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Sir Alex Ferguson wurde mit Manchester United 13 Mal englischer Meister © getty

Vom Kneipenwirt zum erfolgreichsten Teammanager in der Geschichte des englischen Fußballs: Alex Ferguson hört als Legende auf.

München/Manchester - 27 Jahre bei einem einzigen Klub und am Ende ein Abtritt in Würde:

Diesen Rekord kann Sir Alex Ferguson vorerst keiner nehmen.

Denn nach seinem 13. Meistertitel mit Manchester United hat der 71-Jährige überraschend seinen Rücktritt im Sommer erklärt.

Es wird eine Zeitenwende sein.

United ohne Ferguson auf der Bank des Old Trafford, dessen Nordtribüne seinen Namen trägt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Man darf gespannt sein, wie die "Red Devils" ihre lebende Legende nach dem letzten Spieltag der Premier League verabschieden werden - und wie der Schotte reagieren wird.

Denn so sehr sich Sir Alexander Chapman Ferguson nach dem Beifall des Publikums sehnt, so wenig kann er mit öffentlicher Huldigung umgehen.

Als ihn der Klub im November 2011 zum 25. Jubiläum mit dem "Alex Ferguson Stand" überraschte, sagte er, sein Assistent, der von all dem gewusst hatte, sei "gefeuert".

478343(DIASHOW: Die besten Sprüche von Sir Alex)

Gelernter Werkzeugmacher

Ein rauer Scherz, wie Ferguson sie gerne macht und wie sie der gelernte Werkzeugmacher in seiner Jugend häufig hörte.

Er ist im Glasgower Arbeiterviertel Govan geboren. Einer ungemütlichen, vom Schiffsbau geprägten Gegend, die ihre besten Tage längst gesehen hatte, als der junge Ferguson hier aufwuchs.

Hier hat er gelernt, dass Verschlagenheit mitunter weiter hilft als Gutmütigkeit, und dass man nicht jedem trauen darf.

Hier ist der Ursprung zu finden für seine berüchtigten "Hairdryer", der Tobsuchtsanfälle, mit denen er selbst Stars wie David Beckham rund machte.

Wer verstehen will, wie Ferguson bei Pressekonferenzen oder im Umgang mit Spielern mal als Gentleman, mal als kampfbereite "british bulldog" auftritt, muss diese Wurzeln kennen.

Furcht vor dem "Elbow"

In Govan erwarb Ferguson Qualitäten, die dem jungen Alex auf der Straße genauso halfen wie dem Stürmer Ferguson auf dem Platz.

Dort war er bald wegen seines intensiven Körpereinsatzes als "The elbow" bekannt.

Seine Ellbogen haben ihn bis an die Schwelle der Nationalmannschaft gebracht, später machten sie ihn zum erfolgreichsten Trainer der Insel.

Dass es soweit kommen könnte, war in den 1970er Jahren noch nicht absehbar.

Eigener Pub in Glasgow

Nach seiner Spielerkarriere machte Ferguson erstmal einen Pub auf, "Fergie's" hieß die Kneipe in Glasgow. Doch seinen Job als Wirt gab er bald auf.

Obwohl er bei East Stirlingshire, seinem ersten Klub, einige Schwierigkeiten hatte - zu Beginn fehlte ihm gar ein Torwart - hatte er seine wahre Profession im Trainerberuf gefunden.

Und Ferguson machte es von Anfang an auf seine Art.

"Ich hatte nie zuvor in meinem Leben vor jemandem Angst, aber Ferguson war vom Start weg ein furchteinflößender Bastard", sagte einer seiner ersten Spieler.

1986 zu United

Über St. Mirren, den FC Aberdeen und die schottischeNationalmannschaft kam er nach der WM 1986 zu United.

Schwer zu sagen, wann Ferguson in all diesen Jahren zu der Legende wurde, als die er heute weltweit verehrt wird.

Vielleicht ist es der Coup im Europacup der Pokalsieger, als er mit Aberdeen im Finale 1983 Real Madrid bezwang, oder das "Treble" 1999 mit dem dramatischen Champions-League-Endspiel gegen den FC Bayern als Höhepunkt, vielleicht die 19. (Rekord-)Meisterschaft.

Dieser, Fergusons 47. Titel, war jedenfalls für ihn ein ganz besonderer.

Er erfüllte damit seinen zu Beginn seiner Amtszeit bei United selbst formulierten Auftrag, den langjährigen Rekordchampion FC Liverpool von seinem "verdammten Ast zu hauen".

Kampf gegen den vorlauten Nachbarn

Heute thront United in der Baumkrone - dank ihm.

Doch weil da unten am Stamm der "vorlaute Nachbar" (Ferguson) im Kostüm eines milliardenschweren Scheichs mit wuchtigen Axtschlägen versucht, seinen Baum zu fällen, hatte Fergsuon nach der in letzter Minute an Manchester City verlorenen Meisterschaft 2012 noch eine Mission.

Die ist nach dem unangefochtenen Titelgewinn in dieser Spielzeit national erfüllt, United ist wieder die klare Nummer eins auf der Insel.

Dagegen ist das frühe K.o. im Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid ein Indikator gewesen, dass die Luft international dünner wird.

Vielleicht hat Ferguson gemerkt, dass ihm die Energie fehlt, die vorlaute Bundesliga noch mal in die Schranken zu weisen.

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