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Diego wechselte 2009 für 24,5 Millionen Euro von Werder Bremen zu Juventus Turin © getty

Juventus-Neuzugang Diego spricht im Sport1.de-Interview über seine Ziele und wo er seinen Ex-Klub Werder Bremen sieht.

Von Martin van de Flierdt

München - Ein Verlust für die Bundesliga - ein Gewinn für Juventus Turin.

Für knapp 25 Millionen Euro ist der brasilianische Regisseur Diego von Werder Bremen zum italienischen Rekordmeister verschifft worden.

Der 24-Jährige soll das entscheidende Puzzlestück sein, das den Turinern wieder zu altem Glanz verhelfen und die Dominanz von Serienmeister durchbrechen soll. 110902(DIASHOW: Die teuersten Bundesliga-Transfers)

Sport1.de sprach mit Diego über sein neues Team, seine Ziele und fragte ihn, ob er Werder schon vermisst.

Sport1.de: Diego, wie sahen Ihre ersten Erfahrungen mit dem neuen Team aus?

Diego: Ich wurde wirklich herzlich empfangen - vom Team und von den Fans. So habe ich mich direkt wohl gefühlt. Aber ich bin noch dabei, mich an ein neues Leben zu gewöhnen: ein neues Zuhause, eine neue Stadt. Die Sprache ist jedenfalls näher am Portugiesischen und ich kann sie leichter verstehen. Ich bin glücklich hier.

Sport1.de: Wie spielt es sich an der Seite lebender italienischer Legenden wie Fabio Cannavaro oder Alessandro Del Piero?

Diego: Es macht mich schon stolz mit einigen Leuten zu spielen, die ich immer bewundert habe - und die einen großen Erfahrungsschatz zu teilen haben. Daran kann ich wachsen.

Sport1.de: Nach dem Gewinn der Trofeo TIM, dem Sommerturnier gegen den AC und Inter Mailand herrscht große Euphorie bei den Juve-Fans. Zu Recht?

Diego: Juventus ist vergangene Saison Zweiter geworden und hat seitdem noch weitere Verstärkungen verpflichtet. Wir sind stark und wir streben nach Siegen. Dass die Fans uns dabei unterstützen, ist natürlich toll. Wir glauben, dass wir eine feine Saison spielen können - und offensichtlich teilen die Fans dieses Gefühl.

Sport1.de: Für wie groß halten sie Juves Chancen, den Titel zu gewinnen?

Diego: Ich glaube, wir können Meister werden - wobei wir die Belastung von drei Wettbewerben haben. Aber das Team ist motiviert und mit der richtigen Konzentration und dem nötigen Fokus kann es klappen.

Sport1.de: Wie lauten denn Ihre persönlichen Ziele für die Saison?

Diego: Ich hoffe, dass wir wenigstens eine Trophäe in unseren Schrank stellen können - das würde Juventus verdienen. Ich persönlich will wieder zurück ins brasilianische Nationalteam. Ich respektiere alle derzeitigen Spieler der Selecao, aber ich glaube auch an meine Fähigkeiten - und dass ich viel Gutes für das Team beizutragen hätte.

Sport1.de: Ihr Teamkollege Felipe Melo hat erklärt, dass ihre Chancen auf einen Stammplatz in der Selecao durch den Wechsel zu Juve gestiegen sind. Sehen Sie das auch so?

Diego: Es stimmt, dass die Serie A international mehr Aufmerksamkeit in den Medien bekommt als die Bundesliga - aber ich glaube nicht, dass das entscheidend ist.

Sport1.de: Sie haben mit Amauri vor und Melo hinter sich zwei weitere Landsmänner in ihrem Team. Wie wichtig ist das für ihr Spiel?

Diego: Brasilianer haben generell eine kreative Spielanlage - das ist unser hervorstechendes Merkmal. Das wollen wir alle gemeinsam bei Juve einbringen, um die Abwehr unserer Gegner zu überraschen.

Sport1.de: Wird es für sie ein Problem werden, sich an die generell defensivere Spielweise in Italien anzupassen?

Diego: Gerade deshalb kann ich eine große Hilfe sein, die gegnerischen Defensiven zu überraschen, indem ich die Muster durchbreche, die sie gewohnt sind. Ich habe Freiheiten, das Mittelfeld zu organisieren und die werde ich nutzen.

Sport1.de: Ihr ehemaliges Team Werder Bremen ist mit einer Niederlage gegen Frankfurt und einem Remis beim FC Bayern in die Liga gestartet. Wie stark ist ihr Ex-Klub aus ihrer Sicht gerade?

Diego: Werder ist eine große, starke Mannschaft. Einige Spieler - wie ich - sind gegangen und neue sind gekommen. Da muss erst noch ein Gleichgewicht entstehen und sich eine Einheit auf dem Platz herausbilden. Ich glaube, Bremen wird sich bald steigern.

Sport1.de: Gibt es denn irgendetwas, dass Sie in Italien an Deutschland vermissen?

Diego: Wenn man die Größenordung von Europa und meiner Heimat Brasilien vergleicht, ist Italien ja gar nicht so weit weg von Deutschland. So weit weg sind die Dinge und Leute, die mir fehlen könnten, also für mich auch nicht. Und bis jetzt hatte ich auch gar nicht die Zeit, schon viel zu vermissen. Ich bin mittendrin, mich einzuleben. Klar, das Gefühl, die Stadt, die Menschen, die Restaurants zu kennen, fehlt mir hier noch. Aber Bremen wird mit immer in bester Erinnerung bleiben.

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