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Didier Drogba (l. mit Ballack und Brown) hat in dieser Saison erst ein Tor erzielt © getty

Frank Rijkaard soll nach einem Medienbericht Hiddink im Sommer bei Chelsea ablösen. Der Sieg gegen Wigan wird zur Nebensache.

London/München - Der FC Chelsea bleibt unter Trainer Guss Hiddink weiter siegreich.

Nach dem 2:1 gegen Wigan Athletic dürfen die Blues weiter von der Meisterschaft träumen.

Trotzdem wird die Nachfolge von Hiddink, der nur bis zum Sommer bei Chelsea bleiben will, heiß diskutiert.

Wie die Boulevardzeitung "News of the World" erfahren haben will, soll Frank Rijkaard ganz oben auf der Liste stehen, eine Einigung stehe bevor.

Der Niederländer, der seit seiner Entlassung beim FC Barcelona im Sommer 2008 keinen neuen Trainerjob hatte, wollte dieses Gerücht selbst nicht kommentieren.

Rijkaard hatte aber vor der Hiddink-Verpflichtung bereits Interesse an dem Job verkündet.

Hiddink, der als guter Freund Rijkaards gilt, soll möglicherweise als Sportdirektor zu Chelsea zurückkehren.

Ballack für Verbleib von Hiddink

Michael Ballack sprach sich derweil indirekt für einen längeren Verbleib des Interimstrainers aus.

"Guus Hiddink hat uns Selbstvertrauen gegeben", sagte der DFB-Kapitän dem "Sunday Mirror".

"Seine Situation ist klar, jeder respektiert das. Aber wenn wir mit ihm Erfolg haben, vielleicht möchte er dann bleiben."

Drogba: Keine Verschwörung gegen Scolari

Wie zuvor schon Ballack wies derweil Didier Drogba alle Vorwürfe zurück, er habe zusammen mit Ballack und Petr Cech maßgeblich zum Rauswurf von Hiddink-Vorgänger Luiz Felipe Scolari beigetragen.

"Nein, nein. Das ist nicht wahr. Roman Abramowitsch war die ganze Woche über da und hat mit jedem Spieler geredet", sagte Drogba dem "Observer Sport Monthly".

Gerüchte waren laut geworden, das Trio habe beim Blues-Besitzer Scolaris Ablösung gefordert.

Drogba weiter: "Es ist falsch, Ballack, Cech und ich hätten ein Treffen gehabt, um über die Zukunft des Trainers zu diskutieren. Das war stets eine Entscheidung von oben."

Vorlage von Ballack

In den Hintergrund geriet dadurch der Last-Minute-Sieg gegen Wigan. Neben den Vollstreckerqualitäten von Frank Lampard und der Unachtsamkeit des Schiedsrichters lag das auch an Ballacks Kopfballstärke.

Doch trotz Lampards Siegtreffer per Kopf auf Kopfball-Vorarbeit des Deutschen ist der Glaube an den Titel bei Hiddink nicht sonderlich ausgeprägt.

"Wir sollten realistisch bleiben. Wir müssen immer gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Manchester United Punkte liegen lässt. Wir werden weiter versuchen, alles zu geben, aber ManUnited sieht sehr stabil aus", erklärte Hiddink.

Der Titelverteidiger hat ein Spiel weniger absolviert hat und dennoch bereits sieben Zähler Vorsprung auf Chelsea.

Kritik am Schiedsrichter

Während Hiddink trotz des Zittersiegs vor 40.714 Zuschauern an der Stamford Bridge am Ende zufrieden sein konnte, war Wigans Coach Steve Bruce sauer auf Schiedsrichter Lee Probert.

"Ich mache Frank Lampard keinen Vorwurf, weil er seinen Gegenspieler Mario Melchiot vor dem Tor gestoßen hat. Aber der Referee stand nur zehn Meter entfernt. Ich kann nicht verstehen, warum er nicht gepfiffen hat", wetterte Bruce.

Neuer Rekord bei den Blues

Kurz vor dem entscheidenden Treffer hatte Wigans Olivier Kapo (82.) die Führung der Gastgeber durch Kapitän John Terry (25.) egalisiert. Mit seinem 35. Tor im Trikot der Blues stellte Terry gleichzeitig eine neuen Klubrekord für Verteidiger auf.

Neben der neuen Bestmarke konnte sich Terry mit seinen Teamkollegen über den Patzer von Konkurrent FC Liverpool freuen.

Überraschende Niederlage der Reds

Der Rekordmeister unterlag beim FC Middlesbrough überraschend 0:2 und musste Chelsea in der Tabelle (jeweils 55 Punkte) vorbeiziehen lassen.

Ein Eigentor von Xabi Alonso (32.) und ein Treffer des Türken Tuncay (63.) besiegelten die Niederlage der Reds, die unter der Woche in der Champions League bei Real Madrid 1:0 gewonnen hatten.

Auf Seiten von Boro spielte Nationalspieler Robert Huth 90 Minuten durch.

Unentschieden von Arsenal

Derweil kam der FC Arsenal nicht über ein torloses Remis gegen den FC Fulham hinaus. Die "Gunners" verpassten damit die Chance, Boden auf die Tabellenspitze gutzumachen.

Dagegen bleibt der FC Everton den Spitzenteams auf den Fersen. Im Heimspiel gegen den Schlusslicht West Bromwich Albion gelang ein 2:0-Arbeitssieg.

Den Dreier brachten der australische Nationalspieler Tim Cahill (36.) und der französische Internationale Louis Saha (70.) unter Dach und Fach.

Der Liverpooler Traditionsklub hat damit 44 Punkten auf dem Konto, während WBA mit 22 Zählern weiterhin die Rote Laterne in der Premier League inne hat.

Niederlage für Manchester City

Manchester City sucht ebenfalls weiter nach der Erfolgspur. Bei West Ham United verloren ManCity mit 0:1.

Jack Collison (71.) erzielte das Tor des Tages.

Die Sonntagsspiele im Überblick:

Hull City - Blackburn 1:2Tore: 0:1 Warnock (34.), 0:2 Andrews (36.), 1:2 Ashbee (79.) Rot: Marney (63./Hull City) Gelb-Rot: Pedersen (70./Blackburn)

West Ham - Manchester City 1:0Tor: 1:0 Collison (71.)

Bolton Wanderers - Newcastle 1:0Tor: 1:0 Gardner (47.)

Aston Villa - Stoke CityTore: Petrov (45.), Carew (79.), Shawcross (87.), Whelan (90.)

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