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"I can't believe it. I can't believe it. Football. Bloody hell." Zu Deutsch: "Ich kann es nicht glauben, ich kann es nicht glauben! Fußball,  verdammte Hölle!" (nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Bayern in  Barcelona)
Alex Ferguson (M.) ist seit 1986 Trainer von Manchester United © getty

Manchesters Coach gibt die Schuld für die Pleite im FA-Cup gegen Everton dem Referee. Angeblich plant er bereits die Zukunft.

Manchester/London - Als der Traum vom historischen Fünffach-Triumph für Englands Meister Manchester United geplatzt war, wurde Sir Alex Ferguson zur Furie und richtete seinen Frust gegen Schiedsrichter Mike Riley.

"Vorher hieß es, der Referee sei ein Fan von uns. Man hat gesehen, was für ein Schwachsinn dieses Gerede ist. Fakt ist, dass er uns einen Foulelfmeter verweigert hat", schimpfte Ferguson.

Für weitere Unruhe beim Champions-League-Sieger sorgen zudem die anhaltenden Wechselgerüchte um Cristiano Ronaldo.

Ronaldo angeblich im Sommer zu Real

So will die "News of the World" aus Vereinskreisen erfahren haben, dass der Abgang des Weltfußballers zu Real Madrid bereits feststehe.

Die hohen Einnahmen aus einem Transfer nach Spanien will United angeblich aber sofort reinvestieren und für 78 Millionen Euro sowohl Milans Superstar Kaka als auch Bayern-Ass Franck Ribery verpflichten.

Allerdings erklärte Kaka beinahe zeitgleich, dass er noch "eine lange Zeit" beim AC Mailand bleiben wolle.

Und Ribery, der einen Vertrag bis 2011 besitzt, haben die Bayern-Bosse mehrfach für unverkäuflich erklärt.

Frust über den Schiedsrichter

Ferguson selber äußerte sich erwartungsgemäß nicht zu den Spekulationen, sondern ließ wortreich seinen Frust an der Pleite im FA-Cup-Halbfinale (2:4 im Elfmeterschießen) gegen den FC Everton raus.

Der Teammanager erzürnte sich an einer Szene in der zweiten Halbzeit, als Danny Welbeck vom späteren Elfmeter-Helden Phil Jagielka im Strafraum zu Fall gebracht worden war - ein Pfiff von Riley aber ausblieb.

"Ich denke, dass der Unparteiische in diesem Moment die ganzen Gerüchte im Vorfeld im Kopf gehabt hat", sagte Ferguson.

Auf acht Positionen verändert

Der 67-Jährige verteidigte zugleich seine Maßnahme, auf eine B-Elf gesetzt zu haben.

"Die Belastung für die Spieler ist groß, und wir sind ein Klub, der auch eine Verantwortung gegenüber den jüngeren, motivierten Profis hat", erklärte Ferguson.

Der Schotte hatte Stars wie Cristiano Ronaldo eine Ruhepause verordnet und seine Startelf im Vergleich zum 1:0 im Viertelfinale der Champions League beim FC Porto auf acht Positionen verändert.

Wembley-Rasen "schwammig und tot"

Neben den zahlreichen Pflichtspielen war aber vor allem der schlechte Zustand des Rasens im Wembley-Stadion verantwortlich für Fergusons Maßnahme.

"Er sah schwammig und tot aus und ich hatte den Eindruck, dass schnelles Spiele darauf schiwerig sein würde", meinte er.

"Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, auf die jüngeren Spieler zu setzen. Es war die richtige Entscheidung, die Jungs haben nicht enttäuscht."

Auch Arsenals Coach Arsene Wenger hatte den Untergrund im vor zwei Jahren erbauten Fußball-Tempel nach der Niederlage im anderen Halbfinale gegen Chelsea kritisiert.

Der Druck steigt

Durch die Pleite im ältesten Fußball-Wettbewerb ist der Druck auf Manchester gewachsen.

Denn am Dienstag und Mittwoch droht den Red Devils der Verlust der Tabellenführung in der Premier League.

Mit einem Sieg am Dienstag gegen Arsenal könnte der FC Liverpool an ManUnited vorbeiziehen.

Manchester gastiert Mittwoch bei Wigan Athletic. Der FC Chelsea, der mit Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack in Lauerstellung liegt, empfängt Überraschungs-Finalist Everton.

Letzter Everton-Titel vor 14 Jahren

Bei Everton war neben Torhüter Tim Howard, der die Elfmeter des Ex-Leverkuseners Dimitar Berbatow und von Rio Ferdinand parierte, Jagielka zum Helden wider Willen geworden.

"Ich wollte eigentlich nicht schießen, weil ich in der vergangenen Saison gegen den AC Florenz einen Elfmeter verschossen hatte", erklärte der Verteidiger, der im entscheidenden Augenblick diesmal aber die Nerven behielt.

Für die Toffees, die im Endspiel am 30. Mai in Wembley auf die Blues des FC Chelsea treffen, war es der 13. Finaleinzug.

Den letzten Titel holte Everton vor 14 Jahren - ebenfalls im FA-Cup.

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