Luis Suarez sorgt mit der Beiß-Attacke gegen Chelsea erneut für einen Skandal - und gewinnt in Boxer Mike Tyson einen Fan.

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Liverpool - Der Biss in den rechten Unterarm von Branislav Ivanovic brachte Luis Suarez nicht nur eine Menge Ärger ein (News), sondern auch den größten Beißer der Sportgeschichte als neuen Fan.

Ex-Boxweltmeister Mike Tyson, der 1997 seinem Gegner Evander Holyfield ein Stück vom Ohr abbiss, folgt dem Angreifer des FC Liverpool jetzt bei Twitter.

Eine zweifelhafte Ehre für den uruguayischen Stürmer-Star, der Reue zeigte und deshalb wohl weiter für die Reds stürmen darf.

Noch am Abend der Tat hatte Suarez gebeichtet, was Tausende Augen im Stadion voller Entsetzen gesehen hatten.

"Ich habe gerade am Telefon mit Ivanovic gesprochen und mich bei ihm entschuldigt", twitterte der Stürmer am vergangenen Montag kurz vor Mitternacht.

In der 74. Minute des Spiels gegen den FC Chelsea (2:2) waren bei Suarez alle Sicherungen durchgebrannt, als er seine Zähne in den Unterarm des Serben gerammt hatte.

Der Kannibale von der Kop

Das Video der grotesken Tat zirkulierte umgehend im Internet, die Reaktion der englischen Medien folgte prompt: "Der Kannibale von der Kop" titelte die "Daily Mail" am Montag.

Die "Sun" schrieb: "Ständig das Gleiche mit Suarez, immer am Essen", und spielte damit auf Suarez' Zeit bei Ajax Amsterdam an, als er seinem Gegenspieler Otman Bakkal während einer Rudelbildung in die Schulter gebissen hatte und daraufhin für sieben Spiele gesperrt worden war.

Klub straft - PFA will helfen

Für seinen Biss gegen Ivanovic wurde Suarez nun vom Verein mit einer Geldstrafe in unbekannter Höhe belegt, der Angreifer will die Summe an die Hinterbliebenen der Opfer der Hillsborough-Katastrophe von 1989 spenden.

"Ich habe den Klub darum gebeten", sagte Suarez, dem vom englischen Verband zudem eine Sperre droht, die über das gängige Maß von drei Spielen für eine Tätlichkeit hinausgeht. Das teilte die FA am Montag mit.

Der Chef der Spielervereinigung PFA, Gordon Taylor, sagte: "Wir müssen jetzt stark an der Aggressionsbewältigung arbeiten. Wir haben trainierte Leute, deren Dienste wir Liverpool und dem Spieler zur Verfügung stellen werden."

Top-Torschütze der Liga

Suarez' sportliche Klasse ist unbestritten. Mit 23 Toren ist er Top-Torschütze der Liga, für seinen Klub ist er die Lebensversicherung. (DATENCENTER: Premier League)

Gegen Chelsea rettete der 26-Jährige mit dem Ausgleichstreffer in der siebten Minute der Nachspielzeit einen Punkt.

Jetzt droht nicht nur eine nachträgliche Sperre durch den englischen Fußball-Verband (FA), auch der FC Liverpool rückte - allerdings nur vorübergehend - von Suarez ab.

Teammanager verteidigt Enfant terrible

"Spieler sind immer ersetzbar, egal wie gut sie zu sein glauben", teilte Teammanager Brendan Rogers mit, der das Enfant terrible stets verteidigt und ihn sogar als Englands Fußballer des Jahres beworben hatte.

Kein Spieler sei größer als der Klub. Von einer Entlassung sah der Klub aber ab. Suarez wurde am Montag mit einer Geldstrafe in unbekannter Höhe belegt.

Der Angreifer will die Summe an die Hinterbliebenen der Opfer der Hillsborough-Katastrophe von 1989 spenden. "Ich habe den Klub darum gebeten", sagte Suarez.

Lange Skandal-Akte

Die Skandal-Akte von Suarez ist lang. Als Jugendspieler in Montevideo wurde er angezählt, weil er anstatt zu schlafen lieber um die Häuser zog.

In den Schlusssekunden des WM-Viertelfinales von Südafrika parierte er einen Kopfball des Ghanaers Dominic Adiyiah mit der Hand auf der Torlinie.

Suarez sah die Rote Karte, die "Urus" zogen nach Elfmeterschießen dennoch ins Halbfinale ein, und der Sünder tönte: "Das war die Parade der WM. Jetzt habe ich die Hand Gottes!"

Rassistische Beleidung 2011

Für den negativen Höhepunkt sorgte Suarez im Oktober 2011, als er den Franzosen Patrice Evra von Manchester United rassistisch beleidigte.

Die FA sperrte Suarez für acht Partien. Vor der Neuauflage des Duells im folgenden Januar verweigerte Suarez den traditionellen Handschlag mit Evra.

"Als ein Klub mit der Tradition des FC Liverpool würde ich Suarez rausschmeißen", hatte ManUniteds Trainerlegende Sir Alex Ferguson im Zorn gesagt. "Er ist eine Schande für den Verein."

"Das macht ihn besonders"

"Luis ist unberechenbar, aber gerade das macht ihn besonders", sagt sein ehemaliger Trainer bei Ajax Amsterdam, Marco van Basten. Das Besondere ist bei Suarez allerdings oft Auslegungssache.

Vielleicht bekommt Suarez bald prominente Unterstützung eines anderen Unberechenbaren: In Sachen Beiß-Attacken kennt sich Mike Tyson schließlich bestens aus.

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