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Jose Mourinho gewann 2004 mit dem FC Porto die Champions League © getty

Trotz des möglichen Triples steht Jose Mourinho bei Inter Mailand vor dem Absprung. Der Portugiese schielt auf den Posten in Madrid.

München/Rom - Vieles erinnert an das Jahr 2004.

Damals stand Jose Mourinho kurz vor dem Champions-League-Titel mit dem FC Porto, als er seinen Abschied aus Portugal verkündete.

Das der Star-Trainer den höchsten europäischen Titel wenig später tatsächlich gewann, änderte an seiner Entscheidung nichts.

Wiederholt sich Geschichte nun in Mailand?

Mourinho sorgt für Gesprächsstoff

Mourinho steht mit Inter kurz vor dem kompletten Triumph.

Nach dem Pokal-Sieg sollen in den kommenden beiden Wochen erst Meisterschaft dann Champions-League-Titel folgen.

Vor dem großen Finale am 22. Mai gegen Bayern München sorgt der Trainer für Aufregung.

Wechsel macht Sinn

Angeblich steht einem Wechsel zu Real Madrid nichts mehr im Wege.

"Im Fußball kann man so etwas nie sagen", sagte Mourinho kürzlich auf die Frage, ob er Inter auch in der kommenden Saison trainieren werde.

Der extrovertierte Fußballlehrer lässt sich nicht in die Karten schauen.

Ein Abschied macht - aus seiner Sicht - so oder so Sinn: Gewinnt er die Champions-league hat er in Mailand alles erreicht.

Tut er dies nicht, weiß Mourinho selbst, wie schwer es wird, mit Inter Mailand ein weiteres Mal ins Finale vorzudringen.

Mourinho streitet Kontakte ab

Indes hat Mourinho am Dienstagabend mit Blick auf einen möglichen Wechsel Kontakte zu anderen Klubs bestritten.

"Ich habe mit keinem Klub gesprochen. Wie alle Inter-Fans denke ich nur an das letzte Meisterschaftsspiel gegen AC Siena am Sonntag und an das Champions-League-Finale gegen Bayern München", schrieb der Portugiese auf der Inter-Webseite.

"Mourinho drückt aufs Tempo"

Trotz Vertrags bis 2012 und rund 13 Millionen Euro Nettogehalt drängt der 47-Jährige auf einen Wechsel auf die iberische Halbinsel.

Da wird ihn die Gehaltserhöhung kaum aufhalten können, die Inter Präsident Massimo Moratti in Aussicht stellte.

"Mourinho ist ein großartiger Coach, der hier bei Inter sehr gut gearbeitet hat. Sein Vertrag bei uns läuft noch, auch die Inter-Fans hoffen von Herzen, dass er in Mailand bleibt", sagt Moratti.

"Mourinho drückt aufs Tempo", schrieb hingegen die Madrider Sportzeitung "As", laut "Cadena SER" fordert der Coach noch für diese Woche Klarheit über die Absichten der "Königlichen".

Pellegrini ohne Rückhalt

Diese scheinen längst festzustehen.

Trainer Manuel Pellegrini hat - trotz 95 Punkten und Platz zwei in der Primera Division - weder Rückhalt noch Lobby. Sein Abschied scheint beschlossene Sache.(DATENCENTER: Serie A)

Zu schwer wiegt das Scheitern im Achtelfinale der Champions League gegen Olympique Lyon.

"ich sehe keinen Grund, warum ich nicht weitermachen sollte", sagt der Chilene zwar, weiß aber um die Mechanismen bei Real.

Presse fordert Mourinho

Eine Demission Pellegrinis würde eine monatelange Kampagne gegen den Trainer abschließen.

Das Sportblatt "Marca" und andere Medien wollten nie richtig warm werden mit dem Ex-Coach von Villareal - fordern die Verpflichtung Mourinhos.

Vielleicht fällt die Entscheidung schon vor dem großen Finale. Genau wie damals in Porto.

Auch Milan und Juve auf Trainersuche

Bei zwei weiteren Spitzenvereinen wird ebenfalls darüber diskutiert, wer in der kommenden Spielzeit auf der Trainerbank sitzt.

Der AC Mailand und Rekordchampion Juventus Turin stehen vor einem Umbruch.

Nachdem Klubbesitzer Silvio Berlusconi klar gemacht hat, dass er Trainer Leonardo am Ende der Saison ablösen will, hat eine hektische Suche nach einem Nachfolger begonnen.

Als aussichtsreichster Kandidat für Leonardos Nachfolge gilt Filippo Galli. Der 47-Jährige war in seiner aktiven Zeit Abwehrspieler bei Milan.

Als Alternative gilt der Ex-Coach des Erstligisten US Cagliari, Renzo Allegri, der 2009 zum Trainer des Jahres gekürt worden war.

Benitez sagt Juve ab

Auch Italiens Renommierklub Juventus ist offenbar auf der Suche nach einem neuen Coach.

Die "alte Dame", die am Sonntag eine 2:3-Niederlage gegen den FC Parma erlitten hat, hat sich allerdings von den Plänen verabschiedet, den spanischen Trainer Rafael Benitez mit einem Vier-Jahres-Vertrag zum Wechsel vom FC Liverpool nach Italien zu bewegen.

Der Teammanager der "Reds" hat offenbar andere Pläne.

Saison zum Vergessen

Juve-Geschäftsführer Jean Claude Blanc will mit einem neuen Coach eine enttäuschende Saison vergessen machen:

Nach dem Champions-League-Aus in der Vorrunde gegen Bayern München und dem Scheitern in der Europa League beim FC Fulham liegen die "Bianconeri" in der Serie A aktuell nur auf Rang sieben.

Trainer Alberto Zaccheroni, der erst im Februar den entlassenen Ciro Ferrara ersetzt hatte, soll nach dem Ende der Saison gehen.

Del Neri in der Pole-Position?

Als aussichtsreichster Nachfolger gilt nach Benitez' Absage der Coach von Sampdoria Genua, Luigi Del Neri.

Ein weiterer Kandidat soll Fiorentina-Trainer Cesare Prandelli sein.

Dieser wird jedoch bereits als möglicher Nachfolger von Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi nach der Weltmeisterschaft in Südafrika gehandelt.

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