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Massimo Moratti ist seit 1995 Präsident von Inter Mailand © imago

Die Mailänder hoffen, ihre jüngst eroberten Titel behalten zu können. Allerdings droht Präsident Moratti eine Strafe.

Von Mathias Frohnapfel

München - Inter Mailand könnte aus der Affäre um die Verpflichtung von Diego Milito und Thiago Motta mit einem blauen Auge davon kommen.

Als Konsequenz dürfte nach aktuellem Stand eine Verwarnung oder eine kleinere Geldstrafe folgen.

Ein Punktabzug oder Aberkennung der Titel erscheint dagegen kaum wahrscheinlich.

Auch der Sieg im Champions-League-Finale gegen Bayern (240448die Bilder) behielte dann seine Gültigkeit.

Damals hatte Milito die Bayern quasi im Alleingang besiegt.

"Es gab in den vergangenen Jahren fünf, sechs vergleichbare Beispiele, die mit persönlichen Sanktionen über einige Tausend Euro ausgingen", zitiert der "kicker" den italienischen Anwalt für Sportrecht, Mattia Grassiani.

Ermittlungen gegen Inter und Genua

Die "Gazzetta dello Sport" kommt zu einer ähnlichen Einschätzung: "Die wahrscheinlichste Variante ist eine Disqualifikation von Inter Präsident Massimo Moratti, weniger vorstellbar sind Bestrafungen oder Annullierung der Kontrakte."

Aktuell ermittelt Stefano Palazzi im Auftrag des italienischen Fußballverbands gegen den Champions-League-Sieger und den FC Genua.

Der Vorwurf: Die beiden Starspieler der Mailänder seien ohne gültige Verträge eingesetzt worden.

Preziosi seit 2005 gesperrt

Denn die Kontrakte sollen damals mit Genuas Präsident Enrico Preziosi ausgehandelt worden seien.

Allerdings durfte Preziosi zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Transfergespräche führen, er wurde 2005 wegen einer Spielmanipulation für fünf Jahre gesperrt.

Inters Boss Massimo Moratti hat angeblich dennoch direkt mit Preziosi verhandelt. Moratti streitet das ab. Die Sportkommission wird sich jetzt über die Vorgänge ein Urteil bilden.

Die Beweisführung dürfte sich als schwierig gestalten, obwohl Preziosi freimütig über ein Gespräch mit Moratti gesprochen hat.

"Kein Schriftstück unterzeichnet"

"Preziosi hat bei Milito oder Motta kein einziges Schriftstück unterzeichnet", sagt Experte Grassani.

Auswirkung auf die Gültigkeit der Verträge sieht er gleichfalls nicht. "Im aktuellen Fall stehen Punktabzug oder Titelaberkennung außer Frage."

Dass Inter somit etwa den Champions-League-Titel wieder hergeben müsste, müssen die Nerazzurri demnach wohl nicht befürchten.

Die UEFA wird ohnehin erst nach nach dem Urteil des italienischen Verbandes über ein eigenes Vorgehen in dem Fall entscheiden.

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