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Massimo Oddo wechselte 2006 von Lazio Rom zum AC Mailand © getty

Die Spieler wollen in Italien streiken. Der Verband hofft auf eine Einigung, während die Fans sauer auf die Streikdrohung reagieren.

Rom - Der italienische Fußballverband FIGC will im Streit um neue Vertragsregeln vermitteln und den angekündigten Streik der Erstliga-Profis am 25. und 26. September abwenden. Verbandspräsident Giancarlo Abete berief ein Treffen mit der Spielergewerkschaft AIC und den Vertretern der Klubs am kommenden Montag in Rom ein.

"Ich hoffe, dass auf allen Seiten die Vernunft siegt und wir bald eine Lösung finden", sagte Abete.

Die Profis rebellieren gegen ihre Vereine, die nach dem Auslaufen des Rahmenvertrages ihre Rechte beschneiden wollen.

So sollen unter anderem Transfers auch gegen den Willen der Spieler möglich sein, außerdem sollen die Gehälter deutlich stärker leistungsbezogen sein.

Oddo kündigt harte Linie an

"Es wird so lange gestreikt, bis wir uns geeinigt haben", kündigte der ehemalige Münchner Bundesliga-Profi Massimo Oddo, der bei AC Mailand unter Vertrag steht, an.

Der Präsident der Serie A, Maurizio Beretta, bezeichnete den geplanten Streik am fünften Spieltag als unannehmbar.

"Das ist ein Affront gegen Millionen von Fans, die in der Wirtschaftskrise auf vieles verzichten, um im Fernsehen und im Stadion ihre Mannschaft zu sehen und den 635 Serie-A-Spielern erlauben, durchschnittlich 1,3 Millionen Euro im Jahr zu verdienen", sagte Beretta.

Tifosi schütteln mit dem Kopf

Die Fans zeigen kaum Verständnis für die Forderungen der Spieler.

In einer Umfrage der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" hielten 90,6 Prozent der Befragten den Spielerstreik für nicht gerechtfertigt.

Alle Mannschaftskapitäne der Serie A haben die Streik-Ankündigung unterzeichnet.

Darin beklagen sie, dass "ihre Menschenrechte" beschnitten würden, wenn sie über ihre Köpfe hinweg von einem Klub zum anderen verkauft würden.

Streit um leistungsgemäße Bezahlung

Die Gewerkschaft will erreichen, dass der Rahmenvertrag erneuert wird. Ihre neuen Regeln wollen die Klubs am kommenden Montag vorstellen. Sie wollen die Spieler deutlich stärker leistungsorientiert bezahlen.

Bisher konnten lediglich 50 Prozent des Gehalts von den Leistungen abhängig sein. Mit den neuen Verträgen, die schon in diesem Sommer abgeschlossen wurden, kann dieser Prozentsatz deutlich erhöht werden.

Profis könnten sich zudem gegen einen Vereinswechsel nicht mehr wehren, wenn sie dadurch keine finanziellen Verluste erleiden und der neue Klub vom sportlichen Niveau ähnlich einzuschätzen ist.

Höhere Strafen bei Fehlverhalten?

Sollte der Spieler den Transfer dennoch ablehnen, soll der Verein den Vertrag kündigen können. Der Fußballer hätte dann nur Recht auf eine Entschädigung von 50 Prozent seines Gehalts.

Außerdem können die Klubs auch Verhaltensregeln bezüglich des Lebensstils der Spieler einführen.

Verstöße gegen die Verträge konnten bisher mit einer Strafe von maximal 30 Prozent des monatlichen Gehalts geahndet werden, in Zukunft könnte dieser Prozentsatz wesentlich höher sein.

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