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Per Mertesacker (M.) hat mit Mesut Özil (r.) und Lukas Podolski zwei Teamkollegen aus der deutschen Nationalelf an seiner Seite bei Arsenal © getty

Im -Interview spricht Per Mertesacker über Mesut Özils gelungenen Einstand bei Arsenal und erklärt, was er dazu beiträgt.

Von Bernd Felden

London - Die Aufmerksamkeit war beim 3:1-Sieg von Arsenal gegen Stoke City eigentlich auf einen anderen Deutschen gerichtet. Aber das stört Per Mertesacker wenig.

Neben Mesut Özil, der bei seinem Heimdebüt im Emirates Stadium an allen drei Treffern beteiligt war, machte auch der lange Innenverteidiger bei seiner Rückkehr nach einer Virusinfektion eine gute Partie. (BERICHT: London huldigt Özil)

Mertesacker, an diesem Tag Kapitän, stand in der 36. Minute bei einer Özil-Ecke richtig und traf unter den Augen von Bundestrainer Löw per Kopf zum 2:1 für die Gunners.

Kurz zuvor hatte Mertesacker beim 1:1 für Stoke unglücklich ausgesehen als er seinen Bremer Ex-Kollegen Marko Arnautovic laufen ließ und der mit seinem Pfostenschuss den Nachschuss zum Ausgleich einleitete.

Nach dem Spiel hat sich der Nationalspieler im SPORT1-Interview zu seiner Leistung, die Eingewöhnungszeit von Mesut Özil und den Stellenwert im DFB-Team geäußert.

SPORT1: Herr Mertesacker, nur eine Momentaufnahme, aber nach fünf Spieltagen Tabellenführer war Arsenal schon seit fünf Jahren nicht mehr?

Per Mertesacker: Ich habe ehrlich gesagt die Tabellensituation nicht im Kopf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle). Wir wollten einen guten Start hinlegen und wollen uns für die Champions League qualifizieren. Und nach dem ersten Spieltag hatte wohl keiner gedacht, dass wir noch so aus den Startlöchern kommen. Von daher sind wir schon sehr froh, dass wir aus den darauffolgenden vier Spielen 12 Punkte geholt haben. Dass dies für die Tabellenspitze reicht, ist aber auch nicht normal.

SPORT1: Wie ordnen Sie den 3:1-Sieg gegen Stoke City ein?

Mertesacker: Es war nicht einfach. Ich glaube schon, man hat über 90 Minuten gesehen, dass wir gewillt waren, aber nicht alles funktioniert hat. Es zeichnet uns diese Saison aus, dass wir auch solche Spiele am Ende dann gut verteidigen oder zumindest dem Gegner auch zu Hause mal mehr Ballbesitz überlassen, aber nicht zu viel zulassen. Und wenn wir dann durch Standardsituation führen, dann ist das ein anderes Arsenal. Aber wir sind erfolgreich und das zählt im Endeffekt.

SPORT1: Nach dem 1:0 sind Sie erst mal demonstrativ zum Vorbereiter Mesut Özil und erst danach zum Torschützen gelaufen?

Mertesacker: Naja, wenn der eine wegläuft und der andere ist näher dran, dann ist es auch einfacher den Mesut auch mit ins Boot zu nehmen. Wir sind eine gute Mannschaft. Und da brauchen wir jeden. Und ich glaube auch, dass heute jeder seinen Beitrag zum Großen und Ganzen geleistet hat. Es ist natürlich klar, dass wir uns jetzt schon länger kennen. Mesut soll keine lange Eingewöhnungszeit brauchen und er ist wichtig und das soll er in jedem Moment auch spüren.

SPORT1: Mesut Özil war an allen drei Toren beteiligt. Da kann man von Eingewöhnungszeit nicht wirklich reden.

Mertesacker: Na klar, es ging jetzt alles sehr fix für Ihn. Er ist ein guter Spieler und das zeichnet ihn dann aus, dass er sofort da ist. Wir tun auch viel dafür, dass er sich echt wohlfühlt. Dass er auch schnell drin ist und es mit den Absprachen gut läuft. Man sieht ja auch, dass wir uns schon länger kennen und ich auch die eine oder andere Ecke von ihm schon aus Bremer Zeiten und der Nationalmannschaft kenne. Dass das dann schon so gut funktioniert in einer deutschen Kombo setzt dem Ganzen die Krone auf. Wie weit das reichen wird, bleibt noch abzuwarten.

SPORT1: Was sagen Sie zu Ihrer eigenen Leistung vor den Augen von Jogi Löw?

Mertesacker: Ich kommentiere das nicht mehr groß. Es wird immer so viel über Leistung und Nichtleistung geschrieben. Ich habe mir hier einen kleinen Stellenwert erarbeitet und den werde ich weiterhin versuchen bestmöglich zu verteidigen. Er wird auch immer mit vielen Händen eingerissen, was man sich aufgebaut hat. Ich halte mich da zurück und versuche meinen Teil dazu beizutragen, mit Arsenal erfolgreich zu sein. Alles andere werden sowieso wieder andere beurteilen. Wichtig ist nur, dass mir der Trainer hundertprozentig vertraut und da mache ich mir bei Wenger und Löw überhaupt keine Gedanken.

SPORT1: Und was sagen Sie zur Leistungen des jungen Serge Gnabry?

Mertesacker: Wenn ein junger Spieler so unverhofft reinkommt, dann ist normalerweise der Adrenalinstoß erst mal da. Dann so ballsicher zu sein und sich so mutig einzufügen, da gehört schon einiges dazu. Ohne Ihn da zu sehr hochzuloben. Er ist jetzt froh, das er einen Einsatz hat und darauf kann er langsam aufbauen. Aber wie gesagt, das soll alles langsam passieren. Es ist wichtig, dass er die nächsten zwei bis drei Jahre bei uns trainiert und immer wieder mal einen Einsatz bekommt. Aber wenn alle fit sind, dann ist es natürlich klar, dass es für eine jungen Spieler dann sehr schwer wird.

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