu sein?

Holtby: Wir haben aggressiv begonnen und hohes Pressing gespielt. Da passieren schnell mal zwei Fouls, aber danach war dann alles okay.

SPORT1: Wem hat Ihr Vater eigentlich die Daumen gedrückt (Anm. der Red: Chris Holtby ist eingefleischter Everton Fan)?

Holtby: Ich glaube beiden. Er liebt natürlich Everton, aber er hat bestimmt auch seinem Sohn die Daumen gedrückt. Mit dem 2:2 kann er sicherlich gut leben. Er bekommt das Everton-Trikot, das ich von Thomas Hitzlsperger ergattert habe.

SPORT1: Durch das Unentschieden wird die Qualifikation zur Champions League zur Nervensache. Wie sehen Sie Ihre Mannschaft dafür gerüstet?

Holtby: Es ist sehr offen, alles ist noch möglich. Wir haben zum Beispiel noch wichtige Spiele gegen Manchester City und Chelsea. Wir müssen einfach unsere Leistung abrufen.

SPORT1: Nach gut zwei Monaten in der Premier League: Wie sehr haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Holtby: So ein Spiel wie nun gegen Everton vor solch einer tollen Atmosphäre ist ein Traum. Ich habe hier einen Fünf-Jahres-Vertrag - und nachdem ich für einen Topklub in Deutschland gespielt habe, ist es toll, jetzt für einen Topklub in England zu spielen.

SPORT1: Aber etwas mehr Einsatzzeiten hatten Sie sich doch wohl aber schon ausgerechnet, oder?

Holtby: Nicht wirklich. Ich kam ja ohne Vorbereitung zu einem eingespielten und gut funktionierenden Team. Und bin dann sogar am ersten Tag nach meiner Ankunft direkt ins kalte Wasser geschmissen worden. Ich lerne jeden Tag dazu und arbeite hart.

SPORT1: Wie wichtig ist dabei Ihre englische Familie und Verwandtschaft?

Holtby: Die Familie kommt aus der Nähe von Bedford nördlich von London, und nun waren neun Leute im Stadion. Es ist schön, so von der Familie unterstützt zu werden.

SPORT1: Die Gerüchte um Andre Schürrles Wechsel von Leverkusen nach Chelsea werden immer hitziger. Hoffen Sie, dass er nach England kommt?

Holtby: Wir haben ja früher in Düsseldorf in einer WG gewohnt, und deshalb würde ich mich freuen, wenn er nach London kommt und wir vielleicht wieder eine WG aufmachen.

SPORT1: Hat er sich schon bei Ihnen erkundigt über das Leben in London und als Fußballer in der Premier League?

Holtby: Wir haben früher darüber gesprochen, dass es toll wäre, mal in England zu spielen.

SPORT1: Auch Adam Szalai wird immer wieder mit der Insel, zum Beispiel mit Arsenal, in Verbindung gebracht. Wenn auch er käme, wäre die alte Mainzer (Tor-)Band wiedervereint?

Holtby: Dann bräuchten wir vielleicht ein extra Zimmer. Wie gesagt: Ich persönlich würde mich freuen. Aber aus Respekt vor den Fans aus Leverkusen und Mainz möchte ich mich nicht weiter dazu äußern.

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