FIFA-Virus legt Real lahm - Pause für Khedira
Von Tobias Wiltschek
München - Mesut Özil spielte am Dienstag beim historischen 4:4 der DFB-Auswahl gegen Schweden die kompletten 90 Minuten durch.
Er muss also auch die traumatische letzte halbe Stunde verarbeiten, in der das Team von Joachim Löw die 4:0-Führung in unfassbarer Weise noch verspielte.
Dennoch dürfte ihn Reals Trainer Jose Mourinho mit offenen Armen empfangen haben.
Schließlich gehört der 24-Jährige zu den wenigen Akteuren, die von ihren Länderspielen unversehrt nach Madrid zurückgekehrt sind.
Viele andere haben sich verletzt, als sie mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren. In den spanischen Zeitungen ist schon von einem "FIFA-Virus" die Rede, der die halbe Mannschaft der "Königlichen" außer Gefecht setzt.
Khedira wohl nur Ersatz
Davon betroffen ist auch der angeschlagene Mittelfeldspieler Sami Khedira.
Der 25-jährige hatte der deutschen Nationalmannschaft Dienstag im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden wegen einer Muskelverhärtung im linken Oberschenkel gefehlt, wäre aber prinzipiell wieder einsatzbereit.
Mourinho scheut jedoch das Risiko und will nach Berichten spanischer Medien Khedira gegen den Zwölften Celta Vigo (ab 18 Uhr LIVESCORES) schonen, damit er im folgenden Champions-League-Kracher in Dortmund sicher dabei ist.
Für den früheren Stuttgarter soll der Kroate Luka Modric im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen.
Hinten links ist es besonders prekär
Besonders prekär ist bei Real aber die Situation auf der linken Verteidigerposition.
Nach Fabio Coentrao (Muskelzerrung) und Marcelo (Fußbruch) fällt nun auch Alvaro Arbeloa aus.
Der gelernte Rechtsverteidiger war bereits als Ersatz auf der anderen Seite vorgesehen, ehe er sich im WM-Qualifikationsspiel der Spanier gegen Frankreich einen Muskelriss im rechten Oberschenkel zuzog und Real damit rund drei Wochen fehlen wird.
"Man muss das Leben eben nehmen, wie es ist", reagierte Mourinho lakonisch auf die schlechten Nachrichten. In ihm dürfte es dennoch brodeln.
Acht Punkte hinter Barca
Denn für seine Mannschaft, die in der Tabelle schon acht Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FC Barcelona aufweist, stehen harte Wochen an.
Das Heimspiel gegen Celta Vigo ist die erste von vier Partien in den nächsten 14 Tagen. ( DATENCENTER: Primera Division).
Anschließend muss Real in der nächsten Woche in der Champions League gegen Borussia Dortmund ran, ehe es im Samstag-Mittwoch-Rhythmus weitergeht.
In seiner Not muss Mourinho auf der linken Abwehrseite wohl auf den vielseitigen, aber unerfahrenen Nacho setzen. Der 22-Jährige bestritt in der vorletzten Spielzeit sein Debüt für Real, kam aber in dieser Saison noch gar nicht zum Einsatz.
"FIFA-Virus" droht um sich zu greifen
Doch nicht nur in der Abwehr, auch in anderen Mannschaftsteilen droht der "FIFA-Virus", um sich zu greifen.
Im Sturm ist Karim Benzema fraglich, der französische Nationalspieler verletzte sich gegen Spanien am rechten Knie.
Angesichts der Verletzungsmisere halten die "Königlichen" schon einmal Ausschau nach Verstärkungen im Winter.
Dortmunds Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek steht angeblich ebenso auf der Einkaufsliste wie Gareth Bale.
Piszczek und Bale zu Real?
Der linke Flügelspieler von den Tottenham Hotspur soll nicht nur der Wunschspieler von Neuzugang Luka Modric sein, der lange mit dem Waliser erfolgreich bei den Londonern gespielt hat.
"Es ware fantastisch, wenn er für Real Madrid spielen könnte", sagte Modric in einem Radio-Interview mit der "BBC". "Er hat auf jeden Fall die Klasse dafür."
Bis zum Winter aber muss Real ohne Verstärkungen auskommen.
So lange muss Mourinho darauf hoffen, dass die Verletzten wieder fit werden und keine neuen Blessuren dazu kommen.
Mit Sorge dürfte er daher dem 14. November entgegenblicken. Dann stehen erneut zahlreiche Länderspiele an.