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Sportchef Igli Tare (r.) und Präsident Claudio Lotito leiten Lazios Geschicke © imago

Lazios Sportdirektor Igli Tare verteidigt bei Sport1.de den Neuzugang. Der Klub trennt sich zudem von Trainer Davide Ballardini.

Von Martin Volkmar

München - Es sind harte Zeiten für Thomas Hitzlsperger.

Erst die Ausbootung des Ex-Kapitäns beim VfB Stuttgart, dann ein misslungenes Debüt beim neuen Klub Lazio Rom.

Nach der 0:1-Heimniederlage im Kellerduell der Serie A gegen Catania Calcio taumelt der Traditonsverein dem ersten Abstieg seit 25 Jahren entgegen (DATENCENTER: Serie A).

Und "Hitz the Hammer" erntete bei seinem ersten Einsatz für Lazio harte Kritik der Medien. "Wie ein Fisch auf dem Trockenen" spottete etwa die "Gazzetta dello Sport".

Auch Trainer Davide Ballardini, der am Dienstagabend seinen Hut nehmen musste und durch den ehemaligen Neapel-Coach Edy Reja ersetzt wurde, wird mit harten Attacken auf den deutschen Nationalspieler zitiert. "Stimmt alles nicht", sagt dagegen Lazio-Sportdirektor Igli Tare im Interview.

Bei Sport1.de spricht der Albaner, der in der Bundesliga für Düsseldorf, Kaiserslautern und Karlsruhe spielte, über den Hitzlsperger-Transfer und die angespannte sportliche Situation.

Sport1.de: Ihr Ex-Trainer Ballardini soll nach dem Spiel gesagt haben: "Wir hätten eine andere Art Mittelfeldspieler gebraucht als Hitzlsperger, einen, der am Ball besser ist". Keine besonders freundliche Beurteilung...

Igli Tare: Das hat er so nie gesagt. Er hat nur die Transfers im Winter analysiert und moniert, dass wir statt zweier Abwehrspieler besser noch einen offensiven Spieler verpflichtet hätten. Von Thomas Hitzlsperger war aber keine Rede.

Sport1.de: Was hat er denn über Hitzlsperger gesagt?

Tare: Er meinte lediglich, dass Thomas etwas mehr Schwierigkeiten hatte sich im Spiel einzugliedern als die anderen Transfers. Aber trotzdem sind wir froh, einen Spieler wie ihn bekommen zu haben. Er zeigt eine sehr gute Einstellung.

Sport1.de: Sie sind also weiter überzeugt, dass der Transfer ein guter Fang war?

Tare: Wir sind sicher, dass der Junge für uns ein Gewinn ist. Er hat sehr viel Erfahrung in der Nationalmannschaft und in der Champions League. Und die Art und Weise, wie er sich bei uns gibt, stimmt mich auch positiv.

Sport1.de: Die Mannschaft steht auf einem Abstiegsplatz. Wie bedrohlich ist die Situation?

Tare: Es ist alles sehr eng da unten. Aber das Potenzial unserer Mannschaft ist sehr hoch. Vor drei Monaten hat man über uns noch gesagt, dass wir zu den besten Teams der Liga gehören. Schließlich haben wir mit fast derselben Mannschaft letzte Saison den Pokal gewonnen.

Sport1.de: Wie wollen Sie die Wende schaffen?

Tare: Wenn man einmal einen schlechten Lauf hat, ist es sehr schwer, dort unten wieder hinauszukommen. Beim VfB Stuttgart war es in der Hinrunde ja sehr ähnlich. Und jetzt gewinnen die wieder ihre Spiele und das fehlt uns momentan. Es liegt an uns, mit hartem Training und konzentrierter Leistung aus der Situation wieder hinauszukommen.

Sport1: Fürchten Sie den Abstieg?

Tare: Ich unterschätze die Situation nicht. Aber wir haben eine sehr gute Mannschaft. Es liegt an uns, den Abstieg abzuwenden. Wir müssen den Worten jetzt Taten folgen lassen.

Sport1: Sie haben lange Jahre in der Bundesliga gespielt, ehe Sie nach Italien gewechselt sind. Haben sie noch Kontakt nach Deutschland?

Tare: Ich verfolge täglich das Fußballgeschehen in Deutschland. Meine Kariere hat dort begonnen und ich habe in der Bundesliga wichtige Erfahrungen gesammelt. Ohne diese wäre ich nicht Nationalspieler geworden und hätte auch in Italien keinen Erfolg gehabt. Vor allem Fortuna Düsseldorf liegt mir noch sehr am Herzen und ich bin sehr froh, dass sie auf den Weg zurück in die Bundesliga sind.

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