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Mesut Özil wechselte für 50 Millionen Euro von Real Madrid zu Arsenal London © getty

Eine Schmutzkampagne gegen Özil sorgt für Wirbel. Die Aussagen über Özils Nachtleben stammen aber nicht von Real-Boss Perez

Von Andreas Kloo und Denis de Haas

München - Schon die Umstände von Mesut Özils Ende bei Real Madrid waren nicht schön.

Nun aber wirft ihm die spanische Presse auch noch unappetitliche Gerüchte hinterher.

In Spanien kommt eine Schmutzkampagne gegen den 24-Jährigen ins Rollen.

Besessen von Frauen

Die spanische Zeitung "ABC" veröffentlichte angebliche Zitate von Real-Präsident Florentino Perez über den deutschen Nationalspieler, die diesen in einem schlechten Licht erscheinen lassen.

Demnach soll Özil während seiner Zeit bei Real Madrid "besessen von Frauen" und "kein guter Profi" gewesen sein. Und deshalb wollte der Klub den Mittelfelspieler offenbar loswerden.

Perez wolle demnächst den Real-Delegierten auf einer Mitgliederversammlung die "wahre Geschichte" über Özil erzählen.

Der sei vor drei Jahren als schüchterner Muslim nach Madrid gekommen, der keinen Schinken gegessen und sich an die Gebote seiner Religion gehalten habe. In der schrillen spanischen Hauptstadt habe er aber eine Obsession für die ihm vorher so fremde Welt der Frauen entwickelt, die ihm gar nicht gut bekommen sei.

Zitate nicht von Perez

Nach SPORT1-Informationen hat sich der allmächtige Real-Präsident in dieser Richtung nicht geäußert. Von wem die Zitate lanciert wurden, ist unklar.

Özil selbst reagierte sachlich auf die Gerüchte: "Die Leute, die mich kennen, wissen, wie professionell ich bin. Und mehr muss ich dazu auch nicht sagen", erklärte der deutsche Nationalspieler nach der WM-Qualifikationpartie auf den Färöer-Inseln (3:0).

Vater und Berater Mustafa Özil behält sich aber juristische Schritte vor.

Nachträgliche Rechtfertigung

Von wem auch immer die Aussagen stammen - fakt ist, dass diese bewusst gestreut wurden, um Özils Verkauf nachträglich zu rechtfertigen.

Denn der Transfer des Spielmachers sorgte nicht nur für Kritik der eigenen Fans.

Auch in der Mannschaft ist der Wechsel nicht unumstritten.

Cristiano Ronaldo soll sogar wütend über den Abgang seines besten Vorlagengebers sein.

Dabei hätte sich Real lieber für seinen 100-Millionen-Transfer von Gareth Bale feiern lassen. Nun versucht man offenbar mit einer Medienkampagne die Stimmung zu kippen.

Beim Gehaltspoker verzockt?

Dem dienen auch die Insider-Berichte von Spielervermittler Francois Gallardo in der "Sport Bild". Der Real-Kenner behauptet, Özil sei keineswegs vom Hof gejagt worden.

Vielmehr habe Mustafa Özil seinen Sohn bereits im Juni anderen Top-Klubs angeboten, um dessen Gehalt nach oben zu treiben.

Dabei habe er sich verzockt.

Auch das wollte Özil so nicht stehen lassen

"Der Wunsch nach einer vorzeitigen Vertragsverlängerung ging ja nicht von uns, sondern von Real Madrid aus", stellte er klar.

"Nicht wir haben um eine Erhöhung des Gehaltes angefragt, sondern Real wollte Anfang des Jahres den ohnehin bis 2016 laufenden Vertrag verlängern", fügte er hinzu.

Im Laufe des Jahres änderte sich aber offenbar die Meinung der Real-Verantwortlichen über Özil und man forcierte den Bale-Transfer.

Ob aus sportlichen, finanziellen oder Imagegründen.

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