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Ronaldinho (r.) zeigte in der Partie gegen Siena eine starke Leistung © getty

Vor dem Mailänder Stadtduell rückt ein Ex-Weltfußballer wieder in den Fokus. Der frühere Bremer Diego muss sich bei Juve beweisen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Es klingt wie ein Zauberwort: "da scudetto".

Wer dieses Prädikat für sich beansprucht, kann in der Serie A auf den Meistertitel hoffen.

Ein solcher Klub hat die Qualität und Cleverness, um bis ganz zum Ende um den "Scudetto" zu kämpfen.

Milans Chefcoach Leonardo glaubt trotz der holprigen Saisonvorbereitung fest daran, dass seine Elf "da scudetto" sei.

Viele Fußballexperten sehen das Titelrennen vorm Stadtderby Milan gegen Inter (Sa., ab 20.45 Uhr LIVESCORES) anders.

Und das obwohl Milan mit einem Sieg in Siena in die Saison startete, während es für Inter zu Hause nur zu einem 1:1 gegen Aufsteiger AS Bari reichte.

"Inter und Juve sind die Favoriten"

"Für mich sind Inter und Juve die Favoriten", sagt Andrea Barzagli, Weltmeister von 2006 und aktuell im Dienst des VfL Wolfsburg, zu Sport1.de.

Aus Sicht des Ex-Spielers von Palermo haben die beiden Klubs "einen kleinen Vorsprung" gegenüber der Roma und dem AC Milan.

Wer aktuell wie weit ist, wird das zweite Gigantenduell des Spieltags zeigen: Die mit einer Niederlage gestartete Roma empfängt Juve (So., ab 18 Uhr LIVESCORES ).

Ein Geheimfavorit auf den Scudetto ist für Barzagli aber der AC Florenz.

"Vielleicht wird die Meisterschaft diesmal etwas offener als in den vergangenen Jahren. Auch Florenz und Genua können eventuell eine Rolle spielen."

Nationalcoach tippt auf Juve

Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi hat indes mit seinem öffentlich geäußerten Meistertipp einen Teil Italiens gegen sich aufgebracht.

Zumindest all jene, die sich zu den "Nerazzuri", also Inter, bekennen.

Denn für Lippi ist Juve Meisteranwärter Nummer 1, zumal das Team von Ciro Ferrara sich mit den Brasilianern Diego (Werder Bremen) und Felipe Melo (AC Florenz) für rund 50 Millionen Euro kräftig verstärkt hat.

Milan als lachender Dritter

Dass Diego in Italien ein guter Start gelingen könnte, hält Barzagli für möglich.

Allerdings warnt Barzagli, der fünf Jahre in der Serie A spielte, auch: "Es kann sein, dass Diego eine kurze Zeit braucht, um sich an den Fußball in der Serie A zu gewöhnen."

Womöglich ist sogar Milan lachender Dritter im Streit zwischen Juve und Inter. (DATENCENTER: Der Auftakt in der Serie A)

Leonardo setzt auf Ronaldinho

Jedoch brauchen die "Rossoneri" dafür unbedingt den Spieler, der wieder zum einstigen Glanz aufsteigen könnte: Ronaldinho.

Milans neuer Trainer Leonardo setzt fest auf ihn und sieht sich nach der guten Leistung gegen Siena bestätigte. "Dinho" war an beiden Toren beteiligt.

Selbst Disko-Besuche bis 1.30 Uhr morgens wie zuletzt beim Latino-Festival in Mailand, bringen Leonardo nicht vom Glauben an den Brasilianer ab.

"Er kann wieder so stark werden wie einst. Er ist erst 29 Jahre, hat ein unglaubliches Talent", sagte der Coach im Gespräch mit Sport1.de.

"Sein Engagement ist dabei wichtig, damit kann er auch seine Leistung auf dem Feld verbessern."

Leonardo löste zur neuen Saison Milan-Legende Carlo Ancelotti ab, unter dem Ronaldinho zuletzt nicht viel mehr als die Rolle eines Mitläufers innehatte.

Mittelfeldstar jetzt "fröhlicher und gelöster"

Der Brasilianer will seinen Landsmann wieder stark machen.

"In den vergangenen Jahren hatte Ronaldinho einige Probleme, jetzt sehe ich ihn aber anders: Er ist fröhlicher und gelöster."

Seine Aufgabe beim Projekt "Ronaldinho reloaded" bemisst der 39-Jährige bewusst bescheiden.

Schließlich sei es die Pflicht eines Trainers, für jeden Spieler den richtigen Platz zu finden.

"Ronaldinho muss weiter vorn spielen"

Diese Rolle sieht Vereinmäzen Silvio Berlusconi übrigens direkt hinter den Spitzen.

"Ronaldinho muss weiter vorn spielen, sonst ist er vergeudet", forderte Berlusconi öffentlichkeitswirksam.

Wolfsburgs Andrea Barzagli könnte sich vorstellen, dass Milan trotz des Wechsels von Kaka zu Real den Umbruch schafft.

"Ich denke, Milan wird im Moment etwas unterschätzt, das könnte ein Vorteil für sie sein."

Milan als Überraschungsmannschaft - das wäre gewiss eine neue Variante für die Serie A.

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