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Spielmacher Diego wechselte 2009 von Werder Bremen zu Juventus Turin © imago

Nach dem Europa-League-Aus beim FC Fulham wirkt die 0:1-Pleite in Genua wie ein Brandbeschleuniger. Diego steht in der Kritik.

Turin - Niederlagen, wütende Fans, Straf-Trainingslager und Gerüchte über einen Trainerwechsel: Bei Juventus Turin brennt die Luft.

Wie ein Brandbeschleuniger wirkte dabei am Sonntag, nur vier Tage nach dem unrühmlichen Europa-League-Aus beim FC Fulham, die 0:1-Niederlage bei Sampdoria Genua.

Damit liegt die Mannschaft des ehemaligen Bremers Diego nach 29. Spieltagen mit 45 Punkten nur auf dem sechsten Tabellenplatz der Serie A. (DATENCENTER: Serie A)

Der sportlich wie finanziell bedeutende Einzug in die Champions League ist so gut wie sicher verspielt.

Fans drohen mit Boykott

Nach der Niederlage in Genua ließen aufgebrachte Ultras Knallkörper explodieren, während die Juve-Spieler das Stadion verließen. Zudem kündigten wütende Anhänger der "Alten Dame" einen Zuschauerboykott für das nächste Heimspiel an.

Verteidiger Fabio Cannavaro und Jonathan Zebina mussten Beschimpfungen über sich ergehen lassen.

Insbesondere Zebina hatte nach seinem Platzverweis in der Nachspielzeit der Partie gegen Fulham den Fans den Mittelfinger gezeigt und damit den geballten Tifosi-Zorn auf sich gezogen.

"Schämt Euch!", schrieb die Turiner Sporttageszeitung "Tuttosport?.

Chimenti bricht sich die Hand

Die Krise beim italienischen Rekordmeister sorgt sogar für körperliche Schäden. Torhüter Antonio Chimenti hat sich nach dem 0:1 in seinem Ärger über das Gegentor die Hand gebrochen.

Nach dem Schlusspfiff schlug der Italiener in der Kabine gegen einen Tisch und zog sich dabei die Verletzung zu.

Antonio Cassano hatte den 39-jährigen Chimenti, der hinter den verletzten Gianluigi Buffon und Alex Manninger nur die Nummer drei bei Juventus ist, beim Siegtor für Sampdoria mit einem Schuss aus knapp 40 Metern schlecht aussehen lassen.

Am Donnerstag im Spiel beim SSC Neapel soll Buffon ins Tor zurückkehren.

Zaccheroni ordnet Straftrainingslager an

Unterdessen ordnete Juve-Coach Alberto Zaccheroni ein Straftrainingslager an. "Wenn wir den vierten Tabellenplatz verfehlen, bin ich hier gescheitert", kommentierte der Trainer, der erst im Februar nach der Entlassung seines Vorgängers Ciro Ferrara die Mannschaft übernommen hatte.

Zaccheroni machte die Müdigkeit der Spieler nach dem Match gegen Fulham für die Niederlage in Genua verantwortlich.

"Wir haben das Spiel dominiert und die Grundlage für einen Sieg aufgebaut. In der zweiten Halbzeit haben wir dann aber nachgelassen, wie alle Mannschaften, die international spielen", so Zaccheroni.

"Keine entscheidenden Impulse" von Diego

Kritik musste auch der Ex-Werder-Star Diego hinnehmen. "Er bringt keine entscheidenden Impulse", kommentierte die "Gazzetta dello Sport" am Montag.

In der italienischen Medienlandschaft wird der Brasilianer, für den Juve im Sommer 25 Millionen Euro ausgegeben hatte, bereits als Fehleinkauf abgestempelt.

"Das waren verheerende Tage. Wir werden schon ab Dienstag ins Trainingslager gehen, um uns auszusprechen", kündigte Kapitän Alessandro Del Piero an.

Zaccheroni immer stärker unter Druck

Coach Zaccheroni gerät derweil immer stärker unter Druck. Es scheint unwahrscheinlich, dass er nach Ende der Saison in Turin bleibt.

Angeblich ist Rafael Benitez, Trainer des FC Liverpool, Wunschkandidat von Geschäftsführer Jean-Claude Blanc. Der Spanier hatte jedoch noch im Februar einen Abschied von der Anfield Road ausgeschlossen.

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