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Der Portugiese Jose Mourinho war selbst nie Fußballprofi © getty

Vor dem Start der Serie A nimmt Star-Coach Mourinho den Mund voll. Die Liga und der Sender RAI streiten wegen den Übertragungen.

Rom - Trainer-Star Jose Mourinho und der zweimalige Weltfußballer Ronaldinho sollen der italienischen Serie A wieder Glanz verleihen, doch der Streit der Liga mit dem Staatssender RAI wegen der Übertragung der Spiele im Free-TV trübt die Freude der Tifosi auf die neue Saison.

Die Auftaktspiele am Samstag zwischen Udinese Calcio und US Palermo sowie Sampdoria Genua und Inter Mailand werden erstmals in der Geschichte des italienischen Fußballs voraussichtlich nur im Pay-TV übertragen.

"Der von der RAI gebotene Betrag ist nicht verhandelbar. In der vergangenen Saison haben wir noch 70 Millionen Euro bekommen, jetzt hat die RAI knapp 30 Millionen Euro geboten", erklärte AC Mailands Vize-Präsident Adriano Galliani.

Offenbar ist für den finanziell angeschlagenen TV-Sender der italienische Profifußball nicht mehr refinanzierbar.

400 Millionen Euro für neue Spieler

Zum Vergleich: Die ARD hatte für die Übertragung der Bundesliga-Spiele zuletzt knapp 100 Millionen Euro an die Deutsche Fußball Liga (DFL) überwiesen.

Trotz der möglicherweise fehlenden Einnahmen aus dem Free-TV investierten die 18 Erstligisten insgesamt mehr als 400 Millionen Euro in neue Spieler.

Teuerster Neueinkauf der Serie A ist der brasilianische Angreifer Amauri, der für 22,8 Millionen Euro von US Palermo zu Juventus Turin wechselte.

"Müssen Meister werden"

1,8 Millionen Euro weniger überwies der AC Mailand an den FC Barcelona für Wunschspieler Ronaldinho, der gemeinsam mit Rückkehrer Andrej Schewtschenko und seinem Nationalmannschafts-Teamkollegen Kaka Milan den 18. Meistertitel bescheren soll.

"Trainer Carlo Ancelotti hat nach den Transfers nun keine Entschuldigung mehr, wir müssen die Meisterschaft unbedingt gewinnen", sagte Galliani und setzte seinen Trainer damit schon vor dem ersten Spieltag gehörig unter Druck.

Mourinho provoziert Gegner

Ordentlich Druck hat auch Stadtrivale Inter Mailand, der die letzten drei Meistertitel in Serie gewann, vor dem Auftakt am Samstag bei Sampdoria Genua.

Zwar ließ sich der Transfer von Frank Lampard nicht realisieren, dafür provoziert Mourinho vor seinem Debüt in Italien in gewohnter Manier die Gegner.

"Mein Inter wird immer besser als der Gegner spielen und 3:0 gewinnen", meinte der Ex-Coach von Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack beim FC Chelsea.

Mourinho verspottet Schewtschenko

Zudem trat der Portugiese am Mittwoch gegen seinen früheren Stürmer Schewtschenko verbal nach.

Der Ukrainer habe sich in der gemeinsamen Zeit beim FC Chelsea nicht durchsetzen können, "weil er beim AC Mailand wie ein Prinz behandelt wurde. In Chelsea hatten wir aber eine andere Philosophie, wir hatten keine Prinzen", meinte der Portugiese spöttisch und erklärte: "Er war ohnehin nicht meine erste Wahl."

"Alte Dame" als Mitfavorit

Erste Wahl will der frühere Bayern-Profi Hasan Salihamidzic bei Champions-League-Teilnehmer Juventus Turin sein.

Drei Jahre nach dem Zwangsabstieg in die Serie B wegen des Manipulatuionsskandals geht die "alte Dame" erstmals wieder als einer der Titelfavoriten ins Rennen.

Als Trumpf gilt dabei vor allem der Brasilianer Amauri, der in Italien bereits mit Luca Toni verglichen wird.

Florenz will Toni zurück

Den echten Toni hätte derweil gerne der AC Florenz zurück. Zwar investierte die Fiorentina mehr als 50 Millionen Euro in neue Spieler, doch der größte Traum von Präsident Andrea Della Valle erfüllte sich noch nicht.

"Luca sage ich: Verdiene so viel Geld wie möglich bei Bayern und dann kehre in zwei Jahren zu uns zurück."

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