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Im Winter ähneln die Plätze in der Serie A oftmals einer Eiswüste wie hier in Modena © imago

Die Spielfelder sind eine Katastrophe, das Verletzungsrisiko steigt. Die einzige Lösung scheint der Bau neuer Stadien zu sein.

Rom - Das Gewaltproblem ungelöst, die Stadien halbleer und veraltet, und nun macht der italienischen Serie A auch noch der miserable Zustand der Spielfelder zu schaffen.

Angesichts der oft katastrophalen Bedingungen im Winter gehen die Spieler mittlerweile auf die Barrikaden.

Italien strebt eine Bewerbung für die EM 2016 an.

Deshalb gilt es inzwischen als unumgänglich, dass die Gemeinden die Verwaltung der Stadien an die Klubs abgeben und diese den dringend benötigten Stadionneubau selbst in die Hand nehmen.

"Wir bemühen uns ja, gut zu spielen, aber es ist in Italien nicht leicht, weil die Spielfelder abscheulich sind", sagte Weltmeister Andrea Pirlo vom AC Mailand.

Er kritisierte: "In Italien gibt es kein einziges ordentliches Spielfeld."

Zuvor hatten andere Profis das zu hohe Verletzungsrisiko vor allem bei Abendspielen bemängelt.

Milan-Geschäftsführer Adriano Galliani forderte gar Strafen für schlechte Plätze.

Sanktionen drohen

"Bei der nächsten Liga-Versammlung werde ich vorschlagen, dass ab der nächsten Saison die Klubs bestraft werden, deren Spielfelder nicht in Ordnung sind. Die Strafe muss höher als die Kosten der Instandhaltung des Spielplatzes sein", sagte Galliani.

Langfristig scheint die einzige Lösung aber der Bau neuer Stadien zu sein, denn immerhin haben 16 der 20 Erstliga-Spielstätten durchschnittlich bereits 67 Jahre auf dem Buckel.

Den Gemeinden fehlt angesichts des von der Regierung auferlegten Sparkurses jedoch das Geld, weshalb immer mehr Klubs einspringen wollen.

Nach einer Umfrage der Liga sind 39 italienische Fußballvereine bereit, veraltete Stadien aufzukaufen und zu modernisieren oder neue Arenen zu bauen.

"Neue Stadien notwendig"

Zuvor müssten die Stadien allerdings zur Privatisierung freigegeben werden. Die italienische Regierungskoalition präsentierte dem Parlament bereits eine entsprechende Gesetzesvorlage.

Vereine, die Kredite für die Modernisierung oder den Bau neuer Stadien aufnehmen müssen, sollen vom Staat Vergünstigungen erhalten.

Durch die Neubauten sollen bis zu sechs Milliarden Euro umgesetzt werden.

"Neue Stadien sind in Italien dringend notwendig. Seit der WM 1990 wurden keine mehr gebaut", sagte der Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees von Italien, Luca Pancalli.

Juve baut schon

Schon jetzt steht fest, das bis 2012 mindestens zwei neue private Stadien entstehen. Rekordmeister Juventus Turin hat bereits mit dem Bau begonnen.

105 Millionen Euro wird der norditalienische Traditionsklub für das neue Stadion delle Alpi ausgeben, das über eine Kapazität von 40.000 Plätzen verfügen soll. Eine weitere Arena wird in Siena entstehen.

Neubauten planen auch die Erstligisten Udinese Calcio, Sampdoria Genua und US Palermo.

In Italien gibt es derzeit nur ein einziges privates Stadion in der Kleinstadt Giglio in der norditalienischen Region Emilia Romagna.

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