Ronaldo 2013: Teamplayer statt Ego-Shooter?
Von Jakob Gajdzik
München/Madrid - Neues Jahr, neues Glück.
Real Madrids Cristiano Ronaldo hat sich für 2013 viel vorgenommen.
"Ich fühl mich hier zu Hause und hoffentlich kann ich meine Leistung im Vergleich zum letzten Jahr steigern", sagte der portugiesische Superstar auf einer Pressekonferenz nach dem Real-Training.
"CR7" zeigt sich vor dem ersten Pflichtspiel des neuen Jahres gegen Real Sociedad (So., ab 17 Uhr LIVESCORES) hungrig auf alle Titel: "Wir kämpfen um die Meisterschaft, die Copa del Rey und die Champions League".
Doch bei 16 Punkten Rückstand auf Barca in der Liga räumt auch der Superstar ein, dass es "kompliziert" wird, den großen Abstand auf die Katalanen aufzuholen, ergänzte aber auch: "Wir trainieren hart und die Situation wird sich verbessern, da bin ich mir sicher." ( DATENCENTER: Primera Division)
Kein Kommentar zur Zukunft
Ein großes Thema der vergangenen Wochen stellte er in diesem Zusammenhang hinten an: seine Zukunft.
"Da wurde bereits viel drüber gesprochen, ich werde dazu nichts mehr sagen. Es gibt momentan wichtigere Dinge", sagte der 27-Jährige, der in Madrid noch einen Vertrag bis 2015 besitzt.
Zuletzt war immer wieder über eine Rückkehr zu seinem Ex-Verein Manchester United spekuliert worden.
Spekulationen über United-Rückkehr
Britische Medien berichteten kurz vor Weihnachten, dass der Portugiese selbst den Wunsch geäußert hätte, ins Old Trafford zurückzukehren.
Einige Boulveard-Blätter rechneten sogar vor, dass Ronaldo möglicherweise für "nur" 73 Millionen Euro zu haben sei, wenn United Keeper David de Gea und Ronaldos Landsmann Nani mit ins Paket nach Madrid packen würde.
Ronaldo ging darauf nicht ein, sondern betonte stattdessen den neuen Wohlfühlfaktor in Madrid.
"Ich fühle mich inzwischen wohler mit den Fans. Nicht nur im Bernabeu-Stadion, wo ich immer schon ein gutes Verhältnis zu den Anhängern hatte, sondern auch auswärts. Sie haben mir immer viel Liebe entgegengebracht. Das möchte ich nun bestmöglich zurückzahlen", beteuerte er.
Weltfußballer? Nicht so wichtig
Bei seiner Charmeoffensive spielte er auch die Bedeutung der Weltfußballer-Wahl herunter. Am 7. Januar wird auf der FIFA-Gala in Zürich der "Ballon d'Or" vergeben, Lionel Messi und Andreas Iniesta sind die Konkurrenten Ronaldos.
Dem Real-Profi wurde oft nachgesagt, er sei geradezu besessen davon, die Auszeichnung zu bekommen und Dauerrivale Messi vom Thron zu stoßen.
"Natürlich würde ich gerne gewinnen. Aber das Leben hört nicht auf, wenn ich es nicht werde", behauptete Ronaldo nun aber.
Mourinho "der richtige Trainer"
Seinem Trainer Jose Mourinho stärkte er den Rücken. "Er ist der richtige Trainer für diesen Job. Ich denke er wird bleiben, aber jeder entscheiden selbst über seine Zukunft", sagte er.
Der "perfekte Start" ins neuen Jahr soll laut Ronaldo am Sonntag gegen Real Sociedad gelingen.
"Sie haben einen guten Lauf", sagte er über die seit sieben Ligaspielen ungeschlagenen Basken, "deswegen müssen wir stark spielen".
Casillas kehrt wohl zurück
Die neue Motivation geht auch mit einer neuen Ruhe einher. Drohte im neuen Jahr viel Konfliktpotenzial, scheint sich die Lage nun zu entspannen, denn auch der Disput zwischen Mourinho und Torwart Iker Casillas ist offenbar beigelegt.
Nach seiner Degradierung auf die Ersatzbank bei der 2:3-Pleite in Malaga wird "San Iker" wohl in die Startelf zurückkehren.
Wie die "AS" von Mourinho-Vertrauten erfahren haben will, hat sich "The Special One" dazu entschlossen, der Real-Ikone wieder sein Vertrauen auszusprechen.
Casillas bekam am Freitag eine weitere Motivationsspritze, er wurde erneut zum Welttorhüter des Jahres erkoren (NEWS: Casillas Welttorhüter, Neuer Vierter)
Abwehr bereitet Sorgen
Ein starker Rückhalt im Tor ist wichtig für Real, denn in der Abwehr plagen die "Königlichen" große Personalprobleme.
Pepe fällt wegen seiner Knöchel-OP rund vier Wochen aus, dazu fehlen der gesperrte Sergio Ramos und die ebenfalls verletzten Raul Albiol und Marcelo. Fabio Coentrao ist als Linksverteidiger ebenfalls angeschlagen.
Somit könnten sich gegen San Sebastian Profis wie Ricardo Cravalho, Raphael Varane oder Nacho in der Viererkette wiederfinden.