vergrößernverkleinern
Mesut Özil wechselte für 50 Millionen Euro von Real Madrid zum FC Arsenal © getty

Bei der Heimpremiere gegen Stoke City möchte Mesut Özil wieder glänzen. Nicht nur weil der Bundestrainer auf der Tribüne sitzt.

Von Philipp Reichelt

München - Eigentlich wollte Mesut Özil mit dem Wechsel auf die Insel das Kapitel Real Madrid beenden. So ganz gelingt dies aber noch nicht.

Diese Tatsache liegt aber weniger an ihm als an Real-Präsident Florentino Perez, der nach Özils Abschied aus Madrid einen "Giftpfeil" nach dem anderen in Richtung des Nationalspielers schießt.

Capello kritisiert Real

Rückendeckung bekommt Özil von vielen Seiten. Jetzt hat sich auch Reals Ex-Trainer Fabio Capello zu Wort gemeldet und seinen Ex-Verein für den Verkauf Özils kritisiert.

"Ich verstehe nicht, warum Madrid ihn verkauft hat. Denn er hat große Qualität", sagte der aktuelle russische Nationaltrainer der "Bild am Sonntag".

Dem FC Arsenal und seinem Kollegen Arsene Wenger beglückwünscht er dagegen zum Kauf des Mittelfeld-Regisseurs. "Arsenal hat einen guten Griff mit ihm gemacht, aber er hat auch Geld gekostet, 50 Millionen, oder?", so Capello weiter.

Wenger verteidigt seinen neuen Star

Der französische Startrainer weiß natürlich, wieso er so viel Geld für Özil investiert und hat ihm in der aktuellen Diskussion schon mehrfach den Rücken gestärkt.

Im Vorfeld der Partie gegen Stoke City, in der Arsenal die Tabellenführung erobern kann (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle), hat Wenger erneut Partei für den deutschen Nationalspieler ergriffen.

"Real Madrid hat eine Wahl getroffen und Özil ziehen lassen. Am Ende war es Özil, der gegangen ist, aber aus unterschiedlichen Gründen", sagte der französische Fußballlehrer. Wenger weiter: "Ich kenne Perez gut und ich bin über seine Aussagen überrascht."

Perez wirft dem 24 Jahre alten Offensivspieler vor, er habe dem Druck in Madrid nicht standhalten können und deswegen um einen Wechsel zum FC Arsenal gebeten. Auch Reals Trainer Carlo Ancelotti hatte nach Özils Wechsel von einer unzureichenden Einstellung des deutschen Internationalen gesprochen.

Özil unbeeindruckt

Die Spitzen des Real-Präsidenten scheinen Özil kalt zu lassen, denn auf dem Platz hat er sich bestens in sein neues Team eingefügt.

Beim Premier League-Debüt in Sunderland legte Özil seinem Mannschaftskollegen Olivier Giroud den Ball wunderbar mit der Hacke vor. Dieses frühe 1:0 der Gunners ebnete den Weg zum 3:1-Erfolg. Mit einem 2:1 Sieg bei Olympique Marseille ist unter der Woche auch das Champions-Debüt für Özil erfolgreich verlaufen.

Löw sieht Heimdebüt

Im Spiel gegen Stoke will Mesut Özil seine ersten guten Leistungen bestätigen. Und das unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und Assistent Hansi Flick, die sich am Wochenende in London ein Bild von der Form ihrer Nationalspieler machen.

Bereits am Samstag waren die Beiden beim West-Londoner Derby zwischen dem FC Fulham und dem FC Chelsea, bei dem seit Saisonbeginn Andre Schürrle spielt.

Der 22-jährige spielte in der Startelf und konnte überzeugen. Kurz nach der Pause setzte sich der Flügelspieler am Strafraumeck durch, sein Pass in die Mitte landete anschließend auf Umwegen beim brasilianischen Torschützen Oscar.

Begleitet von reichlich Beifall wurde Schürrle in der 79. Minute für Frank Lampard ausgewechselt.

Mit Per Mertesacker und Mesut Özil können Löw und Flick heute gleich zwei ihrer Länderspiel-Kandidaten unter die Lupe nehmen. Lukas Podolski, der Dritte im Bunde bei Arsenal, wird noch mehrere Monate verletzt fehlen.

Bei seinem Debüt im Emirates-Stadion möchte Özil ähnlich überzeugen wie Schürrle. Nicht nur wegen des Bundestrainers, sondern auch um die Kritik von Florentino Perez weiter verstummen zu lassen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel