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Jose Mourinho leitet seit Juli 2008 die Geschicke von Inter Mailand © getty

Inters Coach sieht vor dem Endspiel gegen die Roma keinen Grund, sich für den zweifelheften Sieg bei Lazio zu entschuldigen.

Von Martin van de Flierdt

München - Es ist inzwischen schon mehr oder minder gute Tradition:

Inter Mailand und der AS Rom begegnen sich in der Coppa Italia.

Wenn am heutigen Abend im Stadio Olimpico (ab 20.45 Uhr LIVESTREAM) das Finale des diesjährigen Wettbewerbs steigt, treffen die beiden Teams in der sechsten Spielzeit in Folge aufeinander.

2005 und 2006 behielt Inter jeweils im Endspiel die Oberhand, die Roma revanchierte sich in den beiden folgenden Jahren mit Finalsiegen. In der Vorsaison gab es die Begegnung bereits im Viertelfinale, Inter war mit 2.1 erfolgreich.

Wer nun glaubt, dass es bei den beiden Teams vor der Neuauflage nun eine gewisse Widersehensfreude gibt, irrt gewaltig. Denn zum einen bekämpfen Nerazzurri und Giallorossi einander verbissen im Meisterschaftsrennen. (DATENCENTER: Serie A)

Zum anderen sorgte Inters 2:0-Erfolg bei AS-Lokalrivale Lazio am vergangenen Wochenende für reichlich Polemik. Die Partie hatte für Aufsehen gesorgt, weil Lazios Anhänger ihre Mannschaft vehement dazu aufforderten, den Widerstand einzustellen.

Mourinho schießt zurück

Die Fans stellten damit den eigenen Klassenerhalt hintenan, wichtiger war ihnen offenbar, den Titelgewinn des verhassten Nachbarn zu verhindern. Roma-Präsidentin Rosella Sensi befand daraufhin, Inter solle sich ob des Erfolges schämen.

Jose Mourinhos Antwort ließ nicht auf sich warten. "Ich wünsche mir nicht nur Respekt meiner Mannschaft gegenüber", sagte Inters Trainer. "Ich verlange ihn. Die Rivalität zwischen den römischen Vereinen ist nicht meine Angelegenheit."

Von einem Sieg im Schongang bei Lazio könne nicht die Rede sein. "Wir haben am Sonntag einen Einsatz von Wesley Sneijder riskiert. Mit der Folge, dass er im Pokalfinale nicht spielen kann", erinnerte Mourinho. "Auch Lucio hat gespielt und steht uns jetzt nicht zur Verfügung."

Persönlicher Rat an Frau Sensi

Beide Leistungsträger fehlen wegen muskulärer Beschwerden. Dann gab der Portugiese Sensi noch einen persönlichen Ratschlag: "Diejenigen, die das Glück hatten, mit einem silbernen Löffel im Mund geboren zu sein, sollten diejenigen achten, die hart arbeiten."

Zu letzteren, daran ließ er keinen Zweifel, zählt sich Mourinho selbst. Das Aufeinandertreffen mit seinem ungeliebten Trainerkollegen Claudio Ranieri geriet angesichts dieser Vorgeschichte völlig in den Hintergrund.

Romas Coach, über den Mourinho einst lästerte, er werde nie einen großen Titel gewinnen, ist darüber nicht sonderlich unglücklich. "Ich werde auch kein Wort über Lazio gegen Inter verlieren", sagte Ranieri, der beim FC Chelsea einst Vorgänger Mourinhos war. "Es steht ein Endspiel an, ich werde nur darüber reden."

"Chancen stehen 50:50"

Es gebe keinen Favoriten, meinte Ranieri, der Luca Toni wohl zu Beginn auf der Bank lassen wird. "Inter ist stark, aber wir haben auch schon gezeigt, was wir können. Die Chancen stehen 50:50."

Die Anhänger Lazios, so viel ist sicher, werden keinen Einfluss auf den Spielausgang haben.

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