Wiedersehen auf dem Pulverfass
Von Matthias Becker
München/Madrid - Es waren kurze Weihnachtsferien bei Real Madrid, die jeder anders verbrachte.
Sami Khedira grüßte aus den Bergen, Cristiano Ronaldo spannte in der Dominikanischen Republik aus und Torhüter Iker Casillas bummelte mit Freundin Sara Carbonero durch London.
Trainer Jose Mourinho nahm derweil in Dubai einen Preis als Coach des Jahres entgegen und ließ sich von den anwesenden Scheichs und Diego Maradona verbal bauchpinseln.
Großer Knall vor Heiligabend
Die Laune könnte also durchaus entspannt sein bei den Königlichen. Doch die öffentliche Einheit vor ausverkauftem Haus im Trainingszentrum in Valdebebas stand unter dem Schatten eines Wiedersehens.
Schließlich endete das Spieljahr 2012 bei Real mit einem großen Knall: Bei der 2:3-Niederlage in Malaga kurz vor Heiligabend hatte Mourinho Klub-Legende Casillas auf die Bank gesetzt ( Bericht).
Es war die öffentliche Erniedrigung seines internen Gegenspielers – die der Coach noch mit den Worten garnierte, Ersatzmann Antonio Adan sei einfach besser in Form gewesen.
Fans feiern Casillas
Diese Demontage haben Mourinho viele Real-Fans noch übler genommen als die derzeit 16 Punkte Rückstand auf Tabellenführer und Erzrivale FC Barcelona ( DATENCENTER: Primera Division).
"Iker, Iker, Iker" hallte es bei der öffentlichen Trainingseinheit durch das Alfredo-di-Stefano-Stadion auf dem Real-Trainingsgelände.
Die Debatte erhält eine Woche vor dem nächsten Ligaspiel gegen Real Sociedad aus England zusätzlich Zündstoff.
Mourinho will angeblich de Gea
Der "Sunday Mirror" berichtet, dass Mourinho großes Interesse daran habe, Torhüter David de Gea von Manchester United zurück in die spanische Hauptstadt zu holen.
Der 22-Jährige war erst 2011 von Atletico Madridzu den "Red Devils" gewechselt. 27 Millionen Euro soll de Gea angeblich kosten – für diesen Preis holt auch Real Madrid keinen Ersatztorwart.
Real bleibt weiter ein Pulverfass, Mourinho geht durch den Machtkampf mit Casillas volles Risiko.
"Ich bleibe bei Real"
Der extrovertierte Portugiese bleibt aber wie immer gelassen, auch wenn schon über seine mögliche Entlassung spekuliert wird.
"Der Fußball ändert sich jeden Tag, jede Minute und jede Sekunde, aber eines bleibt immer gleich: Die Mannschaft stellt immer der Trainer auf", sagte er im Interview mit der italienischen Sportzeitung "Tuttosport" und versicherte:
"Ich bleibe bei Real und will mit einem dritten Team die Champions League gewinnen."
73 Millionen für Bale?
Diesem Ziel steht im Achtelfinale zunächst einmal Manchester United im Wege. Aber auch die langfristigen Planungen laufen bei Real offenbar schon an.
Transferziel Nummer eins soll dabei weiterhin Tottenhams Gareth Bale sein. Der Linksaußen könnte seinem früheren Teamkollegen Luka Modric folgen, der schon in dieser Saison das Trikot der Madrilenen trägt.
Die Gespräche sollen bereits laufen, ein erstes Real-Angebot von 40 Millionen Euro dürfte allerdings deutlich zu niedrig angesetzt sein.
Spurs-Boss Daniel Levy, berüchtigt wegen seiner knallharten Verhandlungen, fordert einem Bericht des "Mirror" zufolge aber die stolze Summe von 73 Millionen Euro.
Auch Cole ein Kandidat
Deutlich billiger dürfte ein alter Bekannter von Mourinho zu haben sein.
Die "Sun" schreibt, dass Außenverteidiger Ashley Cole ab Beginn der Transferperiode am Dienstag in Verhandlungen über einen Winter-Wechsel einsteigen will.
Kandidaten für die sofortige Verpflichtung des Profis vom FC Chelsea: Paris St. Germain – und Real Madrid.