Nur ein Tag nach Fergusons überraschenden Rücktritt steht der Nachfolger fest. Der Sir selbst macht sich für ihn stark.

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Manchester - David Moyes tritt beim englischen Rekordmeister Manchester United das schwere Erbe von Sir Alex Ferguson an.

Moyes wird zur neuen Saison vom Ligarivalen FC Everton zu den "Red Devils" wechseln, wo er in übergroße Fußstapfen tritt.

Ferguson gewann in seiner Laufbahn als Teammanager 49 Trophäen, allein 38 in knapp 27 Jahren bei United.

Moyes hat in 15 Jahren als Trainer keinen einzigen echten Titel gewonnen - wird dem Sir, der am Mittwoch überraschend seinen Abschied zum Saisonende erklärte, aber denoch nachfolgen.

"Ich bewundere ihn seit langem"

Die Verpflichtung des 50-jährigen Schotten gab ManUnited am Donnerstag bekannt. Moyes trainiert Everton seit 2002, zuvor war der frühere Innenverteidiger vier Jahre beim ersten englischen Meister Preston North End tätig.

"Ich bewundere seine Arbeit schon seit langem", sagte Ferguson, der seinen Nachfolger selbst empfohlen hatte: "Als wir die möglichen Kandidaten diskutiert haben, haben wir uns schnell auf David Moyes geeinigt. Er ist ein Mann mit großer Integrität und hoher Arbeitsmoral."

"Eine große Ehre"

Moyes schwankte derweil zwischen Stolz und Ehrfurcht. "Ich weiß, wie schwierig es wird, auf den besten Manager aller Zeiten zu folgen", sagte er: "Aber man bekommt nicht jeden Tag die Chance, ManUnited zu trainieren. Es ist eine große Ehre für mich."

Mit Ferguson (71) geht der Mann, der dem FC Bayern die Mutter aller Niederlagen zufügte, David Beckham einen Schuh an den Kopf warf und sich über Jahre mit Kollegen wie Arsene Wenger fetzte (PORTRÄT: Gentleman und "British Bulldog").

Mit all den Erfolgen und Eskapaden des schottischen Ritters ist bald Schluss: Ferguson, wegen seiner Gewohnheit, Spieler aus nächster Nähe anzubrüllen, mit dem Spitznamen "Der Föhn" versehen, hat sich seine Entscheidung "nicht leicht gemacht", wie er betonte: "Aber es ist der richtige Zeitpunkt."

Vom Vorgänger empfohlen

Ferguson wollte Moyes schon vor 15 Jahren als Assistent zu United holen. "Für mich ist es wichtig, den Verein in bestmöglicher Verfassung zu hinterlassen - und ich denke, das tue ich", sagte Ferguson.

Qualität und Alter seiner Mannschaft garantierten langfristig weiteren Erfolg auf höchstem Niveau, ergänzte Ferguson: "Der Verein steht vor einer glänzenden Zukunft." Mit Moyes, einem Schotten wie "Fergie".

Moyes war über elf Jahre als Teammanager bei Everton. Die größten Erfolge seiner Amtszeit: Platz vier in der Spielzeit 2004/05 und der Einzug ins FA-Cup-Endspiel 2009, wo die Toffees dem FC Chelsea 1:2 unterlagen.

Meister mit Celtic

Der frühere Verteidiger, 1982 schottischer Meister mit Celtic Glasgow, gilt als Mann mit Prinzipien und ehrliche Haut. Wie Ferguson war er drei Mal englischer Coach des Jahres. International ist er aber wenig bekannt. 2005 scheiterte er mit Everton in der Qualifikation zur Champions League am FC Villarreal.

Ferguson gewann die Königsklasse 1999 und 2008, vor eineinhalb Wochen hatte er United zum 20. Meistertitel geführt, seinem 13. mit dem Klub, den er zum Rekordmeister machte. Sein 1500. und letztes Spiel als Teammanager bestreitet er bei West Bromwich Albion am 19. Mai, dann rückt er in den Vorstand des Klubs auf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe von Fergusons Abschied überraschte viele, auch in dessen engstem Umfeld. Bruder Martin sagte, Ferguson habe darüber nicht einmal mit seiner Familie gesprochen: "Das kam aus heiterem Himmel." (478343DIASHOW: Fergusons beste Sprüche)

"Aus heiterem Himmel"

Englische Medien spekulierten über mögliche gesundheitliche Probleme Fergusons, der sich im Sommer einer Hüft-OP unterziehen will. 2004 wurde ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt.

Das Ende der Ära Ferguson sorgte über die Fußballwelt hinaus für Aufsehen. "Seine Verdienste um das Spiel sichern ihm ohne Zweifel einen Platz unter den Größten", schrieb FIFA-Präsident Joseph S. Blatter bei "Twitter".

Fußball-"König" Pele nannte Ferguson wie auch "Kaiser" Franz Beckenbauer eine "Legende".

Der britische Premierminister David Cameron bezeichnete die Lebensleistung Fergusons im Parlament als "außergewöhnlich", für den Präsidenten des englischen Verbands (FA), David Bernstein, ist Ferguson "einer der größten Trainer aller Zeiten".

Bronzestatue vor dem Stadion

In Manchester ist diese Erkenntnis nicht neu. Dort ist bereits eine Tribüne des Old Trafford nach Ferguson benannt, vor dem Stadion können die Besucher ihn als Bronzestatue bewundern.

Den Ruhm nimmt der Coach, der vor seiner Zeit bei United mit dem FC Aberdeen den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hat und kurzzeitig auch schottischer Nationaltrainer war, mit in den Ruhestand.

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