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Mit Porto gewann Jose Mourinho die Champions League, jetzt hat er mit Inter große Ziele © getty

Der Trainer von Inter steht vor seinem ersten Stadtderby gegen AC Mailand. Die Sprache hat es ihm deshalb nicht verschlagen.

München/Mailand - Bisher lief für Jose Mourinho bei Inter Mailand alles nach Plan. Sein Team startete angestachelt vom exzentrischen Trainer perfekt in die Liga und bestand auch den Champions League-Auftakt.

Doch all das zählt nicht, sollte Inter am Sonntag (ab 20.30 Uhr LIVESCORES) das Lokalderby gegen den AC Mailand verlieren.

Milan ist gerade rechzeitig zum großen Spiel in Form gekommen, die letzten drei Pflichtpartien gewann der Klub gegen Zürich im UEFA-Cup sowie gegen Lazio Rom und Reggina Calcio in der Serie A.

Dennoch geht Inter als großer Favorit ins Rennen: Der amtierende Meister führt auch nach vier Spieltagen das Klassement an und hat sich vor der Saison effektiv verstärkt: So kamen Quaresma (FC Porto) und Mancini (AS Rom), der bislang ausgeliehene Brasilianer Adriano wurde fix verpflichtet.

Die Truppe strotzt entsprechend vor Erfolgshunger. Und Trainer Jose Mourinho trägt demonstrativ sein Selbstvertrauen zur Schau.

Mourinho lästert über Schewtschenko

Schon Wochen vorm Derby stichelte er Richtung Milan. Andrej Schewtschenko habe bei Chelsea keine Leistung gebracht, weil er zuvor beim AC Milan "wie ein Prinz behandelt wurde". Aber: "In Chelsea hatten wir eine andere Philosophie", lästerte der frühere Londoner Trainer Mourinho.

Bekanntlich lieh Milan Schewtschenko im Sommer von Chelsea aus. Der Ukrainer wurde bei seiner Rückkehr in Mailand geherzt wie ein verlorener Sohn.

Allerdings dürfte nicht nur "Shewa" extrem motiviert sein vorm Duell gegen seinen Ex-Coach.

Seedorf: "Das ist verdammt wichtig für uns"

Milans Mittelfeldstratege Clarence Seedorf erklärte: "Das ist ein verdammt wichtiges Spiel für uns. Wir brauchen die drei Punkte dringend, um aufzuholen."

Seedorf ist den hohen Ansprüchen beim 17-maligen Meister in dieser Spielzeit gerecht geworden - als einer der Wenigen.

Der zweimalige Weltfußballer Ronaldinho wärmte zuletzt die Bank, Schewtschenko hat noch kein Ligator erzielt und ist bisher nur Ergänzungsspieler. Auch Matthieu Flamini kann mehr.

Immerhin: Beim 4:1 gegen Lazio Rom zeigte die Mannschaft um den ewigen Kapitän Paolo Maldini sogar phasenweise richtig guten Fußball.

Auch Trainer Ancelotti bleibt optimistisch. "Wir werden immer besser", sagte der Trainer nach dem 2:1-Erfolg am Mittwoch bei Reggina Calcio. Von den vergangenen vier Duellen in der Serie A hat allerdings Inter drei gewonnen.

Keeper Abbiati mit fragwürdigem Bekenntnis

Zusätzlichen Wirbel vor dem Derby verursacht Milans Keeper Christian Abbiati. In einem Interview mit Sportsweek, dem Magazin der "Gazzetta dello Sport", erklärte der 31-Jährige Sympathien für den Faschismus.

"Ich teile mit dem Faschismus Ideale wie das Vaterland und die Werte der katholischen Religion. Vom Faschismus verwerfe ich die Rassengesetzte, die Allianz mit Hitler und den Einzug in den Krieg."

Coach verweigert Interview

Beim Lokalrivalen springt derweil Trainer Jose Mourinho nur allzu gerne in die Rolle des Impressarios von vermeintlichen Skandalen.

Nach dem 1:0-Sieg gegen US Lecce am Mittwoch weigerte sich der Portugiese, beim Pay-TV-Kanal Sky Italia einen Kommentar zum Spiel abzugeben, obwohl der Sender exklusiv die Meisterschaftspartien sendet.

Vor wenigen Tagen hatte der 43-Jährige erklärt, er wünsche es nicht, mit anderen Kollegen interviewt zu werden.

Ganz so dramatisch sieht es sein Pendant Carlo Ancelotti nicht. Jedoch maulte auch er jüngst: "Es gibt viele TV-Kanäle. Die Journalisten müssten wenige Fragen stellen, doch das ist fast nie der Fall". Vorm Mailänder Stadtderby steht es zumindest im Trainer-Duell unentschieden.

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