Er bewarf Jugend-Fußballer mit Dartpfeilen und sammelte mit seinem Maserati in Manchester Unmengen von Strafzetteln - nun sorgt Mario Balotelli mal wieder in seiner Heimat Italien für Aufregung.

Der Starstürmer von Manchester City soll einem Polizeibericht zufolge im vergangenen Jahr mit zwei Bossen der Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, durch Neapels Drogenviertel Scampia spaziert sein und sich anschließend zum Erinnerungsfoto mit den Paten Salvatore Silvestri und Biagio Esposito aufgestellt haben.

"Balotelli hielt sich in Neapel zu einer Preisverleihung auf und und bat darum, die berühmten Stellen kennenzulernen, wo in Scampia Drogen verkauft werden", heißt es in dem Polizeibericht.

Um den Wunsch des Nationalspielers zu erfüllen, "zeigten ihm die Dealer, wie der tägliche Drogenverkauf abläuft."

Der Fall löste in Italien heftige Debatten aus.

"Wir kämpfen seit Jahren, um der Jugend in den schwierigen Vierteln Neapels eine Zukunft zu geben. Man sollte die Kriminalität auf keine Weise verherrlichen", sagte der neapolitanische Priester Aniello Manganiello, seit Jahren ein Vorkämpfer gegen die Mafia.

Balotelli, so sagt er, wusste von nichts. "Ich wollte nur ein Viertel besuchen, über das man wegen der Kriminalität viel spricht. Ich wusste nicht, dass ich es mit Mafiosi zu tun hatte", sagte "Super Mario".

Balotellis Manager Mino Raiola erklärte, es sei absurd, Balotelli Kumpanei mit der Mafia vorzuwerfen.

"Wenn Mario in Scampia war, war es deshalb, weil er neugierig war, diesen traurigerweise so berühmten Ort zu sehen, und er wusste sicher nicht, dass seine Begleiter in Verbindung zur Mafia standen", sagte Raiola. "In der Welt des Fußballs bewegen sich viele Leute, und es ist unmöglich zu wissen, wen man so alles trifft".

Der hitzköpfige Angreifer ist nicht der einzige Fußballer, der in Italien wegen Bekanntschaften mit Mafiosi in Schwierigkeiten gerät.

In den 80er Jahren war Diego Armando Maradona in seiner Zeit beim SSC Neapel mit zwei prominenten Camorra-Bossen fotografiert worden. Der Superstar musste sich deshalb vor der Polizei rechtfertigen.

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