Schuster: Nie Glücksgefühle bei Real
Von Martin van de Flierdt
München – Am 9. Dezember 2008 endete die Ära Bernd Schuster bei Real Madrid.
Seither war vom "Blonden Engel" in der Öffentlichkeit nichts mehr zu hören.
Zum Jahreswechsel sprach der Trainer beim spanischen TV-Sender "Digital+" nun erstmals über seine Zeit bei den "Königlichen" und die Auswirkungen seiner Entlassung.
"Natürlich gibt es für mich ein Leben nach Real", meinte Schuster. "Ich habe wunderbare Weihnachtstage verlebt. Und zu wissen, dass anschließend nicht wieder großen Druck aushalten muss, hat das Fest noch schöner gemacht."
Kein leichtes Leben bei Real
Bei Real sei sowohl der Umgang mit den Spielern als auch mit der Presse schwierig gewesen.
"Da darfst du die Dinge nie schleifen lassen", meinte Schuster, für den bei den Königlichen Trainer Juande Ramos übernommen hat. (Trainerporträt)
"Wenn du mit Real gewinnst, bleibt als Folge lediglich Entspannung, weil du das Ergebnis erreicht hast, das fast immer Pflicht ist. Ein Glücksgefühl gibt es dagegen nicht."
Auch im Nachhinein betrachtet hätte er nichts anders gemacht als Trainer des spanischen Rekordmeisters, der am Sonntag (17 Uhr LIVESCORES ) Villarreal CF erwartet und zudem wegen peinlichen Transfer-Panne der Neuzugänge Klaas-Jan Huntelaar und Lassana Diarra unter besonderer Beobachtung steht. (Wenig Hoffnung für die "Meister des Pfuschs")
Klare Linie vorgegeben
"Ich habe die Dinge getan, die ich für richtig gehalten habe, auch wenn manche einiges nicht nachvollziehen konnten", erklärte der 49-Jährige.
"Man muss eine klare Linie vorgeben: Wie soll die Mannschaft auftreten? Wie behandelt man die Leute? Wie handhabt man die Dinge abseits des Rasens? Das habe ich so gemacht, wie ich eben bin."
Es sei keineswegs so, dass er nun gelangweilt zu Hause auf dem Sofa sitze. Stattdessen richtet sich der Blick des Europameisters schon wieder nach vorne.
Keine lange Pause
"Ich bin sicher, dass ich vom kommenden Sommer an wieder irgendwo auf der Bank sitzen werde", sagte der Europameister von 1980. "Ob das in Spanien sein wird oder es mich ein oder zwei Jahre ins Ausland verschlagen wird, weiß ich noch nicht."
Unlängst hatte der Ex-Kölner auch mehrfach sein Interesse an einem Comeback in der Bundesliga bekräftigt.
Verändert hat ihn das Engagement bei Real seiner Ansicht nach nicht. "Man lernt zwar dazu", gab Schuster zu. "Aber ich bin immer noch der typische Deutsche, den man in Spanien schon so viele Jahre kennt. Warum sollte ich mich ändern?"
Eishockey-Fan kommentiert NHL
Kurioserweise vorübergehend gewechselt hat Schuster indes dei Sportart: Der 49-Jährige, der als großer Eishockey-Fan gilt (Kölner EC), kommentiert für das spanische Fernsehen Spiele der nordamerikanischen Profiliga NHL.
Über sein Ende bei Real sprach der "Don Bernardo" nun in den Drittelpausen der Partie Chicago gegen Detroit (4:6).
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