Chelsea bietet 80 Millionen für Kaka
Von Matthias Becker
München - Neue Wendung im Transfer-Poker um den ehemaligen Weltfußballer Kaka.
Während spanische Medien am Dienstagabend den Wechsel des Mittelfeldspielers vom AC Mailand zu Real Madrid als perfekt vermeldet hatten, gerät der Transfer nun wieder ins Wanken.
Nach übereinstimmenden Medienberichten bietet der FC Chelsea für den Brasilianer die Rekordablöse von 80 Millionen Euro. Zudem soll der 27-Jährige beim Klub von Milliardär Roman Abramowitsch 16 Millionen Euro pro Jahr verdienen.
Abramowitsch soll vor allem Kakas Vater und Berater Bosco Leite umgarnen und diesem eine Provision von zwölf Millionen Euro angeboten haben.
Ancelotti als "Joker" für Chelsea?
Für Kakas Entscheidung könnte allerdings noch ein ganz anderer Faktor ausschlaggebend sein.
Erst am Wochenende hatten die Blues schließlich Trainer Carlo Ancelotti von Mailand an die Stamford Bridge gelotst. Er ist der Coach, der Kaka in die Weltspitze führte.
"Ancelotti hat mir das Tor zur Welt aufgestoßen" sagt Kaka über seinen Mentor. Gut möglich also, dass er diesem auch nach London folgen würde.
Möglicher Rückschlag für Perez
Damit würde er allerdings das ambitionierte Projekt des neuen Real-Präsidenten Florentino Perez erheblich gefährden.
Die Verpflichtung Kakas sollte das Antrittsgeschenk jenes Präsidenten sein, der In seiner ersten Amtszeit von 2000 bis 2006 Zinedine Zidane und weitere Weltstars wie Luis Figo, David Beckham oder Ronaldo in die spanische Hauptstadt geholt hatte und als Architekt der "Galacticos" galt. (DIASHOW: Die teuersten Transfers der Fußball-Geschichte)
Real gewann 2000 und 2002 die Champions League.
Der Wechsel Zidanes für 76 Millionen Euro von Juventus Turin nach Madrid ist weiterhin der teuerste der Fußballgeschichte.
Angst vor Preistreiberei
Diesem Spitzenwert will sich Perez mit der Kaka-Verpflichtung annähern. Der Wechsel des brasilianischen Regisseurs für die avisierten 64,5 Millionen Euro wäre der zweitteuerste der Geschichte. Zudem soll Kaka einen Fünfjahresvertrag erhalten, der ihm ein Jahresgehalt von 9 Millionen Euro einbringen soll.
Das Angebot aus London könnte diese Vereinbarungen aber hinfällig machen. Im Umfeld von Real wird vor allem befürchtet, dass durch den Einstieg Chelseas der Preis für einen Transfer Kakas in die Höhe getrieben wird.
Dadurch könnten finanzielle Mittel für die ebenfalls im Raum stehende Verpflichtung von Weltfußballer Cristiano Ronaldo wegfallen.
Perez hatte angekündigt, 300 Millionen Euro in eine neue Real-Mannschaft stecken zu wollen. Bis September will er neben Kaka sechs weitere Spieler verpflichten und zehn Akteure abgeben.
"Sie haben ihm einfach so viel Geld geboten"
In Mailand glaubt derweil offensichtlich niemand mehr an einen Verbleib Kakas. Eigentümer Silvio Berlusconi gab bereits deutliche Hinweise auf einen möglichen Abschied.
"Ich glaube nicht, dass wir Kaka halten können", sagte Berlusconi der italienischen Nachrichtenagentur "Ansa": "Sie haben ihm einfach so viel Geld geboten."
Auch Mailands Rekordspieler Paolo Maldini hatte einen Abschied seines eheamligen Mitspielers vorhergesehen. "Ich glaube nicht, dass er in Mailand bleibt."
Nicht zu ManCity trotz der doppelten Ablösesumme
Bereits im vergangenen Winter hatten die Verhandlungen wegen eines möglichen Wechsels von Kaka zu Manchester City die Fans in Atem gehalten.
Milan war offenbar auch bereit, Kaka für die gebotene Ablöse in Höhe von 125 Millionen Euro ziehen zu lassen, doch der Nationalspieler lehnte die Offerte trotz eines gebotenen Jahresgehalts von 15 Millionen Euro ab.
Vielleicht führt in sein Weg aber jetzt doch noch auf die Insel.
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