Vorlagen-Maschine Özil soll die Gunners zurück ins Licht führen. Er beschwört den Glauben an Trophäen. Podolski frohlockt.

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Von Raphael Weber und Mathias Frohnapfel

München - Drei Jahre bei Real inmitten der pulsierenden Weltstadt Madrid. Dazu hitzige Spiele in der Primera Division und Champions League: Mesut Özil sollte so leicht nichts beeindrucken.

Und doch sagt der Nationalspieler: "Ich bin wirklich aufgeregt", als ihn der FC Arsenal auf der klubeigenen Homepage zum Abenteuer London befragt.

Der 50-Millionen-Euro-Stareinkauf weiß natürlich auch, was die Anhänger der Gunners am liebsten hören wollen. Mit ihm verbinden sie die Hoffnung nach vielen dunklen Jahren ohne Titel endlich wieder in die Nähe der großen Pokale kommen zu können.

"In den letzten Jahren war Arsenal nicht so erfolgreich, aber wir wollen uns verbessern und Titel holen. Wir haben eine sehr starke und junge Mannschaft, die das Potenzial für einen Titel hat", stellt Özil fest.

"Der Trainer ist weltklasse"

Daran, dass Dauertrainer Arsene Wenger Arsenal noch mal zu Titel führen kann, regten sich zuletzt unter Fans und Experten immer mehr Zweifel. Kein Wunder, dass der Franzose so viel Geld für Özil ausgegeben hat, obwohl er sonst als eher knausrig gilt.

"Der Trainer ist weltklasse, das stellt er seit vielen Jahren unter Beweis", lobt Özil denn auch pflichtbewusst Wenger. "Viele Spieler haben sich in der Vergangenheit unter seiner Führung unglaublich weiterentwickelt. Das ist ein Hauptgrund, warum ich zu Arsenal gewechselt bin."

Mit Özil will Wenger das neue Arsenal aufbauen. "Ich will mich auch weiter verbessern. Ich glaube, dass ich perfekt zur Spielphilosophie von Wenger und Arsenal passe", verspricht der Deutsche.

Podolski bejubelt Özil-Ankunft

In Madrid trauert nicht nur Cristiano Ronaldo trotz der Verpflichtung von Superstar Gareth Bale seinem Lieblingsvorlagengeber hinterher. "Ich bin wütend über Özils Weggang", wird der Portugiese zitiert.

Umso größer ist in London die Vorfreude auf den Mittelfeldlenker (149130DIASHOW: Özils Karriere).

"Das ist super für uns, Arsenal bekommt einen fantastischen Fußballer", jubiliert der derzeit verletzte Stürmer Lukas Podolski,

"Ich bin der Überzeugung, dass er hervorragend in unser sportliches Konzept passt. Wir agieren mit vielen schnelle Pässen, spielen also Fußball auf eine Art, die ihm liegt. Ich bin sicher, dass er uns weiterhelfen wird."

Deutsche Kolonie in London

Die Eingewöhnung in der britischen Hauptstadt dürfte für Özil kein Problem werden - immerhin wird bei Arsenal reichlich Deutsch gesprochen.

"Es ist es gut, dass die deutsche Kolonie bei Arsenal immer größer wird", freut sich Podolski: "Insgesamt sind wir ja fünf Deutsche bei den Gunners, und der Trainer spricht auch noch deutsch. Ich bin sicher, dass Mesut sich wohlfühlen wird, wir werden viel Spaß haben."

Nach Poldolski, Per Mertesacker, U-21-Mann Thomas Eisfeld und den beiden Youngstern Serge Gnabry und Gideon Zelalem ist Özil schon der sechste Deutsche bei Arsenal ? und schiebt Schwarz-Rot-Gold damit im vereinsinternen Länderrennen vorbei an Frankreich auf Platz zwei hinter England.

Auch Wenger spricht deutsch.

Titellos seit 2005

Regisseur Özil soll die Gunners endlich wieder zum Titelkandidaten machen und eine lange Durststrecke beenden.

Seit 2005 hat Arsenal keinen Titel mehr geholt. Damals gewann das Team von Trainer Wenger den FA Cup durch einen 5:4-Sieg im Elfmeterschießen gegen Manchester United. Damals noch in Arsenals Startformation: Jens Lehmann, Patrick Viera und Dennis Bergkamp.

Es wird also Zeit für neue Feierlichkeiten. Özil könnte so etwas wie die letzte Patrone in Wengers Colt sein.

Hoffnung auf die Vorlagen-Maschine

In jedem Fall bringt er neue Euphorie zum FC Arsenal. Die Trikotverkäufe gingen durch die Decke, zwölfmal so viele Shirts wie gewöhnlich seien verkauft worden, verkündete der Klub stolz.

Auch die sportlichen Qualitäten des Regisseurs sind unbestritten.

In den letzten zwei Jahren legte kein Spieler in Eurpas Topligen mehr Tore auf als Özil. Satte 47 Treffer bereitete der Nationalspieler in der Primera Division vor - genauso viele wie Lionel Messi und acht mehr als der zweitplatzierte Franck Ribery.

Die deutschen Beckhams?

Auf ganz andere Vorzüge freut sich derweil die britische Presse. Die "Daily Mail" feiert Özil und Freundin Mandy Capristo bereits als die deutschen Beckhams.

Ebenso wie die berühmten Vorgänger David und Viktoria sollen Mesut auf und Mandy neben dem Platz für Aufsehen und Schlagzeilen sorgen.

Sportlich ist bei Arsenal trotz Özil-Coup aber noch nicht alles in Butter. Der Versuch, mit Chelseas Demba Ba auf den letzten Drücker noch die Sturmreihe aufzubessern, scheiterte. Der Ex-Hoffenheimer bleibt beim Rivalen.

Wegen Podolskis langfristiger Verletzung bleibt in Olivier Giroud nur ein echter Stürmer übrig.

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