Mesut Özil ist beim FC Arsenal vorgestellt worden. Der Deutsche will nur Titel gewinnen. Doch ein Rosenkrieg trübt die Vorfreude.

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München/London - Ausgesprochen cool und in einem lässigen schwarzen Run-DMC-Kapuzenpulli startete der teuerste deutsche Fußballer der Geschichte in eine neue Zeitrechnung.

Doch kaum war Mesut Özil am Donnerstag am Trainingsgelände des FC Arsenal in London angekommen, machte der 50-Millionen-Euro-Einkauf deutlich, dass er voll fokussiert ist. Özil will Titel gewinnen.

Der Rosenkrieg mit seinem Ex-Arbeitgeber Real Madrid geriet für einen Moment zur Nebensache.

"Ich bin jetzt ein Gunner. Dies ist einer der größten Klubs der Welt. Natürlich können wir um den Meistertitel mitspielen", sagte der 24-Jährige, der bei Real nicht zuletzt wegen des Rekordtransfers von Gareth Bale für 100 Millionen Euro das Weite gesucht hatte.

Bereits am Samstag (16 Uhr LIVESCORES) im Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten FC Sunderland könnte Özil, der den Pulli vor seiner Vorstellung noch schnell gegen ein brav zugeknöpftes Teamshirt der Gunners eingetauscht hatte, sein Debüt feiern.

"Nächsten Schritt gemacht"

"Ich hatte eine sehr gute Zeit bei Real Madrid", sagte der Linksfuß, der künftig mit seinen Nationalmannschaftskollegen Lukas Podolski und Per Mertesacker in einem Team spielt: "Aber jetzt habe ich den nächsten Schritt gemacht und bin in der stärksten Liga der Welt."

Sein neuer Trainer Arsene Wenger ist sich sicher, mit Özil den ganz großen Coup gelandet zu haben.

"Özil hat einen Spielstil, der zu uns passt. Er hat alle Attribute, einer unserer Anführer zu werden", sagte der 63 Jahre alte Franzose, der schon länger ein Auge auf den deutschen Edeltechniker geworfen hatte und nun die plötzliche Chance beim Schopfe packte.

"Natürlich ist die Verpflichtung ein Statement", sagte Wenger: "Wir sind jetzt in einer deutlich stärkeren Ausgangsposition."

Vertrauen des Trainers

Für Özil ist insbesondere das Vertrauen des Trainers wichtig, das hatte der gebürtige Gelsenkirchener in den vergangenen Wochen ständig wiederholt.

"Es fühlt sich großartig an, und ich fühle mich schon sehr wohl hier", sagte Özil: "Ich bin mir sicher, dass mich der Boss weiter verbessern wird, und ich bin stolz, Teil des Teams zu sein."

Bei Real war der sensible Regisseur in der vergangenen Woche nach der Bale-Verpflichtung mehr oder weniger vom Hof gejagt worden. Nun droht eine Schlammschlacht.

Denn Özils Vater Mustafa sieht anscheinend den Real-Präsidenten als Urheber einer rufschädigenden Kampagne gegen seinen Sohn und kündigt daher rechtliche Schritte an.

"Ein abgekartetes Spiel"

"Mesut soll der Sündenbock sein. Und ich der gierige Vater, der nur auf das große Geld gewartet hat. Ein abgekartetes Spiel, ein mieses Geschäft. Wir werden uns juristisch wehren", sagte der Vater und Berater des Nationalspielers.

Nach SPORT1-Informationen hat sich aber der Real-Präsident nicht abfällig über Özil geäußert.

Özil selbst reagierte sachlich auf die Gerüchte: "Die Leute, die mich kennen, wissen, wie professionell ich bin. Und mehr muss ich dazu auch nicht sagen", erklärte der deutsche Nationalspieler nach der WM-Qualifikationspartie auf den Färöer-Inseln.

Fragwürdige Zitate

Ursache der Aufregung sind fragwürdige Zitate in spanischen Medien. Nach Özils Transfer von Madrid nach London wurde er von der Presse als unprofessioneller Frauenheld und Nachtschwärmer verunglimpft.

Die Tageszeitung "ABC" aus Madrid hatte Perez offensichtlich entsprechende rufschädigende Sätze in den Mund gelegt. Ob die Zitate von Vereinsseite lanciert wurden, ist unklar.

Real wehrt sich

Real wies am Donnerstagnachmittag alle Vorwürfe zurück.

"Es wird abgestritten, dass der Präsident Florentino Perez oder ein anderes Mitglied des Fußballklubs etwas mit den veröffentlichten Informationen einer spanischen Tageszeitung über den Spieler Özil zu tun haben", hieß es in einer Erklärung, die die "Sport Bild" zitierte.

Weiterhin teilten die "Königlichen" mit: "Real Madrid bedauert sehr, dass die Aussagen, die nichts mit dem Fußballklub zu tun haben, Reaktionen bei dem Vater hervorgerufen haben, die nicht der Wahrheit entsprechen und völlig fehl am Platz sind."

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