Glanz mit Schatten: Böse Gerüchte um Sahin
Von Daniel Rathjen
München - Er spielte auf seiner Position im defensiven Mittelfeld.
Dort, wo Nuri Sahin am stärksten ist und von wo aus er Borussia Dortmund zum Meistertitel geführt hat.
Doch momentan ist er verletzt.
Real Madrids 6:0-Gala bei Real Saragossa ( Spielbericht) verfolgte der Neuzugang aus Dortmund nur als Zuschauer und sah dabei auch wie Fabio Coentrao überzeugte (DATENCENTER: Primera Division).
Seit April schmerzt Sahin das Knie, vor kurzem erlitt er im Training einen Rückschlag und fällt nun noch mindestens drei weitere Wochen aus.
War das sogar gewollt? In Spanien kursieren Gerüchte, wonach Trainer Jose Mourinho den 22-Jährigen absichtlich verheize.
Die renommierte Zeitung "El Pais" legt in ihrer Sonntagsausgabe einen bösen Verdacht nahe: "Mou" setze Sahin außer Gefecht, um Coentrao zu stärken.
Der Coach befindet sich, was seinen Landsmann angeht, in einer Zwickmühle.
Wohin mit Coentrao?
Auch der FC Bayern wollte den dynamischen Linksverteidiger unbedingt haben, doch Real bekam ihn letztlich für eine Ablösesumme von stolzen 30 Millionen Euro von Benfica Lissabon.
Auf Madrids linker Seite sind allerdings Marcelo und Cristiano Ronaldo gesetzt. Für Coentrao ist derzeit nur Platz auf der "Sechs".
Dämpfer für Sahin
Nun heißt es, dass sich Mourinho vergangene Woche über die Empfehlung der medizinischen Abteilung hinwegsetzte und Sahin mit der Mannschaft trainieren ließ, obwohl dessen Knie diese Belastung noch nicht aushielt.
Aus einer leichten Bänderdehnung wurde eine schwere, wie Real verkündete.
"El Pais" schreibt: "Die Ärzte warnten Mourinho, dass sich die Verletzung verschlimmern würde, wenn er Sahin normal, mit dem Rest des Kaders trainieren lasse. Allen war das klar. Den Physiotherapeuten, den Reha-Trainern, die mit dem türkischen Fußballer zusammenarbeiten."
Ein pikantes Detail: Mourinho und Coentrao haben mit Jorge Mendes (berät zudem Ronaldo, Pepe, Carvalho und Di Maria) den gleichen Agenten.
Sahin wie einen Gesunden zu behandeln, war fahrlässig von Mourinho. Kaum vorstellbar, dass dem akribischen Portugiesen solch ein Fehler unterläuft.
Tadellos gegen Saragossa
Gegen Saragossa überließ er jedenfalls nichts dem Zufall und bläute seinen Männern "volle Konzentration über 90 Minuten ein".
Und die "Königlichen" befolgten seine Anweisungen und schossen beim 6:0 stolze 39 Mal auf der gegnerische Gehäuse, was "The Special One" mit Lob quittierte.
"Wir haben das Spiel sehr ernst genommen, sind nicht eingebrochen, sondern haben immer weiter gemacht", resümierte Mourinho, der neben Sahin ebenfalls auf die Verletzten Sami Khedira und Hamit Altintop verzichten musste.
Nach dem Wirbel um den "Scandalico" und Mourinhos Ausraster war der Kantersieg auch ein Schub fürs Selbstvertrauen.
Auf dem Feld herrschte jedenfalls Harmonie, gerade auch weil Mesut Özil einen Sahnetag erwischte und durch Spielintelligenz und schöne Pässe bestach.
"Özil - unübertrefflich"
"Özil war unübertrefflich", schrieb die "Marca". Für die "AS" war der Deutsch-Türke der "Spieler, der auf dem Platz mehr sieht als alle anderen".
Neben den Torschützen Marcelo, Xabi Alonso und Kaka überragte Cristiano Ronaldo, der alles daran zu setzen scheint, seine Tormarke von 41 Ligatreffern aus der letzten Saison zu übertreffen.
Nach seinem neunten Hattrick als Real-Profi zollte er seinen Kollegen Respekt: "Ich muss mich bei dem Team bedanken, wir gewinnen als Mannschaft. Alle sind wichtig."
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