Schock-Start für Real - Dämpfer für Khedira
Von Tobias Wiltschek
München - Beim frühesten Saisonstart in der Geschichte der Primera Division legte Real Madrid einen Fehlstart hin.
Das magere 1:1 (Bericht) im heimischen Bernabeu-Stadion gegen den FC Valencia hinterließ bei den "Königlichen" einige Fragen.
Warum durfte beispielsweise der defensive Mittelfeldspieler Sami Khedira nicht beweisen, dass es "auf seiner Position keinen Besseren auf der Welt gibt", wie Jose Mouinho kurz vor Saisonbeginn noch behauptete?
Khedira auf der Bank
Der exzentrische Trainer ließ den deutschen Nationalspieler bei 35 Grad die gesamten 90 Minuten buchstäblich auf der Bank schmoren und setzte stattdessen auf den Franzosen Lass Diarra (DIASHOW: Transfermarkt international).
"Lass spielte eine sehr gute Vorbereitung und war etwas besser als der Rest", begründete Mourinho seine Entscheidung kontra Khedira.
Außerdem sei Diarra zuvor nicht für Frankreich gefordert gewesen und habe gut erholt in die Partie gehen können; ganz im Gegensatz zu seinem deutschen Konkurrenten.
"Khedira musste am Mittwoch im Spiel seiner Nationalmannschaft sehr hart arbeiten, weil sein Team schon früh in Unterzahl agierte", erinnerte der Real-Coach an die 1:3-Niederlage der DFB-Elf gegen Argentinien.
Benzema für Diarra
Dass der ehemalige Stuttgarter auch im Verlauf der Partie nicht zum Einsatz kam, lag offensichtlich daran, dass Mourinho aufgrund des Spielstands mehr Risiko gehen musste und nach einer Stunde Karim Benzema für Diarra einwechselte.
Denn das frühe Führungstor von Gonzalo Higuain glichen die Gäste kurz vor der Pause durch Jonas aus - was zu einer weiteren Frage und noch mehr Sorgenfalten führte.
Warum leistete sich der viermalige Welttorhüter Iker Casillas einen groben Patzer, indem er bei einer Flanke aus dem Tor kam und den Ball verfehlte?
Pepe auf der Intensivstation
Bei der Aktion verschuldete der spanische Nationalkeeper nicht nur den Ausgleich, sondern stieß auch noch mit seinem Innenverteidiger Pepe zusammen.
Der Portugiese trug eine Platzwunde am Kopf davon und wurde später nicht nur ausgewechselt, sondern in die Intensivstation des La Paz Krankenhauses gebracht.
Zeitweise wurde ihm sogar ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre gesetzt. Wie gravierend die Verletzung ist und wie lange er ausfällt, ist noch unklar.
Schlechte Kritiken für Özil
Von Pepes Landsmann Cristiano Ronaldo war indes gegen Valencia überhaupt nichts zu sehen, am Superstar lief das Spiel komplett vorbei.
Ebenfalls schlechte Kritiken bekam Mesut Özil. "Er tat nichts für den Spielfluss und zeigte sein grauestes Gesicht", spottete "As" über den deutschen Nationalspieler.
Und "El Mundo" forderte: "Real braucht einen Mittelfeldspieler, der mehr Ideen hat als Özil."
"Den Sieg verdient gehabt"
"Wir hätten den Sieg verdient gehabt, müssen uns aber noch steigern", bilanzierte Mourinho kurz und knapp.
Die Gastgeber hatten zwar die besseren Möglichkeiten, hätten sich aber auch über eine Niederlage nicht beklagen können. Denn Schiedsrichter Delgado Ferreiro erkannte einen regulären Treffer von Roberto Soldado wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht an.
Happy End für Villa
Im Gegensatz zu den Madrilenen befindet sich Erzrivale FC Barcelona bereits in bestechender Frühform.
Bei der 5:1-Gala im Heimspiel gegen Real San Sebastian zelebrierten die Barca-Stars über weite Strecken den von ihnen bekannten Zauber-Fußball und setzten auch unter dem neuen Trainer Tito Villanova ihren Offensivstil fort.
Zum krönenden Abschluss traf der lange verletzte David Villa zum Endstand und sorgte so für das lang ersehnte Happy End seiner achtmonatigen Leidenszeit.
"Von den Ovationen habe ich Gänsehaut bekommen", freute sich der Stürmer, der von einem sehr schönen Tag sprach. Nach seinem Tor zog er sein Trikot aus und posierte mit einem T-Shirt, auf dem er seiner Frau und den Töchtern für deren Unterstützung dankte.
Supercup-Clasico am Donnerstag
Das emotionale Comeback des spanischen Nationalspielers stellte sogar den Doppelpack von Lionel Messi in den Schatten.
Mit dem klaren Auftakterfolg setzten sich die Katalanen nicht nur prompt an die Tabellenspitze, sondern tankten auch Selbstvertrauen für das Hinspiel im spanischen Supercup am Donnerstag.
Dort werden sie im ersten Clasico der Saison auf einen angeschlagenen, aber nicht minder motivierten Gegner aus Madrid treffen.