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Roberto Mancini ist seit 2001 Trainer und holte bereits neun Titel © getty

Gift vor dem Manchester-Duell : City-Coach Mancini wirft der Konkurrenz vor, United stark gemacht zu haben. Ferguson lästert.

Von Philipp Heinemann und Christian Paschwitz

München - Die Erinnerungen an den 13. Mai 2012 dürften sowohl bei Manchester United als auch bei Manchester City noch einigermaßen wach sein:

In einem Herzschlagfinale und mit nur einem Treffer Unterschied war in der vergangenen Saison die Meisterschaft in der Premier League entschieden worden - zugunsten der "Citizens".

Diesmal allerdings wird ein Tor mehr oder weniger keinen Unterschied ausmachen:

Vor dem anstehenden Stadtduell im Old Trafford (ab 21 Uhr LIVESCORES) hat United an der Tabellenspitze einen komfortablen 15-Punkte-Vorsprung und den Titel damit mehr oder weniger sicher. (DATENCENTER: Premier League)

Kritik an Angst der Konkurrenz

Doch aus so fliegen zwischen den beiden Erzrivalen Giftpfeile - direkt wie indirekt.

Roberto Mancini wirft der weiteren Konkurrenz vor, Uniteds Riesen-Dominanz durch mangelnde Einstellung überhaupt erst begünstigt zu haben.

"Niemand spielt gut gegen United, weil sie alle nur mit Angst spielen", sagt der City-Trainer.

Mancini: Alle spielen schwach gegen United

Und ergänzt pauschal: "Alle Teams spielen schwach gegen United, weil sie glauben, dass sie keine Chance haben."

Harsche Worte des Italieners, der den anderen Klubs ankreidet, gegen das Team von Sir Alex Ferguson stets "ohne Herz" zu spielen.

Er wolle zwar niemandem mangelnden Einsatz vorwerfen - genau das tut Mancini de facto jedoch.

"Wissen, dass wir sie besiegen können"

Für das eigene Team schließt Mancini eine Larifari-Mentalität indes aus - und wird seine Worte am Ergebnis messen lassen müssen, nachdem der erste Vergleich mit United in der Hinrunde 2:3 verloren wurde.

"Wir wissen, dass wir sie besiegen können", sagt der Coach, "sie sind nicht besser als wir."

Einem Sieg im Derby ordnet Mancini selbst das Pokal-Halbfinale gegen den FC Chelsea am Sonntag unter und will keinen seiner Spieler schonen.

Garcia statt Martinez

Am Titelrennen würde aber selbst ein Sieg beim Intimfeind nichts ändern.

Die Gründe für die enttäuschende Saison suchen die so gut wie entthronten "Citizens" deshalb auch in ihrer erfolglosen Personalpolitik.

Verpflichtet werden sollten nach dem Titelgewinn Robin van Persie, der stattdessen ausgerechnet zu United ging, Eden Hazard (Chelsea), Daniele De Rossi (AS Rom) und Javi Martinez (FC Bayern).

Falsche Spieler, schlechte Saison

Anstelle der gewünschten Topstars konnte der Scheich-Klub aber nur Jack Rodwell, Javi Garcia, Scott Sinclair, Matija Nastasic und Maicon zu sich lotsen.

Transfers, die die Mannschaft nicht wesentlich verbessert haben.

Umso mehr ist sich Mancini sicher, dass die Saison mit anderen Spielern komplett anders gelaufen wäre: "Wir wären wahrscheinlich an der Tabellenspitze, könnten den zweiten Titel gewinnen und wir wären im Viertelfinale der Champions League."

Van-Persie-Entscheidung schmerzt noch immer

Am meisten schmerzt den 48-Jährigen dabei noch immer, im van-Persie-Poker gegen United den Kürzeren gezogen zu haben.

"Er ist fantastisch, ein wirklich guter Fußballer", sagt Ferguson süffisant über den von Arsenal geholten Stürmer, der in der laufenden Spielzeit bereits 19 Tore erzielt hat.

Und Uniteds Chef stichelt in Richtung City: "Er hatte nie vor, zu City zu gehen."

1:6-Blamage in der Vorsaison

Dem jüngsten Gastspiel der Citizens in Old Trafford misst der knurrige Schotte hingegen angeblich keine Bedeutung mehr bei - ungeachtet der 1:6-Blamage für Wayne Rooney und Co..

"Ich stehe nicht auf Selbstzerfleischung", meint Ferguson lapidar und erklärt, sich mit der damaligen Lehrstunde nie mehr befasst zu haben.

Schwer zu sagen, ob dem tatsächlich so ist - und inwieweit City gegen United statt der angeblichen Angst der Konkurrenz eigenen Mut an den Tag legt.

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