vergrößernverkleinern
Berlusconi ist seit 1986 Besitzer des AC Mailand, bis 2004 war er dort Präsident. © imago

Der italienische Premier Silvio Berlusconi scheint endgültig die Lust an seinem Lieblings-Spielzeug AC Mailand verloren zu haben.

Mailand - Nach Angaben der Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport verhandelt Berlusconi derzeit mit dem albanischen Erdölunternehmer Rezart Taci über den Verkauf des Fußball-Traditionsklubs, dessen Wert auf etwa 700 Millionen Euro geschätzt wird.

Der 38 Jahre alte Taci, dem gute Beziehungen zu Berlusconi nachgesagt werden, hatte in den vergangenen Monaten bereits Interesse am Erstligisten FC Bologna signalisiert.

Die Verhandlungen mit dem Besitzer des Vereins, der Unternehmerfamilie Menarini, hatten jedoch zu keinem Resultat geführt. Auch Verhandlungen über einen Einstieg bei Cagliari Calcio waren gescheitert.

Milan hoch verschuldet

Berlusconi soll sich gerade jetzt zum Verkauf seines Vereins entschlossen haben, weil ein am Samstag gefälltes Gerichtsurteil seine Medienholding Fininvest zur Zahlung einer Rekordentschädigung von 750 Millionen Euro an den Großunternehmer Carlo De Benedetti zwingt.

Milan, das von Berlusconi 1985 übernommen worden war, ist trotz des Verkaufs von Kaka an Real Madrid für 67 Millionen hoch verschuldet.

Außerdem sind die erwachsenen Kinder Piersilvio und Marina, die das Imperium des Vaters verwalten, nicht am Fußball-Geschäft interessiert.

Leonardo in der Kritik

Hinzu kommt nun noch eine sportliche Krise. Nach dem schwächsten Saisonstart seit neun Jahren belegt der Champions-League-Sieger von 2007 nach acht Spielen nur Rang zwölf.

Im Zentrum der Kritik steht Trainer-Neuling Leonardo, der zu Saisonbeginn den zum FC Chelsea gewechselten Erfolgscoach Carlo Ancelotti abgelöst hatte. Einen Rücktritt schloss der 40-Jährige aber aus.

(DATEN- CENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel