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Luciano Spalletti begann seine Trainerkarriere in der Saison 1993/1994 beim FC Empoli © getty

Helle Aufregung in Italien: Die Krise des AS Rom spitzt sich weiter zu und in Palermo sorgt ein Hand-Tor von Gilardino für Ärger.

Rom - Nach vier Niederlagen in Folge und dem Sturz auf Platz 15 fürchtet Trainer Luciano Spalletti um seinen Job beim AS Rom.

"Die Gefahr eines Abstiegs in die Serie B ist konkret. Jetzt steht mein Job auf dem Spiel", erklärte der 49-Jährige nach der 1:3-Niederlage beim neuen Tabellenführer Udinese Calcio.

Die Fans hatten die Mannschaft während und nach der Partie kräftig ausgepfiffen, bei der Landung auf dem römischen Flughafen Fiumicino wurden die Spieler von einer Fan-Gruppe wüst beschimpft.

Klubchefin Rosella Sensi erklärte, es gebe keine Entschuldigungen mehr für die schwachen Leistungen der Mannschaft.

Mangelnde Einstellung

Sie beorderte die Mannschaft von Montag an zur Strafe ins Sonder-Trainingslager und warf den Spielern mangelnde Einstellung vor.

"Die Spieler müssen zeigen, dass sie am Verein hängen und Respekt vor unseren Fans haben", so Sensi.

Scharfe Kritik musste die Mannschaft auch von den Medien hinnehmen.

Medien spotten

"AS Rom ist eine Mannschaft, die nicht mehr reagiert. Sie ähnelt wegen der perfekten Leere ihres Spiels einem Boot vor dem Untergang", kommentierte die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Montag.

"Niemand findet einen Ausweg aus dieser Krise, nicht einmal Kapitän Francesco Totti, der bei der Rückkehr nach langer Verletzungspause nicht eine Fußballmannschaft, sondern deren Parodie wieder gefunden hat."

Italienische Zeitungen spekulierten bereits über einen Nachfolger Spallettis. Als möglicher Kandidat gilt der zurzeit arbeitslose Ex-Trainer von Inter Mailand, Roberto Mancini.

Auch der Ex-Coach der italienischen Nationalelf, Roberto Donadoni, soll im Gespräch sein.

Nach Hand-Tor: Zwei Spiele Sperre

Nach seinem Hand-Tor ist Weltmeister Alberto Gilardino für zwei Spiele gesperrt worden. Der italienische Verband (FIGC) wertete die Aktion des Stürmer vom AC Florenz beim 3:1 gegen US Palermo am Wochenende als "erheblich unsportliches Verhalten".

Gilardino hatte den ersten Treffer für die Fiorentina mit dem Unterarm erzielt und anschließend versichert, das Handspiel sei "keine Absicht" gewesen.

"Noch feiern lassen"

Maurizio Zamparini hatte sogar eine Fünf-Spiele-Sperre für Gilardino gefordert.

"Er hat sich dafür sogar noch feiern lassen. Unglaublich", schimpfte Palermos Präsident: "Wir haben gut gespielt, aber die Punkte wurden uns von den Schiedsrichtern, gestohlen."

Palermo-Keeper verteidigt Gilardino

Palermos Torhüter Marco Amelia gab allerdings zu, dass dem irregulären Treffer ein Foul eines US-Verteidigers vorausgegangen sei. "Wäre der Ball nicht im Tor gelandet, hätte der Schiedsrichter Elfmeter gegeben", gab Amelia zu.

Florenz war durch den vierten Sieg in Folge auf den fünften Platz der Serie A geklettert.

Palermo rutschte dagegen ins Mittelfeld ab.

Schiedsrichter vor Gericht

Neuigkeiten gibt es zudem im Manipulationsskandal von 2006, in dem am Montag in Neapel das letzte Kapitel aufgeschlagen wurde.

Ex-Geschäftsführer Antonio Giraudo von Rekordmeister Juventus Turin sowie insgesamt zehn Schieds- und Lieninrichter müssen sich vor Gericht wegen Sportbetrugs verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten eine maßgebliche Beteiligung an der Affäre vor, die Italiens Fußball vor rund zwei Jahren in seinen Grundfesten erschüttert hatte.

Giraudo distanziert sich von Moggi

Zu Verhandlungsbeginn distanzierte sich Giraudo ausdrücklich von Turins Ex-Sportdirektor Luciano Moggi.

Der einstige Juve-Manager gilt als Drahtzieher der Spielmanipulationen und steht deswegen derzeit ebenfalls in Neapel in einem anderen Verfahren vor Gericht.

Der Zivilprozess gegen Giraudo und seine Mitbeschuldigten bildet den Abschluss der juristischen Aufarbeitung des größten Skandals in der italienischen Fußball-Geschichte.

Moggi hat wohl doch kein Telefon-Netzwerk aufgebaut

Derweil wurde Moggi vom Sportgericht des italienischen Verbandes FIGC vom Vorwurf freigesprochen worden, ein illegales Telefon-Netzwerk aufgebaut zu haben, um die Saison 2004/2005 zu manipulieren.

Moggi, der wegen seiner Verwicklung in den Skandal bereits zu einer fünfjährigen Berufssperre verurteilt worden war, war beschuldigt worden, die Unparteiischen mit abhörsicheren Handys mit schweizerischer SIM-Card versorgt zu haben.

Drei Referees, die mit Moggi unter Beschuss geraten waren, wurden ebenfalls entlastet. Wegen dieser Affäre war Moggi zu einer 14 Monate langen Berufssperre verurteilt worden.

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