Sahin zwischen Ausleihe und Durchbruch
Von Tobias Wiltschek
München - Bisher hat sich Real Madrid auf dem Transfermarkt auffällig zurückgehalten.
Der erste namhafte Zugang könnte aber schon bald verkündet werden.
Schon seit Wochen steht Spaniens Rekordmeister und amtierender Titelträger offenbar in aussichtsreichen Verhandlungen mit dem kroatischen Nationalspieler Luka Modric (DIASHOW: Transfermarkt international) .
Sollte der begnadete Mittelfeldtechniker tatsächlich von Tottenham Hotspur losgeeist werden können, müsste wohl ein anderer Spieler für ihn weichen.
Modric für Sahin?
Rund um das Bernabeu-Stadion verdichten sich die Anzeichen dafür, dass es in diesem Fall Nuri Sahin treffen würde.
Nach einem Bericht der für gewöhnlich gut über Real informierten der Sportzeitung "Marca" macht man sich in den Büros der Madrider Verantwortlichen ernsthaft darüber Gedanken, den Deutsch-Türken abzugeben.
Allerdings soll Sahin nicht verkauft, sondern ausgeliehen werden.
Denn Trainer Jose Mourinho hält nach wie vor große Stücke auf den ehemaligen Dortmunder, hat aber schon ohne Modric bei dem Überangebot an Mittelfeldspielern keine Verwendung für den 23-Jährigen.
Stars in der Zentrale
Schließlich tummeln sich bei den Madrilenen in der Zentrale Stars wie Spaniens Welt- und Europameister Xabi Alonso, DFB-Ass Sami Khedira und der Franzose Lass Diarra sowie Reals Eigengewächs Esteban Granero.
An Interessenten für Sahin mangelt es offensichtlich nicht. Neben dem FC Malaga, der schon vor einiger Zeit Interesse bekundet hatte, sollen sich auch die Spurs um Sahin bemühen.
Die wahrscheinlichste Variante ist daher, dass sich Real mit Tottenham über einen Transfer von Modric einigt und Sahin gleichzeitig nach London ausleiht.
Hohe Erwartungen nicht erfüllt
Sahin war nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Dortmund 2011 für zehn Millionen Euro in die spanische Hauptstadt gewechselt, konnte dort aber die Erwartungen bisher nicht erfüllen.
Insgesamt kam Sahin in seiner Premieren-Saison bei Real nur zu zehn Spielen, davon lief der in der Primera Division ganze vier Mal auf und stand pro Partie nie länger als 45 Minuten auf dem Platz.
Jedoch wurde er auch durch das Verletzungspech zurückgeworfen. Nach seiner schweren Knieverletzung versuchte der türkische Nationalspieler vergeblich, sich in die Mannschaft zu spielen.
Hoffnung auf den Durchbruch
Die Hoffnung auf seinen Durchbruch bei den "Königlichen" hat er aber noch lange nicht aufgegeben.
"Ich habe nicht die Absicht, das Team zu wechseln", erklärte Sahin kürzlich, dessen Vertrag in Madrid noch bis 2017 läuft. "Ich spiele für den besten Klub der Welt. Bei Real zu sein, ist ein Traum für mich."
Und aus diesem Traum lässt er sich offenbar nur ungern herausreißen.
"Ich bin fest davon überzeugt, dass das nächste Jahr meins werden wird. Ich will viele Titel mit Real Madrid gewinnen", kündigte er an. Schon jetzt bereitet sich Sahin mit einem Privattrainer auf die neue Saison vor.
Verkauf kein Thema mehr
Äußerst empfindlich soll er auf das Gerücht reagiert haben, wonach er zunächst an Tottenham verkauft werden sollte. Die Londoner hätten demnach für Modric 30 Millionen Euro plus Sahin als "Zugabe" verlangt.
Von einem Verkauf will man nun auch in Madrid nichts mehr wissen. Dort hoffen sie, dass sich die Spurs auch mit einem geliehenen Sahin bereit erklärten werden und Modric zu Real ziehen lassen.