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Diego spielte vor seinem Wechsel zu Juve drei Jahre für Werder Bremen © getty

Der Ex-Bremer freut sich auf seinen neuen Job bei Juve. Bei Milan protestieren die Fans gegen Klub-Boss Silvio Berlusconi.

Von Mathias Frohnapfel

München - 2 plus 8 ergibt 10. Klare Sache.

Diego hat sich deshalb bei seinem neuen Klub Juventus Turin die Rückennummer 28 ausgesucht.

Die 10, angestammte Nummer für jeden Spielmacher, ist ja bereits seit Jahren an Juve-Ikone Alessandro Del Piero vergeben.

Den Ex-Bremer stört es nicht.

Nach dem Trainingsauftakt in Turin freut sich Diego auf seinen neuen Job, auch wenn er in den Interviews noch auf Spanisch, nicht Italienisch antwortete.

"Ehre für Juve zu spielen"

"Ich kann es kaum abwarten, wieder auf dem Feld zu stehen", sagte er.

"Für mich ist es eine Ehre für Juve zu spielen und ein großes Gefühl, zum ersten Mal dieses Trikot zu tragen."

In Turin steigt derweil der Optimismus, in der kommenden Saison auch in der Champions League zu altem Glanz emporzusteigen.

Besonders das Mittelfeld imponiert.

Zumal nun auch Felipe Melo vom AC Florenz zu den Bianconeri kommen soll. 114788(DIASHOW: Die internationale Wechselbörse)

Die "Gazzetta dello Sport" schreibt entsprechend enthusiastisch: "Ein solches Mittelfeld gibt es sonst nirgends in Italien. Und in Europa halten nur Barcelona und Liverpool dem Vergleich stand."

Zentrale Rolle für Diego

Raute oder ein 4-2-3-1-System ist daher die Frage, die aktuell diskutiert wird. In beiden Formationen käme Diego im zentralen Mittelfeld zum Einsatz, könnte so ganz seine Kreativität und Dribbelstärke ausspielen.

Im Sturm wird Amauri ab sofort die Nummer 11 von Pavel Nedved tragen, der seine Karriere beendet. Natürlich ein Impuls für Amauri.

Bei der Trikotpräsentation gab sich der Angreifer jedoch zurückhaltend. "Ich möchte keine Versprechen machen, wie viele Tore ich erzielen werde, aber ich kann versprechen, dass ich das Maximale für die Mannschaft tun werde."

"Träume verkauft man nicht"

Aufbruchstimmung in Turin, Ernüchterung beim Ligakonkurrenten AC Milan:

Zum Trainingsauftakt protestierten mehrere hundert Fans gegen die Sparpolitik von Mäzen Silvio Berlusconi.

"Sogni non si vendono" ("Träume verkauft man nicht") hatten die Tifosi auf Spruchbänder geschrieben und spielten damit auf den Verkauf von Superstar Kaka an.

Dem Werben von Real Madrid gab die Mailänder Führung um Vizepräsident Adriano Galliani nach, auch weil Milan die 67 Millionen Euro Ablöse dringend benötigt, um Finanzlücken zu schließen.

Milan ohne seine Legenden

Erfolgstrainer Carlo Ancelotti coacht mittlerweile den FC Chelsea. Milan-Legende Paolo Maldini hat nach mehr als zwanzig Jahren für seinen Klub im Mai zum letzten Mal das Milan-Dress getragen.

"Vergona" ("Schande") schrien die Fans, zumal ein Interview von Silvio Berlusconi sie aufgebracht hatte.

Auf Augenhöhe mit Inter?

Berlusconi hatte in der "Gazzetta dello Sport" behauptet, dass Milan auf Augenhöhe mit Meister Inter sei.

Unter anderem auf den neuen Trainer Leonardo stützte Berlusconi seine Zuversicht.

"Fans, habt Vertrauen", warb er um Zustimmung, "wir haben einen formidablen Kader und Leonardo ist der Richtige für eine neue Ära."

Die Anhänger antworteten am nächsten Tag mit Pfiffen und Protesten - wohlgemerkt nur für die Milan-Bosse, nicht die Mannschaft, die mit Applaus empfangen wurde.

Vizepräsident Galliano beeilte sich von einer "Minderheit" zu sprechen. Dennoch dürfte der Weg für Milan in der kommenden Saison nicht leicht werden.

Bisher ist Thiago Silva (Fluminense Rio de Janeiro, Ablöse: zehn Millionen Euro) der bekannteste Neuzugang.

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