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Steven Gerrard (l.) und Fernando Torres sind Liverpools erfolgreichste Torschützen © getty

Liverpool ist nach drei Siegen in Folge bis auf einen Punkt an Manchester herangerückt. Sport1.de nennt Gründe für den Aufschung.

Von Thorsten Mesch

München - Uli Hoeneß hat vor nichts und niemandem Angst.

Doch vor dem FC Liverpool hat der Manager des FC Bayern zumindest großen Respekt.

"Eigentlich ist es mir egal, aber Liverpool muss es nicht gerade sein", sagte Hoeneß vor der Auslosung der Viertelfinal-Spiele in der Champions League. "Die sind im Moment sehr, sehr stark und haben einen Lauf."

In der Champions League schalteten die Reds im Achtelfinale Real Madrid (1:0, 4:0) aus, in der Premier League ließen sie dem 4:1 im Spitzenspiel bei Manchester United einen ebenso beeindruckenden 5:0-Sieg gegen Aston Villa, immerhin Anwärter auf einen Platz in der Champions League, folgen.

Druck auf Manchester

Innerhalb einer Woche hat Liverpool den Rückstand auf Tabellenführer Manchester von sieben auf einen Punkt reduziert.

"Es ist wichtig, dass wir jetzt dranbleiben und den Druck auf sie hoch halten", sagt Steven Gerrard.

"Manchester ist in der Lage, alle restlichen Spiele zu gewinnen. Wir müssen uns auf unsere Aufgaben konzentrieren und weiter gewinnen. Wenn sie sich einen Fehler leisten, müssen wir zur Stelle sein", betont der Kapitän.

"Momentum" spricht für die Reds

"United hat jetzt gemerkt, dass sie um die Meisterschaft kämpfen müssen", meint Abwehrstar Jamie Carragher.

Zwar hat Manchester noch ein Nachholspiel gegen Portsmouth in der Hinterhand, aber die Reds sind dran ? und haben das oft zitierte "Momentum" auf ihrer Seite.

Manchester verlor am Wochenende 0:2 beim FC Fulham und kassierte die zweite Niederlage hintereinander. Liverpool feierte drei Siege in Folge bei einem Torverhältnis von 11:1.

Gerrard der Goalgetter

Einer der Hauptgründe für den Aufschwung ist, dass Gerrard und Fernando Torres, die beide längere Verletzungspausen hinter sich haben, endlich wieder gemeinsam auflaufen können.

Der Mittelfeldspieler und der Stürmer verstehen sich blind. Und wenn Torres nicht trifft, ist Gerrard zur Stelle, wie gegen Aston Villa, als er gleich drei Tore erzielte.

Mit 13 Treffern liegt Gerrard in der Torschützenliste der Premier League hinter Chelseas Nicolas Anelka (15) und gleichauf mit Manchesters Cristiano Ronaldo auf Platz zwei. In der Champions League führt er mit sieben Toren gemeinsam mit Miroslav Klose vom FC Bayern.

Mannschaft in allen teilen gefestigt

Im Sturm kann Trainer Rafa Benitez neben Torres (neun Liga-Tore) noch auf Dirk Kuyt (acht) zählen.

Im Mittelfeld spielen Xabi Alonso und Javier Mascherano eine sehr souveräne Saison, und in der Abwehr hat sich Fabio Aurelio neben den festen Größen wie Carragher, Sami Hyypiä und Martin Skrtel etabliert.

Benitez verlängert Vertrag

Durch die Vertragsverlängerung von Benitez, der nun bis 2014 an den englischen Rekordmeister gebunden ist, ist eine nervige Baustelle verschwunden, die Weichen für die Zukunft sind gestellt. "Mein Herz hängt an Liverpool, daher bin ich glücklich über den neuen Vertrag", freute sich der Spanier.

Die Mannschaft hat sich gefestigt und strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Doch das war nicht immer so.

"Schwächephase im Januar"

Gerade gegen vermeintlich leichte Gegner tat sich Liverpool schwer, spielte zu Hause gegen Stoke, Fulham, West Ham und Hull nur remis.

Im Januar mussten die Reds nach Unentschieden in Stoke, gegen Everton und in Wigan die Tabellenführung an den Erzrivalen aus Manchester abgeben. Doch nun haben sie in die Erfolgsspur zurückgefunden.

"Wir sind reifer geworden"

"Wir sind reifer geworden", sagt Carragher. "Wir sind sehr stark in die Saison gestartet, aber an der Spitze zu stehen, war für uns ungewohnt. Vielleicht haben wir nicht gewusst, wie wir mit der Situation umgehen sollen", glaubt der Verteidiger.

"Wir haben noch acht Spiele. Und jedes einzelne müssen wir angehen, als wäre es ein Pokalfinale", sagt Benitez, der 2005 mit Liverpool die Champions League gewann.

Mögliches Halbfinale gegen Bayern

Dort trifft er im Viertelfinale mit seiner Mannschaft auf den FC Chelsea.

Gegen die Londoner gewann Liverpool in der Premier League beide Spiele, wie übrigens auch gegen ManUnited.

Der FC Bayern erwischte in der europäischen Eliteliga mit dem FC Barcelona am vergangenen Freitag dann doch einen dicken Brocken, aber Liverpool blieb dem deutschen Rekordmeister erspart. Zumindest vorerst.

Sollten sich die Bayern gegen Barcelona und Liverpool gegen Chelsea durchsetzen, hieße das Halbfinale: die Roten gegen die Reds. Doch damit könnte Uli Hoeneß dann sicher leben.

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