vergrößernverkleinern
Samuel Eto'o (l.) hat seit 2009 für Inter 15 Tore erzielt © getty

Inter schwebt auf Wolke sieben: Der Sieg gegen Bremen zeigt: Es geht auch ohne Mourinho. Juventus dagegen kommt nicht in Tritt.

Mailand - Es geht auch ohne Jose Mourinho.

Inter Mailand feierte nach der 4:0-Gala gegen Werder Bremen Nachfolger Rafa Benitez, "Marsmensch" Samuel Eto'o fühlt sich wie befreit:

Vier Monate nach dem Gewinn des Triples ist der einst allmächtige Mourinho bei Inter Mailand bereits in Vergessenheit geraten ( DATENCENTER: Serie A).

"Inter kämpft mit Erfolg darum, den Schatten Mourinhos auszulöschen", schrieb der "Corriere dello Sport" nach dem "schwarzblauen Festival".

Für die Mailänder könnte es eigentlich nicht besser laufen: Der Titelverteidiger befindet sich vor dem Aufeinandertreffen mit Erzrivale Juventus Turin (ab 20.45 Uhr LIVESCORES) bereits in Bestform.

Eto'o darf wieder stürmen

Einige Profis weinen Startrainer Mourinho, der seine Allüren nun bei Real Madrid auslebt, keine Träne nach.

"Mit Benitez ist es besser als mit Mourinho", sagte der vom "Corriere dello Sport" als "Marsmensch" und "Löwe Afrikas" titulierte Samuel Eto'o.

Der Kameruner war mit drei Toren in der Champions-League-Partie gegen Werder Bremen der überragende Spieler.

"Ich fühle mich wieder frei. Unter Mourinho war ich fast ein Abwehrspieler, aber wir haben gewonnen. Nun bin ich wieder Stürmer, und wir gewinnen weiter", sagte Eto'o.

Elf Treffer hat der Stürmerstar in acht Pflichtspielen erzielt.

Zanetti diplomatisch

Javier Zanetti, als Kapitän der Triple-Elf Mourinhos verlängerter Arm auf dem Platz, erklärte auf die Frage nach einem Vergleich der beiden Trainer ausweichend, es seien eben "zwei völlig unterschiedliche Typen".

Sein Hinweis, dass es unter Benitez "mehr Dialog" gebe, deutet jedoch an: Die Stimmung im Team scheint gelöster zu sein.

"Die Champions-League-Sieger haben wieder Spaß", urteilte auch die Zeitung "Repubblica": "Jetzt ist Inter nicht mehr Mourinhos Waisenkind."

Besserer Start als erwartet

So haben die Lombarden, die im Mai eigentlich am Ziel aller Träume angekommen waren, unerwartet gut in die Saison gefunden.

Trotz der Umstellung auf den Spanier Benitez, der 2005 mit dem FC Liverpool die Champions League gewann, und der mangelnden Vorbereitung nach der WM sind die "Nerazzurri" schon wieder ganz oben.

Schafft Inter die Titelverteidigung?

Und der Auftritt gegen Werder - ohne Leistungsträger wie Diego Milito, Matchwinner des letztjährigen Finals gegen Bayern München, Zanetti oder Walter Samuel - zeigt:

Inter hat durchaus Chancen, den "Titelverteidiger-Fluch" in der Champions League zu bannen und sich im 19. Jahr als erstes Team zum zweiten Mal in Folge die europäische Krone aufzusetzen.

Juve nur Mittelmaß

Ganz anders stellt sich die Lage vor dem "Derby d'Italia" beim Rekordmeister dar.

Juventus steht nach mit zwei Siegen aus fünf Spielen gerade mal auf Platz neun der Tabelle. Auch in der Europa League gab es mit zwei Unentschieden gegen Lech Posen und Manchester City noch nicht den erhofften Befreiungsschlag.

Doch gerade aus der Partie in Manchester zieht Coach Luigi Delneri sein Selbstvertrauen.

"Wir werden langsam besser"

"Das war eine ganz starke Vorstellung von uns", fand der 60-Jährige Coach lobende Worte für seine Mannschaft: "Ich bin entspannt. Wir werden langsam besser."

Bei einer Niederlage un dem damit verbundenen Absturz in der Tabelle könnte es mit der Entspannung jedoch ganz schnell vorbei sein.

Daran will Delnieri nicht denken, sogar ein Remis in San Siro wäre ihm zu wenig.

"Wir versuchen drei Punkte zu holen und setzen auf unsere Aggressivität. Für uns ist jetzt jede Partie wie ein Examen und wir wollen eine gute Leistung bringen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel