vergrößernverkleinern
Zlatan Ibrahimovic spielte, bevor er 2006 zu Inter wechselte, zwei Jahre für Juventus Turin © getty

Der schwedische Stürmerstar will "etwas neues ausprobieren". Bei Juve protestieren die Fans gegen den Trainer, Buffon bald weg?

München - Der exzentrische Starstürmer Zlatan Ibrahimovic macht dem Meister Inter Mailand zu schaffen.

Nachdem er sich am Samstag beim 2:0 Inters gegen Lazio Rom mit den eigenen Fans anlegte, indem er den Zeigefinger an seine Lippen presste und damit die Anhänger zum Schweigen aufforderte, berichten italienische Medien über Ibrahimovics feste Absicht, einen neuen Klub zu suchen.

"Ich fühle mich in Mailand wohl, doch ich bin schon seit fünf Jahren hier und es ist Zeit, etwas Neues auszuprobieren", sagte er kürzlich, was Gerüchte über einen baldigen Transfer auslöste.

Pfiffe von Fans

Nach dem Ausscheiden des Meisters aus der Champions League wurde der Schwede immer wieder mit anderen Klubs in Verbindung gebracht. Von den Fans musste sich Ibrahimovic in den letzten Wochen desöfteren Pfiffe gefallen lassen.

Inter-Präsident Massimo Moratti bestritt, dass der 27-Jährige verkauft werden könnte. "Ich glaube, dass Ibrahimovic (Spielerporträt) auch in der nächsten Saison hierbleiben wird", sagte Moratti.

Mourinho schützt Ibrahimovic

Auch Trainer Jose Mourinho nahm seinen Angreifer vor den Tifosi in Schutz. "Das ist doch eine logische Reaktion für einen Spieler, der so viel für Inter getan hat", sagte der Portugiese mit Blick auf die jüngste Geste seines Stars und ergänzte: "Es gibt im Spiel immer wieder frustrierende Momente. Die Fans wollen mehr und wir wollen mehr. Aber jemanden von uns auszupfeifen, ist nicht richtig."

Mit 21 Treffern führt Ibrahimovic die Torjägerliste in der Serie A an und ist einer der Garanten für Inters komfortable Tabellenführung. Der Vorsprung auf den Stadtrivalen AC Mailand, der bei Catania Calcio 2:0 gewann, beträgt sieben Punkte. Dritter bleibt Rekordmeister Juventus Turin (66), der gegen US Lecce nicht über ein 2:2 hinauskam.

Chaos bei Juventus Turin

Bei Inters Ligakonkurrent herrscht vier Spieltage vor Saisonende das pure Chaos.

Seit knapp sechs Wochen ist die Mannschaft nun schon ohne Sieg, die Spieler sind unzufrieden und die Fans wollen Claudio Ranieri nicht mehr als Trainer. Auch die Unterstützung aus dem Klub für den Coach wird immer geringer.

Übernimmt Ferrara?

Die "Gazzetta dello Sport" eröffnete schon Spekulationen, ob der ehemalige Juve-Star Ciro Ferrara die Mannschaft bis zum Saisonende übernehmen wird. Man hat kein Vertrauen mehr zu Ranieri. Die Fans quittieren ihre Unzufriedenheit seit Wochen mit "Ranieri raus!"- Rufen. Ranieri selbst würde gerne bleiben, sagt aber: "Wenn ich Fehler mache, muss ich gehen."

Nicht nur die Fans wollen den Trainer nicht mehr, auch die Spieler scheinen keinen guten Bezug mehr zu ihm zu haben. In der Halbzeitpause beim Spiel gegen US Lecce am 34. Spieltag (DATENCENTER: Serie A), entfachte in der Kabine ein Streit zwischen Ranieri und dem Team, wie Vincenzo Iaquinta nach dem Spiel bestätigte. Die Spieler schrien den Coach an, akzeptierten seine Entscheidungen nicht.

"Ich halte das nicht aus"

Torwart Gianluigi Buffon (Spielerportrait) kehrte daraufhin mitten in der Halbzeitpause auf das Spielfeld zurück. Laut "Gazzetta" sagte er: "Ich halte das nicht mehr aus".

Beim Weltklasse-Keeper stehen die Zeichen auf Abschied. Nach dem Zwangsabstieg hatte er dem Verein noch die Treue gehalten, jetzt ist er genervt von den Umständen. Interessierte Vereine für einen Transfer gäbe es genug.

Machtwort nötig

Und noch ein Thema entzürnt die "Tifosi": Fabio Cannavaro soll von Real Madrid zurückgeholt werden. Den Abwehrspieler sehen die Fans als Verräter, da er Juve vor drei Jahren in der Krisenzeit verließ. Die Fans äußerten den Unmut über die Pläne mit "Wir wollen keine Söldner"-Rufen.

Die "Tuttosport" fordert Konsequenzen und ein Machtwort von Präsident Giovanni Cobolli Gigli.

Neue Liga

Die italienischen Serie-A-Klubs wollen offenbar eine neue Liga gründen und dabei die Solidargemeinschaft mit der Serie B verlassen.

Als Vorbild soll die deutsche Bundesliga dienen. "Wir wollen einen modernen Fußball aufbauen. Die Klubchefs stellen das Kapital zur Verfügung. Wir wollen uns an den Deutschen ein Beispiel nehmen", sagte der Präsident von US Palermo, Maurizio Zamparini, im Gespräch mit Journalisten am Montag.

Serie B für Talente

"Ich bin sicher, dass diese Spaltung auch für die Serie B positiv sein wird. Wir werden sie nicht verlassen.

Wir werden die Liga wie ein modernes Unternehmen organisieren. Die Serie B soll zu einem Reservoir für junge Talente werden", sagte Zamparini.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel