Der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger erlebt die Krawalle in England derzeit hautnah mit.

"Die Stimmung ist besorgt, denn die Polizei bekommt die Lage derzeit nicht in den Griff, was in London einige wundert. Angst spüre ich selbst keine", sagte der 29-Jährige, der in London lebt, der "Zeit".

Zuletzt hatte Hitzlsperger, derzeit auf Vereinssuche, bei Premier-League-Absteiger West Ham United im Osten der englischen Hauptstadt gespielt.

Hitzlsperger berichtete detailliert über seine Beobachtungen. "Menschen versammeln sich, zerstören Geschäfte, zünden Häuser und Autos an, rauben Supermärkte aus, schlagen Fenster ein, legen sich mit der Polizei an", erzählte er.

Von den ersten Ausschreitungen erfahren habe er am Sonntag im Internet, "inzwischen erlebe ich das alles sehr nah".

Wie nah, darüber berichtete der Mittelfeldspieler so: "Am Montag gab es keine Meile von meiner Wohnung entfernt Krawalle. Ich lebe an der Grenze zu Hackney im Nordosten Londons."

Die Krawalle seien ganz nah: "Ich hab mich mit meinem Nachbarn darüber unterhalten, dass wir nur unsere Straße hochgehen müssten - dann könnten wir sie schon sehen. Kurze Zeit später war ich im Fitnessstudio und habe während dem Training alles live am Fernseher mitverfolgt, was in der Nachbarschaft passiert. Das war schon bizarr."

Auch über mögliche Ursachen für die Wut der meist jugendlichen Randalierer äußerte sich Hitzlsperger.

"Die drastischen Sparmaßnahmen der Regierung spielen womöglich eine Rolle. (...) Der Frust ist deutlich spürbar, viele haben keine Arbeit und kein Geld", sagte er, und betonte:

"Dass es derartige soziale Unterschiede gibt, ist nicht neu. Aber das ist keine Rechtfertigung dafür, auf Polizisten loszugehen, Eigentum anderer zu beschädigen oder Geschäfte zu plündern."

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