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Inter-Jubel über den fünften Scudetto in Folge: Javier Zanetti reckt den Pokal hoch © imago

Die Mailänder schaffen die fünfte Meisterschaft in Folge und greifen nun wie Bayern nach dem Triple. Mourinho wird gefeiert.

Rom - Inter Mailand ist zum 18. Mal italienischer Meister und fordert den FC Bayern nun im Finale der Champions League zum Triple-Duell.

Knapp zwei Wochen nach dem Pokalsieg sicherte sich die Mannschaft von Star-Trainer Jose Mourinho durch einen 1:0-Sieg bei AC Siena den fünften Scudetto in Folge und hat damit wie die Münchner im Endspiel der Königsklasse am Samstag das historische Triple vor Augen.

Wie in Deutschland ist dieses Kunststück auch in Italien noch keinem Klub gelungen.

Mit dem Zittersieg bei Absteiger Siena, den Top-Torjöger Diego Milito mit seinem 22. Saisontor (57.) sicherstellte, verteidigte Inter am letzten Spieltag erfolgreich den Zwei-Punkte-Vorsprung vor dem AS Rom.

Rom nur Zweiter

Die Roma musste sich nach dem 2:0 bei Chievo Verona mit dem zweiten Platz zufrieden geben. (DATENCENTER: Serie A)

Hätte Inter noch den Ausgleich kassiert, wäre die Roma punktgleich gewesen und trotz der erheblich schlechteren Tordifferenz wegen des gewonnenen Direktvergleichs zwischen beiden Klubs (2:1, 1:1) Meister geworden.

So aber sind die Lombarden das dritte Team nach Rekordmeister Juventus Turin (1931 - 1935) und dem AC Turin (1943 bis 1949 mit Unterbrechung der Meisterschaft wegen des Krieges), das fünfmal in Folge den Scudetto holte.

"Jetzt wollen wir natürlich auch das Triple"

"Das ist fanastisch! Jetzt wollen wir natürlich auch das Triple", sagte Inter-Klubchef Massimo Moratti, der seinen Trainer über den Klee lobte: "Das ist Mourinhos Scudetto."

Die Spekulationen, denen zufolge der exzentrische Portugiese in der kommenden Saison Real Madrid betreuen wird, verstummten aber auch nach Inters 18. Meisterschaft nicht.

Mourinho will nach dem Champions-League-Endspiel seine Zukunftspläne bekannt geben.

Buffons Zukunft ungewiss

Neben Inter und der Roma qualifizierte sich der AC Mailand, der Juventus Turin zum Saisonabschluss mit 3:0 bezwang, als Dritter direkt für die kommende Saison der Champions League.

Juve-Torwart Gianluigi Buffon ließ nach dem enttäuschenden Saisonabschluss des Rekordmeisters (Platz sieben) seine persönliche Zukunft offen.

Er wisse noch nicht, ob er Juve verlasse, sagte der 32 Jahre alte Weltklassetorwart, der zuletzt einen Wechsel nach England nicht ausgeschlossen hatte.

Im Spiel gegen Milan wurde Buffon in der Halbzeitpause mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt, die sich allerdings als nicht schwerwiegend herausstellte.

Absteiger stehen fest

Nationaltrainer Marcello Lippi, der am Dienstag seinen endgültigen Kader für die WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) benennen will, könne mit ihm planen, sagte Buffon.

Das Fernduell um den vierten Platz und die damit verbundene Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation entschied Sampdoria Genua (1:0 gegen SSC Neapel) gegen den FC Palermo (2:1 bei Atalanta Bergamo) für sich.

Als Absteiger standen schon vor dem letzten Spieltag Bergamo, AC Siena und AS Livorno fest.

Toni verlässt die Roma

Für Luca Toni steht der Abschied von der Roma schon fest. Auf seiner Webseite hat sich der 32-Jährige, der am Sonntag nur auf der Ersatzbank saß, von den römischen Fans und vom Verein verabschiedet.

Der Traditionsklub will die Bayern-Leihgabe am Saisonende nicht mehr weiterbeschäftigen.

Die hohe Ablösesumme, die die Roma an die Bayern zahlen müsste, und Tonis Alter sollen den Klub bewogen haben, auf den Torjäger zu verzichten.

Rückkehr zu Bayern ausgeschlossen

Eine Rückkehr zum deutschen Rekordmeister kommt für den Weltmeister von 2006 aufgrund seines angespannten Verhältnisses zu Trainer Louis van Gaal nicht infrage.

Auch die Bayern hatten ausgeschlossen, dass Toni noch mal an der Isar spielt.

Milan-Besitzer Silvio Berlusconi sparte sich derweil einen Besuch des letzten AC-Saisonspiels und entging dadurch wüsten Beschimpfungen.

Berlusconi ausgepfiffen

Nach dem 3:0 gegen Juventus feierten die Anhänger den brasilianischen Trainer Leonardo, der den Verein nach einem Machtwort Berlusconis verlassen muss, frenetisch und rollten Spruchbänder mit Slogans gegen den italienischen Regierungschef aus.

Beim 3:1-Sieg von Lazio Rom gegen Udinese Calcio hatte Thomas Hitzlsperger einen versöhnlichen Saisonabschluss.

Der Mittelfeldspieler traf zum 1:0 und erzielte sein erstes und wohl auch letztes Tor für den Ex-Meister.

Laut "Gazzetta dello Sport" soll der Hitzlsperger kurz vor einem Wechsel nach England zu Tottenham Hotspur stehen.

Die Spiele im Stenogramm:

SONNTAG

Cagliari Calcio - FC Bologna 1:1Tore: 0:1 Adailton (3.), 1:1 Ragatzu (65.)

FC Parma - AS Livorno 4:1Tore: 1:0, 2:0 Lanzafame (45./46.), 3:0 Morrone (49.), 3:1 Danilevicius (72.), 4:1 Crespo (90.)

Sampdoria Genua - SSC Neapel 1:0Tor: 1:0 Pazzini (52.)

Atalanta Bergamo - US Palermo 1:2Tore: 0:1 Cavani (12.), 1:1 Ceravolo (48.), 1:2 Cavani (90./Elfm.)

AC Chievo Verona - AS Rom 0:2Tore: 0:1 Vucinic (39.), 0:2 Rossi (45.)

AS Bari - AC Florenz 2:0Tore: 1:0 Stellini (35.), 2:0 Rivas (90.) Rot: Gamberini (90./Florenz)

Catania Calcio - CFC Genua 1:0Tor: 1:0 Lopez (65.)Gelb-Rot: Juric (64./Genua)

AC Siena - Inter Mailand 0:1Tor: 0:1 Milito (57.)

SAMSTAG

AC Mailand - Juventus Turin 3:0Tore: 1:0 Antonini (14.), 2:0, 3:0 Ronaldinho (29./67.)

Lazio Rom - Udinese Calcio 3:1Tore: 1:0 Hitzlsperger (16.), 1:1 Di Natale (30.), 2:1 Floccari (45.), 3:1 Brocchi (52.)Gelb-Rot: Isla (38./Udinese)

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