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Hat er oder hat er nicht? Cesc Fabregas (2.v.r.) soll Brian Horton (2.v.l.) angespuckt haben © getty

Im FA-Cup haben die "Gunners" mit Hull City große Mühe. Die Gäste fühlen sich nicht nur benachteiligt, sondern auch angespuckt.

Von Tobias Schneider

München - Schiri-Schelte, Spuck-Attacke und ein verweigerter Handschlag:

Im Viertelfinale des FA-Cups zwischen dem FC Arsenal und Hull City kochten die Emotionen nach Spielende so richtig hoch.

Mühevoll hatten sich die "Gunners" mit 2:1 gegen den Aufsteiger durchgesetzt (DATENCENTER: Ergebnisse).

Nun kommt es im Halbfinale zum Londoner Derby mit Michael Ballack und dem FC Chelsea.

Brown wettert gegen Schiedsrichter

Hull-Teamchef Phil Brown schimpfte nach dem Schlusspfiff wie ein Rohrspatz, attackierte Schiedsrichter und den Gegner. Was war passiert?

Im Emirates-Stadium sah der Aufsteiger aus Hull nach einem Treffer von Nick Barmby (12.) lange Zeit wie der Sieger aus.

Erst markierte aber Robin van Persie den Ausgleich (74.), dann drehte William Gallas in der 84. Minute die Partie mit einem Kopfball-Tor zugunsten der Gastgeber.

Doch gerade der Treffer zum 2:1 brachte Brown auf die Palme: Beim Kopfball hat sich Gallas deutlich im Abseits befunden, der fällige Pfiffe blieb aber aus.

"Wir wurden nicht von Arsenal, sondern vom Schieds- und Linienrichter geschlagen", wetterte der 49-Jährige in Richtung des Unparteiischen-Gespanns um Mike Riley.

Doch damit noch lange nicht genug.

Spuckattacke von Fabregas?

In Rage brachte Brown die angeblich feuchte Aussprache des verletzten Arsenal-Kapitäns Cesc Fabregas nach Spielende gegenüber Hulls Co-Trainer Brian Horton.

"Ich habe beobachtet, wie er meinem Assistenten vor die Füße gespuckt hat. Er ist Arsenals Kapitän, hoffentlich ist er stolz auf sich", lederte Brown los.

Und weiter: "Diese Aktion zeigt, was Arsenal für ein Klub ist."

Fabregas dementiert

Der vermeintliche Übeltäter wäscht dagegen seine Hände in Unschuld:

"Auf dem Rasen habe ich soetwas in meiner ganzen Karriere noch nie getan. Warum sollte ich es tun, wenn ich nicht einmal spiele?", rechtfertigte sich der spanische Spielmacher und hatte gleich ein passendes Argument für Browns Ausraster parat:

"Ich kann den Frust verstehen, wenn man ein Spiel durch einen strittigen Treffer verliert - das ist mir selbst sehr häufig passiert. Es ist aber weder meine Schuld, noch die eines anderen Arsenal-Spielers."

Arsene Wenger, Coach der "Gunners", wollte den Vorfall nicht detaillierter kommentieren: "Es tut mir leid, aber ich kann nichts dazu sagen, weil ich nichts gesehen habe", so der Franzose.

Briant Horton, das vermeintliche Spuckopfer, will die Angelegenheit allerdings nicht auf sich beruhen lassen und sich in Absprache mit englischen Trainerverband weitere Schritte einleiten.

Fehde zwischen Brown und Wenger

Nicht nur zwischen Brown und Fabregas, auch zwischen beiden Trainer bestand untereinander eine Menge Zündstoff.

Brown beklagte sich nämlich auch, dass Wenger nach Schlusspfiff den obligatorischen Handschlag verweigert habe.

Der Arsenal-Coach bewertete die Situation naturgemäß anders: "Ich habe auf ihn im Tunnel gewartet, aber er kam nicht. Ich schüttele ihm auch jetzt noch gerne die Hand."

Duell mit Chelsea

Im Halbfinale am 18. April kommt es nun zum großen Stadtderby zwischen den "Gunners" und dem FC Chelsea. Michael Ballack wird sicherlich auf einen Einsatz brennen - schließlich wartet der 32-Jährige noch auf einen großen Titel mit Chelsea.

In der ersten Saison des DFB-Kapitäns 2006/2007 triumphierten die Blues zwar im FA-Cup, Ballack konnte verletzungsbedingt aber nicht auflaufen.

Übrigens: Das Finale damals lautete Chelsea gegen Manchester United. Eine Paarung, die auch diesmal möglich ist, denn ManUnited empfängt im zweiten Halbfinale den FC Everton.

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